Freitag, 30. Juni 2017

Alpenflair 2017

Ich bin ja normalerweise nicht so der Festivalmensch: Dreck/Matsch, Zelten, Krach, kaum Duschen und Toiletten – nein, das ist nicht die Art der Umgebung, in der ich mich wohlfühle.

Aber ein Festival muss einfach sein und das ist das Alpenflair!

Beim Alpenflair kann ich tolle Musiker sehen, eine Menge Freunde aus dem gesamten deutschsprachigen Raum treffen und habe einfach extrem viel Spaß!

Da ich mich jetzt gar nicht so detailliert äußeren möchte, lasse ich einfach die Bilder sprechen:


Der Eingang zum Festivalgelände


Super Stimmung während Kärbholz auf der Bühne performt


Spät am Abend dann: Hämatom


Gittarist der Band Hämatom

 


Tag 2 mit: Subway to Sally


Subway to Sally


Manchmal muss man sich auch etwas ausruhen! ;)


Headliner am 2. Tag: Anthrax


Anthrax


Und nach den Auftritten auf der Bühne geht es im Zelt weiter mit: Tim Toupet


Headliner am 3. Tag: Frei.Wild
Frei.Wild
 
Grandiose Stimmung und Wunderkerzen beim Auftritt von Frei.Wild

Im nächsten Jahr bin ich sicher wieder dabei beim Alpenflair! Und nächstes mal weiß ich von Anfang an, dass ich – egal bei welchem Wetter – Schuhe mit Stahlkappen tragen werde. Dieses mal sind mir leider häufiger Menschen auf die Füße getreten (ich dachte bei 35°C im Schatten wären leichte Schuhe sinnvoll), aber am 3. Tag hatte ich entsprechend stabile Schuhe an und das war viel angenehmer!

Gefreut hat mich diesmal übrigens auch, dass Anthrax mein Foto auf Instagramm und Facebook gepostet (natürlich unter Angabe der Quelle) hat!

Samstag, 10. Juni 2017

Das Umfeld

Ich bin aufgewachsen in einem kleinen ländlichen Dorf, welches man schon ein wenig als eine Art Ghetto beschreiben könnte: Einer meiner besten Freunde hat bereits mit 13 Autos geklaut, um in die nächste größere Stadt zu fahren, Freunde haben gesoffen, gekifft oder andere Drogen genommen bzw. diese verkauft.  Nicht selten hatte jemand ein Messer griffbereit. Ich erinnere mich noch gut, als ich einen Bekannten damals mit blutüberströmten T-Shirt abholen musste, weil ein anderer ihn mit dem Messer angegriffen hat, da er aus dem Drogenhandel aussteigen wollte…
Ein Nachhilfeschüler, der eher aus einem bürgerlichen Umfeld stammte sagte einmal zu mir, er hätte Angst bei uns Nachts auf die Straße zu gehen – der Junge war 19 Jahre alt, muskulös und fast zwei Meter groß. Damals habe ich mich darüber noch gewundert, denn ich hatte keine Angst, kannte aber beinahe alle, die Nachts bei uns auf den Straßen rumlungerten und wusste mich zu behaupten.
Auch später waren Menschen in meinem Umfeld irgendwie immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Obwohl der beste Freund meines (mittlerweile Ex-)Freundes aus einer völlig anderen Stadt stammte, war dieser wieder jemand, der sein Leben durch Betrügereien finanzierte und bereits über zwei Jahre wegen Drogenhandel im Knast gesessen hatte. Als ich mit meinem Freund zusammen in einer Wohnung gelebt und die Post geöffnet habe, durfte ich dann auch noch erschrocken feststellen, dass Haftbefehle tatsächlich einfach in den Briefkasten geworfen werden – kein schönes Gefühl.

Durch meine Kindheit und Jugend im Ghetto habe ich den Vorteil, dass ich mich behaupten kann und so gut wie keine Angst vor irgendwelchen Menschen habe. Natürlich kann mir was passieren, wenn ich alleine unterwegs bin – speziell, wenn ich in bestimmten Gegenden bin, wo sich mehr kriminelle Typen rumtreiben als woanders (beispielsweise Reeperbahn o.ä.). Bisher habe ich mir immer gesagt, ich lass mir mein Leben nicht einschränken bzw. schränke mich nicht selbst ein indem ich solche Orte meide.
Ein Freund meinte allerdings letztens zu mir, dass es einem ja auch selbst besser gehen würde, wenn man eben nicht unbedingt dorthin geht, wo Kriminalität an der Tagesordnung ist. Zu viele kriminelle Freunde und Bekannte tun dem eigenen Wohlbefinden nicht gut.
Ich denke im Moment darüber nach, ob er damit Recht haben könnte. Vermutlich hat er das tatsächlich. Aber ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass gerade an solchen Orten die Menschen unglaublich offen und tolerant sind (und ja leider auch kriminell) und ich schnell mit tollen Leuten ins Gespräch komme während das in einer beschaulichen Eckkneipe auf dem Land wohl eher weniger der Fall ist.

Leute, die komplett behütet in einer Bilderbuchfamilie aufgewachsen sind, mit denen kann ich häufig leider nicht viel anfangen. Sie können so vieles nicht nachvollziehen, nicht verstehen, was mich umtreibt, was mich beschäftigt, was ich erlebt habe. Ich denke dann im Gespräch oft, da hat aber jemand keine Ahnung vom Leben – Tatsache ist, da hat jemand ein komplett andere Vorstellung vom Leben, komplett andere Erfahrungen.
Als ich im Gespräch mit einer Freundin erwähnte, dass ich es total schade finde, wenn Frauen sich so klein machen und sich nicht gegenüber unverschämten Männern behaupten, bekam ich als Antwort, dass diese das nie gelernt haben. Auch sie sei sehr behütet aufgewachsen und immer waren „Beschützer“ da, so dass man sich einfach niemals selbst verteidigen musste. Wenn man dann mit besoffenen Männern konfrontierte wird, die einen dämlich anmachen oder betatschen, bekommt man eben Angst, statt denen eine ordentliche Ansage zu machen.
In dem Punkt hatte mein Ghetto immerhin einen Vorteil für mich: Ich lass mich nicht schnell klein machen! Im Notfall schlag ich zurück!
Und irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass ich automatisch immer wieder mit Menschen in Kontakt komme, die es mit dem Gesetz nicht ganz so genau nehmen: Selbst hier im beschaulichen Südtirol wüsste ich wieder problemlos, wen ich fragen müsste bezüglich Drogen oder Waffen – und das obwohl Südtirol nicht unbedingt zu den Gegenden gehört, die man wegen ihrer Gefährlichkeit meiden sollte…
Also vielleicht kann ich dem auch einfach nicht aus dem Weg gehen.