Sonntag, 25. Dezember 2016

Lügen macht sympathisch

Menschen wollen belogen werden. Das scheint für die Mehrheit ein feststehender Fakt zu sein, sonst würde es nicht fast allen so leicht fallen zu lügen.
Ich kann das nicht, ich verabscheue Lügen und Heuchelei! Ich mag niemanden anlügen und mag auch selbst nicht belogen werden! Egal, worum es geht.
Gerade die sog. Höflichkeitslügen, mit denen sich die Lügner beim Gegenüber nett zeigen wollen und der Meinung sind, das sei einfach nur höflich, sind besonders perfide. Wenn ich beispielsweise zum Shoppen jemanden mitnehme und etwas anprobiere, dann möchte ich mich doch auf dessen Aussage verlassen können. Was habe ich denn von einer Shoppingberatung, die mir sagt „Das Kleid steht dir aber toll!“, obwohl ich darin tatsächlich aussehe wie eine Presswurst. Das bedeutet doch, dass diese Person (obwohl angeblich ein Freund) es billigend in Kauf nimmt, wenn ich mich mit schlechter Kleidung vor anderen in Zukunft blamiere. Und warum – um sich selbst besser zu fühlen. Sicher nicht um meiner Willen.
Aber es scheint tatsächlich Menschen zu geben, die in dieser Situation gerne belogen werden wollen. Man fühlt sich ja sooo gut, wenn man ein Kompliment bekommt – egal, ob gelogen oder nicht. Für den Moment toll, später eben scheiße (wenn man dann in der Öffentlichkeit scheiße aussieht).
 
Studien haben schon vor einiger Zeit ergeben, dass Lügner beliebt und sympathisch sind. Denn sie sagen eben immer das, was das Gegenüber gerade hören möchte  und nicht die – teils unangenehme – Wahrheit. In einem Interview (das zwar bereits einige Jahre alt ist) erklärt Professor Robert Feldmann, der sich bereits seit Jahrzehnten mit dem Thema Lügen auseinandersetzt, das Lügen ebenfalls so. Auch Politiker arbeiten ja deshalb damit, den Menschen gerne einfach zu erzählen, was sie hören wollen. Und so bleiben Politiker, die tolle Versprechen gemacht, aber dennoch wenig umgesetzt haben als tolle und beliebte Politiker in Erinnerung. Bestes Beispiel hierfür ist meiner Meinung nach Barack Obama. In der ganzen Zeit hat er es nicht geschafft, Guantanamo zu schließen. Aber er ist jaa sooo toll. Warum ist Obama so beliebt? Weil er eine guter Lügner ist – ganz einfach.
Und wenn man weitere beliebte Politiker darauf prüft, wie sehr diese Wahrheit und Lüge einsetzten, wird man vermutlich zu ähnlichem Ergebnis kommen wie die Studie: Lügen macht beliebt und sympathisch.
 
Für mich ist es schwierig zu verstehen, wie Menschen so denken können: Wieso kurzzeitiges Gutfühlen eintauschen gegen langfristig besser fühlen?
Genauso der Fall von Betrug in der Beziehung. Immer wieder höre ich das Argument von Männern, sie könnten nicht mit ihren Frauen über die Probleme im Bett reden, weil dann, würde die Frau sich verletzt/angegriffen fühlen.  Und daher sind diese Männer ernsthaft der Meinung, sie tun der Frau einen Gefallen, wenn sie diese betrügen und das natürlich verheimlichen.
Dass es für die meisten Frauen die größte Katastrophe ist, herauszufinden, dass ihr Mann sie betrügt, wird dabei natürlich nicht bedacht. Sicher ist das Gefühl um einiges schlimmer, als wenn man ein Gespräch darüber führen müsste, warum beim Sex irgendwas nicht stimmt. Aber die Männer gehen einfach davon aus, das wird schon nicht rauskommen.
Und vermutlich wie alle guten Lügner sind gerade die Betrüger ganz wunderbare sympathische Ehemänner – bis die Lüge ans Tageslicht kommt.
 
Mich widert dieses Verhalten an. Ich möchte nicht belogen werden! Wenn ich ehrlich weiß, dass jemand ein Problem mit mir hat, dann kann ich damit leben und gut ist – mich müssen nicht alle Menschen mögen, ich mag schließlich auch nicht alle Menschen!
Aber wenn ich glaube, jemand mag mich, weil dieser jemand mir Lügen vorspielt, dann ist es doch viel schlimmer herauszufinden, dass diese Person hinter meinem Rücken schlecht über mich redet, weil sie eigentlich ja doch ein Problem mit mir hat.
Ein Hoch auf alle ehrlichen, unsympathischen Menschen!  

Montag, 19. Dezember 2016

Versuch einer Kontaktanzeige

Auf dem Blog von Christian gab es vor kurzem einen Artikel mit dem Thema Partnerwahlkriterien von Frauen. Irgendwie wirkte es in dem Kommentarstrang so als wäre es vermessen, überhaupt Ansprüche zu stellen bzw. haben Frauen, die Kontaktanzeigen wohl generell zu hohe Ansprüche.
Durch den Artikel und den Kommentarstrang bin ich selbst mal auf die Idee gekommen, eine Kontaktanzeige zu formulieren.
Ich möchte dazu jetzt keine Antworten wie „will dich kennenlernen“ – das ist eine Kontaktanzeige ohne Kontaktmöglichkeit ;)
Mich interessiert, wie das ankommt. Wirken die Ansprüche und Wünsche an die Männerwelt zu hoch? (da das die Diskussion war, richtet sich diese Anzeige jetzt mal ausschließlich an Männer):
 
Suche dominanten Mann fürs Leben!
Ich steh auf Spontanität und Abenteuer. Bin ein bisschen verrückt und albern. Das alles solltest du auch mitbringen, wenn du an einem Kontakt mit mir interessiert bist. Wenn du dich im Museum genauso wohl fühlst wie auf einem Rockkonzert, dann haben wir schon mal einen weiteren Punkt gemeinsam. In meiner Freizeit gehe ich gern in die Berge oder fliege mit einem Segelflieger darüber. Du solltest also kein Stubenhocker sein, sondern mich auf Wanderungen begleiten können oder mit mir die Welt von oben bestaunen.
Einer der wichtigsten Werte für mich ist Ehrlichkeit. Ich muss wissen, woran ich bin. Das Schlimmste ist für mich, belogen zu werden. Mir ist es lieber man sagt mir, was einem an mir nicht passt als sich hinterm Rücken aufzuregen.
So erwarte ich von einem Mann aber eben auch 100% Ehrlichkeit mir gegenüber in allen Dingen. Diese bekommt er selbstverständlich auch von mir zurück.
In einer Beziehung brauche ich einen dominanten Mann, der weiß, was er will. Ich bin manchmal etwas frech und möchte einen Mann, der mich in meine Schranken weist. Jemanden, der sich selbst noch unsicher ist, kann ich nicht ernst nehmen. Innerhalb einer Beziehung ist mir Vertrauen und Treue sehr wichtig. Besonders auf Vertrauen lege ich Wert, da ich einem Mann einfach vertrauen können muss, damit ich mich ihm völlig hingeben kann. Wie man anhand des Textes schon ahnen kann, sollte auch BDSM nicht zu kurz kommen.
Wenn du dich für mich interessierst, solltest du dir deiner dominanten Neigung bewusst sein und diese auch schon gelebt haben. Ich steh nämlich nicht darauf, dem dominanen Part etwas beibringen zu müssen. Aber natürlich kann und sollte man gemeinsam neue Dinge ausprobieren, Erfahrungen machen und sich weiter entwickeln.
Noch ein paar Dinge, die mir wichtig sind:
-          Ich bin mit Schuhen ca. 1,80m groß und du solltest daher auch nicht gerade 1,50 m klein sein ;)
-          Ich lebe in Südtirol, daher wäre es gut, wenn du zumindest aus dem tiroler Raum (Nord-, Süd-, oder Osstirol) kommst.
Sollte ich den für mich perfekten Partner gefunden haben, so kann dieser fast alles von mir bekommen. Denn dann weiß ich, dass er es auch verdient hat.
Wenn du jetzt meinst, du könnest der Richtige für mich sein bzw. ich die Richtige für dich, dann keine Scheu und melde dich!
 

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Ideale Staatenorganisation

Ich habe mir mal Gedanken gemacht wie ich mir die ideale Organisation von Staaten bzw. Ländern vorstelle. Wie sollten diese untereinander organisiert sein, welche Regierungsform etc.
 
Zunächst sollte ein Bündnis von Ländern (am besten alle) sich auf folgende für alle gültige Gesetze einigen:
-          Keine Todesstrafe
-          Keine Folter
-          Statt einer Strafe kann man auch die Verbannung aus dem Land wählen, wenn ein anderes Land denjenigen aufnimmt.
-          Jeder Bewohner darf jederzeit das Land verlassen und in ein anderes gehen.
-          Um in ein Land einzuwandern muss man sich mit den dort geltenden Gesetzen einverstanden erklären.
-          Alle übrigen Gesetze werden von den einzelnen Ländern geregelt und kein Land versuch in die Gesetzgebung der übrigen einzugreifen.
 
Jedes der einzelnen Länder sollte am besten von einem Alleinherrscher regiert werden, der nur mit seinem Tod oder durch Rücktritt aus dem Amt scheidet. Wie derjenige bestimmt wird – ob durch Geburt oder durch Wahl – ist nicht wichtig.
Vorteile gegenüber jeglicher Art von Demokratie: Für Gesetze und Entscheidungen müssen keine langen Diskussionen geführt werden. Dadurch, dass man keine begrenzte Amtszeit hat, werden die Entscheidungen so getroffen, dass sie sich auf lange Frist positiv für das Land auswirken und nicht nur möglichst gut in der aktuellen Legislaturperiode. Letzteres ist aktuell häufig das Problem. Besonders auch bei Managern von Unternehmen zeigt sich, dass diese sehr kurzfristig denken, um möglichst viel Profit in deren Zeit zu machen und danach ist egal, was passiert. Aber wenn Politiker so handeln, ist es noch viel schlimmer.
Und dadurch, dass die Bewohner, welche für Steuereinnahmen und Wirtschaft wichtig sind, jederzeit in ein anderes Land gehen könnten, müsste ein Herrscher bemüht sein, bestmöglich für die Einwohner zu sorgen.
 
Was die einzelnen Gesetze angeht, so muss sichergestellt sein, dass wie bereits aufgeführt kein Land in die Gesetzgebung der anderen eingreift und die eigenen Ansichten und moralischen Einstellungen als die einzig richtigen darstellt. Auch radikale Einstellungen könnten so akzeptiert neben liberalen stehen und keiner müsste sich benachteiligt fühlen. Wenn ein Land beispielsweise Homosexualität verbietet, sollte das akzeptiert werden. Homosexuelle Menschen haben die Möglichkeit in das Land zu wechseln, welches andere Gesetze hat. Ebenso wäre es möglich, dass in einem Land die Nutzung von Tieren für Menschen komplett verboten wäre und man vegan lebt – sicher würden viele Menschen das befürworten – und diese könnten sich dort zusammenfinden.
Die einzelnen Länder sollten nicht zwangsläufig so groß sein wie die heutigen Staaten, sondern eher klein, um möglichst viele Variationen von Ansichten zu vertreten.
So hätte jeder die Möglichkeit in einem Land zu leben, in dem er glücklich ist.
 
Natürlich habe ich nicht alle Aspekte beachtet und erwähnt, vielleicht auch etwas nicht bedacht (dann gerne in die Kommentare damit!), aber so grob denke ich, dass das eine optimale Lösung wäre.

Montag, 12. Dezember 2016

Fantasie, Realität, Porno – Geschichte

Nervös warte ich auf dem Partkplatz kurz vor der Autobahn. Hier treffe ich mich gleich mit meiner Internetbekanntschaft, um in einen erotischen Club in die nächste Großstadt zu fahren. Er war bereits schon einmal dort, ich bisher noch nicht. Ich trage einen kurzen Rock (für diesen Anlass mal keine Unterhose), hohe Schuhe mit Pfennigabsätzen, einen schwarzen Spitzen-BH und eine Art Bolero ebenfalls aus Spitze, den ich vorne zusammengebunden habe. Da es etwas kalt zu der Jahreszeit ist, verstecke ich mein knappes Outfit unter einen langen warmen Mantel. Ich denke, das Outfit ist ganz passend für den Anlass.
Als wir schließlich an dem kleinen Club in einem Industriegebiet, der von außen kaum als solcher zu erkennen ist,  ankommen, bin ich ein klein wenig nervös: Was erwartet mich dort?
Wir gehen rein und bestellen uns zunächst einen Drink an der Bar. Der Laden ist noch nicht stark gefüllt, so dass man schnell den größten Bereich überblicken kann: Es gibt eine schöne runde Theke direkt am Eingang, etwas weiter rechts eine kleine Tanzfläche und daneben stehen – teilweise von einem Fadenvorhang verborgen – weiße Couches, auf denen bereits einige Personen Platz genommen haben. Außerdem führt ein Gang neben der Tanzfläche in den hinteren Bereich des Ladens. Die Beleuchtung ist an dem Abend ist in schönem violett/blauem Licht gehalten. Insgesamt eine angenehm lockere Atmosphäre.
„Lass uns doch ein wenig hinsetzen“ sagt Mark zu mir, während er mich mit der Hand auf meinem Hintern sanft in Richtung eines der weißen Sofas schiebt. Wir setzen uns hin und beobachten die anderen Anwesenden während sich der Laden langsam füllt. Das ein oder andere Mal gehen Paare an uns vorbei in den hinteren Bereich des Clubs. Dort befinden sich laut Mark die Separees, in denen es auch mal zur Sache gehen kann.
Ich merke wie Mark seine Hand auf meinen Oberschenkel legt, mich streichelt und sich langsam zwischen meine Beine bewegt, ich sehe ihn an, lächle und wir küssen uns. Ich streichle seinen Hals, küsse ihn dort und gehe mit meiner anderen Hand auch zwischen sein Beine. Nach kurzer Zeit nimmt er meine Hand: „Komm mit“. Und wir gehen nach hinten. Dort befinden sich zwei kleine Räume, die jeweils mit einem Vorhang von dem Gang getrennt sind, ich höre verschiedene Stimmen und andere Geräusche hinter dem einen Vorhang, der andere Raum ist leer. Wir gehen hinein, Mark schließt den Vorhang, damit uns niemand stört. Er setzt sich auf das Sofa an der Wand, öffnet seine Hose und zieht mich zu sich heran. Mit Gesten deutet er mir, mich vor ihn zu knien und seinen Schwanz herauszuholen, was ich auch sofort mache. Wie ich zuvor schon durch die Hose gespürt habe, ein nicht gerade kleines Exemplar. Langsam fahre ich mit meiner Zunge am Schaft entlang, bevor ich ihn dann ganz in den Mund nehme und mit meinem Kopf auf und abfahre, während ich mit einer Hand sanft seine Eier streichle und mich mit der anderen am Oberschenkel abstütze. Zwischendurch schaue ich ihn immer wieder in die Augen. Ich genieße es, seine steigende Lust zu sehen und gebe mir daher noch ein wenig mehr Mühe, das steigert auch meine eigene Lust immer mehr – ich spüre, wie ich feucht zwischen den Beinen werde.
Er zieht mich an den Armen hoch zu sich und wir küssen uns leidenschaftlich. Dann holt er ein Kondom aus der Tasche, welches ich ihm überziehe, um mich anschließend auf seinen großen steifen Schwanz zu setzen und ihn zu reiten. Immer wieder höre ich Geräusche von draußen vor dem Vorhang, es macht mich irgendwie an, dass ich weiß, dort sind andere Menschen, die uns nun hören können – und die sich natürlich denken können, was hier gerade passiert.
Ich merke wie die Erregung immer stärker wird, ich schließlich den Höhepunkt erreiche und komme. Kurz darauf spüre ich auch ein starkes Zucken unter mir und merke wie auch er den Höhepunkt erreicht. Erschöpft lasse ich mich nach vorne auf ihn sinken, während er mich in den Arm nimmt und mir den Rücken streichelt. Einen kurzen Moment später, stehe ich auf, richte meine Kleidung und wir gehen wieder in den Barbereich.

Auf dem Weg dorthin bleibe ich kurz stehen und sehe in den Raum auf der anderen Seite des Gangs, der Vorhang wurde nicht zugezogen und gibt daher den Blick auf das Treiben frei. Auf einem Sessel in der Mitte des Raumes sitzt eine fast nackte junge Frau mit gespreizten Beinen, zwei Männer befinden sich direkt bei ihr. Einer streichelt ihre Brüste, liebkost ihre Brustwarzen mit seiner Zunge während der zweite ihr mit schnellen rein-raus-Bewegungen einen Dildo einführt und mit der zweiten Hand ihren Oberschenkel streichelt. Die Frau hat ihren Kopf nach hinten gelehnt, so dass ich ihr Gesicht nicht sehen kann. Sie stöhnt vor Lust, ich bin fast ein bisschen neidisch. Mark sieht meinen faszinierten Blick und fragt, ob ich Lust hätte mitzumachen? (Offene Vorhänge sind als eine Art Einladung zu verstehen)
Einerseits hätte ich natürlich Lust, aber andererseits brauche ich auch erstmal eine kurze Pause. Also gehen wir weiter und gönnen uns vorne erstmal einen kühlen Drink. Kurze Zeit später sage ich zu Mark, ich müsste kurz weg und würde gleich wiederkommen. Aber statt auf die Toilette gehe ich nach hinten in den Bereich der Separees. Die Szenerie hat sich nur ein klein wenig gewandelt: Immernoch sitzt die Dame in der Mitte und wird von den Herren verwöhnt, ein weiterer ist mittlerweile anwesend und beobachtet ähnlich wie ich die Situation.
Plötzlich blickt der Mann, der eben noch die Hand zwischen den Beinen der Frau hatte mich direkt an, lächelt und fragt trocken: „Auch Lust?“ Ich zucke mit den Schultern, gehe zu der Frau, schaue ihr verführerisch tief in die Augen und küsse sie. Währenddessen öffnet sie mit ihren Händen vorne meinen Spitzenbolero und anschließend meinen BH. Nun liegen auch meine Brüste frei. Sie knetet meine Brüste, kneift mir ein kleinwenig in die Nippel und küsst mich weiter. Dann greift sie meine Arme, zieht mich auf sich. Mit meinen Händen berühre ich sie zärtlich an den Oberarmen und dem Rücken, währen dich sanft ihren Hals küsse und anschließend mich immer weiter vorarbeite, bis ich bei ihren wohlgeformten tennisballgroßen Brüsten bin. Dort umkreise ich mit meiner Zungenspitze zunächst ihre Nippel bevor ich sie in den Mund nehme. Immer wenn ich ein klein wenig mit den Zähnen in ihre Nippel beiße merke ich leichte Zuckungen in ihrem Körper, sehe und spüre ihre Erregung – auch ich bin sehr erregt. Die anwesenden Herren habe ich völlig vergessen bis einer von ihnen plötzlich hinter mir steht, meinen Rock hebt, mir einen kräftigen Klatscher auf den Hintern gibt und diesen anschließend mit beiden Händen knetet. Ich kümmere mich nicht weiter um ihn, sondern konzentriere mich auf den zuckenden Körper unter mir. Der sich nun immer heftiger dreht und windet und schließlich kurz zusammensackt. Sie zieht meinen Kopf ganz nah an ihr Gesicht heran: „Jetzt du!“, als sie das sagt, deutet sie mir aufzustehen, was ich auch tue. In der Erregung merke ich kaum, dass Mark inzwischen auch im Raum ist – ich weiß nicht wie lange er bereits da gestanden hat. Erst als er mir mit einem großen Grinsen „Also doch Lust“ zuflüstert, bemerke ich überhaupt seine Anwesenheit. Inzwischen sitze ich im Sessel und zwischen meinen Schenkeln kniet eine bildschöne blonde Frau, die sanft an meinen Schamlippen knabbert und zwischendurch immer wieder ein klein wenig auch ihre Zunge zum Einsatz bringt. Mein Rock liegt wie meine übrige Kleidung irgendwo im Raum, aber das ist mir jetzt auch egal. Ich kann kaum noch klar denken, genieße einfach die Situation, lasse mich fallen. Ein fremder Mann beschäftigt sich ausführlich mit meinen Brüsten und ich lasse es geschehen, ja es erregt mich. Noch mehr erregt mich, dass ich weiß, dass wir einige Zuschauer haben. Ohne diese direkt wahrzunehmen spüre ich auch mit geschlossenen Augen die Blicke auf mir, wodurch meine Lust nur noch weiter gesteigert wird. Ich spüre wie eine Welle der Erregung anrollt, ich weiß, dass ich gleich komme. Die Zunge zwischen meinen Schamlippen, die sanft meine Klitoris liebkost, trägt nicht unerheblich dazu bei. Laut stöhnend verkrampft sich mein Körper kurzzeitig während ich komme.

Fantasie, Realität, oder billiger Porno nacherzählt? All das kann diese Geschichte sein. Vielleicht auch eine Mischung daraus. Die Frage ist aber doch: Ist das überhaupt relevant?
Wenn irgendwer über sexuelle Erlebnisse schreibt, warum ist es relevant zu wissen, ob das die Person auch tatsächlich erlebt hat oder nur ihrer Fantasie entspringt? Fakt ist, dass es nahezu bei jeder Fantasie auch die Möglichkeit gibt diese auszuleben – es finden sich immer entsprechende Menschen, die ähnliche Fantasien haben (selbst für Rape-Game gibt es genug Personen). Wenn also jemand ein Erlebnis als solches erzählt, was spricht dagegen, das auch so anzuerkennen.
Warum muss man den Autor oder die Autorin wissen lassen, dass man das Erlebte nicht glaubt, nicht ernstnimmt? Warum der Vergleich mit einem billigen Porno? Warum das Absprechen der Erlebnisse einer Person, das Niedermachen eben jener, indem behauptet wird: Wer Sex hat, der spricht nicht drüber, also hat diese Person wohl viel Fantasie, aber wenig echten Sex.
Auch wenn ich denke, dass da was dran sein kann (wenn man also viel Sex hat, wenig drüber spricht), glaube ich, dass ein Blog nochmal ein anderes Medium ist als ein „Drüber sprechen“. Dinge, die ich auf dem Blog schreibe, sind tatsächlich eher Gedanken, die man vor Zeiten des Internets einem Tagebuch anvertraut hätte. Etwas, dass man nicht gleich jedem auf die Nase bindet. Das ist auch der Grund dafür, warum dieses Blog anonym ist und nur wenige Freunde von mir es kennen.
Wenn ich nun über meine Gedanken, meine Erlebnisse schreibe und Kommentatoren mir schreiben, da hätte ich wohl zu viele Pornos gesehen, oder auch, dass könne gar nicht real sein, ist das verletzend. Nein, ich gehöre nicht zu den Personen, die solche Kommentare oft bekommen (ich glaube zwei oder dreimal bisher), da ich vermutlich tatsächlich wenig Erlebnisse und mehr Gedanken hier teile, aber ich lese gerne andere Blogs und manchmal auch gerne solche, deren Thema Sex bzw. Sexgeschichten sind.
Gut geschriebene Sexgeschichten lassen eben auch anregende Bilder in meinem Kopf entstehen und manchmal habe ich einfach eine Freude daran, diese zu lesen. Für mich ist es in dem Moment aber nicht von Bedeutung, ob das reale Erlebnisse sind. In meinem Kopf werden sei zu meinen eignen Fantasien.

Und ihr könnt euch jetzt denken, ob die geschilderte Geschichte von mir erlebt, eine reine Fantasie oder doch die Nacherzählung eines Pornos ist – viel Spaß dabei!

Samstag, 10. Dezember 2016

Starren und schmutzige Gedanken

Häufiger lese ich, dass sich darüber aufgeregt wird, wenn man „angestarrt“ wird. Ein schönes Beispiel gibt es bei Ash auf dem Blog, die in einem älteren Beitrag schreibt:

„Was mich persönlich allerdings ganz besonders nervt: Dass ich noch KEIN (!) Date mit einer Frau hatte, bei dem nicht innerhalb kürzester Zeit ein bis mehrere Kerle penetrant und auf schmierigste Art gestarrt haben. Und nein, wir haben da nicht gevögelt, es war auch kein Heavy Petting und es war auch von Seiten des Mannes kein Ab-Und-Zu-Mal-Rüberschauen. Es waren Sich-Zurücklehnen und mit schmierigem Grinsen auf dem Gesicht penetrant starren, wie wir Händchen halten und uns ab und zu küssen.“

Ich muss sagen, dass mir das vermutlich entweder gar nicht aufgefallen oder schlicht egal gewesen wäre. Ich würde vermutlich, sollte mir das auffallen eher offensiv provokativ reagieren, wie in etwa: „Geil, willste mitmahen?!“
Daraufhin sind die meisten eher peinlich berührt und fühlen sich ertappt als das als tatsächliche Aufforderung zu interpretieren (die es auch nicht sein sollte).
Aber warum misst man dem überhaupt so große Bedeutung bei? Warum lässt man sich seinen Tag durch so etwas so sehr versauen, dass man nicht mehr einfach das Date genießen kann statt sich nur darüber Gedanken zu machen, angestarrt zu werden. Dadurch, dass man das nicht ignoriert, macht man sich selbst schlechte Laune, die gar nicht nötig ist.

Oft ist auch der Blick auf das Dekolleté ein Aufreger. Immer wieder beschweren sich Frauen, dass Männer ihnen eher auf die Brüste als in die Augen gucken. Es gibt bereits vermeintlich lustige T-Shirts, die darauf hinweisen sollen mit dem Spruch „Ich habe auch Augen, du Arsch!“ auf Brusthöhe.

Warum aufregen? Was ist schlimm daran, wenn jemand einem hervorstechenden Sexualmerkmal, was die weiblichen Brüste nun mal zweifellos sind, auch Aufmerksamkeit schenkt. So lange jemand nur guckt und weder anfasst noch irgendwelche beleidigenden Kommentare abgibt, kann es mir doch völlig egal sein, ob derjenige meine Augen oder meine Brüste interessanter findet.
Wo genau ist denn mein persönlicher Vorteil, wenn mir jemand auf die Augen schaut im Gegensatz dazu, wenn mir jemand auf die Brüste schaut. Merle schreibt dazu auch auf ihrem Blog :

„Der Blick auf meine Brüste ist kein Kompliment, er reduziert mich auf meinen Körper. Ich will das nicht, Nein zu sagen ist mein gutes Recht.“

Wieso sollte es das gute Recht sein, Nein zu sagen? Ich kann nein sagen, wenn jemand mich belästigt, mich bedroht, mich anbaggert. Aber jemand anderem seine Blickrichtung vorzuschreiben, das halte ich dann doch für zu sehr übertrieben. Niemand hat gesagt, dass der Blick auf die Brüste als Kompliment verstanden werden sollt, aber en Charakter sieht man einfach nicht direkt. Reduziert also jeder Blick auf den Körper oder einen Teil dessen, den Menschen auf diesen?
Wenn mich die Person gar nicht interessiert, kann es mir doch völlig egal sein, was derjenige tut, was er denkt oder sonstwas. Gedanken. Das ist ja auch noch so ein Punkt.
Ganz schlimm ist es anscheinend auch, bestimmte Gedanken beim Anblick eines für einen persönlich attraktiven Menschen zu haben.
Oder auch von Bildern. Mich hat mal jemand gefragt, ob ich es nicht eklig oder schlimm finde, was irgendwelche Männer von mir denken, wenn sie meine Bilder sehen. (Anmerkung: Ich model hobbymäßeg, sowohl traditionell als auch im Fetisch/BDSM-Bereich). Und ich kann das gar nicht verstehen. Ich mag meine Bilder, gerade auch die SM-Bilder, sonst gäbe es keine Veröffentlichung. Und wenn irgendwer meine Bilder sieht und sich dabei einen runterholt – so what. Mich persönlich betrifft das nicht, da ich nicht dabei bin, die Person nicht kenne und es mir egal sein kann!
Genauso auch Gedanken auf der Straße: Wenn mir jemand entgegenkommt, mich sieht und sich dann mich nackt/beim Sex oder sonstwie vorstellt, trifft mich das nicht.
Solange aus irgendwelchen Gedanken keine realen Belästigungen entstehen, sehe ich nicht, warum ich anderen Menschen ihre Blickrichtung oder ihre Gedanken vorschreiben sollte.

Vielleicht sollte man generell etwas freier sein, was das Verhalten – und Gedanken – anderer angeht. Sich selbst nicht immer so wichtig nehmen, würde vermutlich auch ein wenig helfen. Auch wenn man in Gedanken nämlich völlig woanders ist als in der aktuellen Situation, kann schnell ein leerer Blick entstehen, der als Starren wahrgenommen wird, obwohl man sich selbst gar nicht bewusst darüber ist.

 

 

 

Dienstag, 6. Dezember 2016

Ein bisschen Bi schadet nie?

Margret hat einen Artikel zum ThemaBisexualität von Frauen geschrieben, bei dem sie die von ihr so bezeichneten „Dreier- Bis“ verurteilt.

So schreibt sie beispielsweise:

„Dreier-Bis sind Frauen, die noch nie eine Beziehung mit einer Frau hatten, noch nie in eine verliebt waren und das auch gar nicht wollen („Irgendwie stand ich schonmal bissel auf meine BF, so rein optisch – hihihi“). Sie haben ausschließlich Beziehungen mit Männern. Warum sie sich trotzdem bi nennen (aber bloß nicht zuviel!)? Weil sie Dreier „irgendwie schick“ finden. Ab und an rennen sie dann noch auf ebenso todschicke „Bi-Partys“.“

Hier haben wir also schon mal eine Definition für die verhassten „Dreier-Bis“. Was besagte Parties angeht, so liefert Margret natürlich gleich ein Beispiel mit:

„Wer sich nun fragt, was genau das sein soll, der lese gerne hier nach. Jup. Der fleischgewordene Hetero-Mainstream-Porno-Traum.“

Statt zu betonen, dass es auf der Party im Artikel tatsächlich darum geht, dass Frauen ohne Druck durch männliche Blicke (oder evtl. vorhandene männliche Partner) ihre Sexualität ausleben können, wird so getan, als ginge es mal wieder nur um Männer.
Warum kann man nicht einfach mal – gerade wenn es eigentlich nur um Frauen geht - die Männer außen vor lassen?

Sehr schön auch der folgende Absatz, der besagte Party beschreiben soll:

„Lauter geile wilde Weiber, natürlich allesamt ganz wunderherrlich und eigentlich doch hetero und in festen Beziehungen mit Männern und so, aber schon auch irgendwie bi, nur so im sexuellen Sinne und nur so bisschen, bloß nicht zuviel, versteht sich, und alle mit mindestens C-Körbchen und so, die gemeinsam mal die Sau rauslassen – mit Vibrator und Strapsen etc. (wird das eigentlich gleich live ins Netz übertragen?).Der geneigte Leser fragt sich, ob da irgendeine(r) deutlich zuviel Beate Uhse Pornos gesehen hat. Aber lassen wir das.“

Wenn man den anderen Artikel tatsächlich liest, so stellen sich mir allerdings folgende Fragen:

-          Woher weiß Margret, dass alle Gäste auf der Party eigentlich hetero und in Beziehungen mit Männern sind? Im Artikel wird lediglich, erwähnt, dass die Autorin den Eindruck hat, dass einige der Gäste eigentlich Beziehungen mit Männern führen.

-          Auch die Körbchengröße wird nicht so allgemein erwähnt, wie hier der Eindruck erweckt werden soll. Nur in der Beschreibung einer einzelnen Person wird gesagt, diese hätte ein C-Körbchen. (eine einzige Person – nicht alle!) Woher also weiß Margret über die Körbchengrößen der anwesenden Personen Bescheid?

-          Und wieso überhaupt ist die Körbchengröße irgendwie relevant?

-          Und zum Schluss natürlich: Alles, was man selbst nicht kennt bzw. nur aus Pornos, kann wohl nicht real sein?

Hier wird also pauschal das Ausleben weiblicher Sexualität negativ konnotiert, als unrealistisch abgestempelt oder einfach nur wieder als nicht wertig/eigenständig genug (man macht das ja sowieso nur, um irgendwelche Männer zu beeindrucken) angesehen.
Frauen, die selbstbewusst ihre Sexualität ausleben, sollten gerade von Feministinnen unterstützt und nicht verurteilt werden.
Auch wenn diese Art nicht meiner eigenen Sexualität entspricht, so muss ich dennoch niemanden verurteilen.

Aber Margret hat natürlich einen Grund, warum sie die „Dreier-Bis“ so hart verurteilt:

„Mit anderen Worten: Dreier-Bis sind unglaublich nervig. Und unglaublich laut. Und unglaublich lästig. Und der Grund dafür, warum viele Bis sich Homosexuellen gegenüber gar nicht mehr outen wollen. Wer will schon ernsthaft mit denen (also den Dreier-Bis) verwechselt werden?“

Ganz schlimm, wenn man andere Menschen pauschal in eine Schublade steckt statt sie als Individuum mit eigenen Vorlieben und Interessen zu betrachten. Und wohl noch schlimmer, wenn man versehentlich selbst mit in dieser Schublade landen könnte. Nein, so eine ist man dann doch nicht! Klar, es ist natürlich viel einfacher auf andere von oben herabzusehen und diese für ihr vermeintlich falsches Verhalten zu verurteilen.
Denn:

„Dreier-Bis flöten Sätze wie „Ich will mal meine lesbische Seite entdecken“. Ihre Motivation bewegt sich irgendwo zwischen „Mein Freund findets geil“ und „Mein Mann wird eifersüchtig, wenn ich mit nem Kerl fremdgehe, aber bei einer Frau steht er drauf („Darf er mal zugucken?“)“.
Dreier-Bis sind sich nicht zu blöd, lesbische Frauen nach einem Dreier zu fragen oder zumindest nach besagtem“Zugucken“ („Das wär ja dann schon eher mit mir, er hält sich dann mehr im Hintergrund“).
Dreier-Bis denken, bi zu sein, besteht hauptsächlich darin, es unbedingt mit einem Mann und einer Frau gleichzeitig treiben zu wollen. In ihrer Vorstellungswelt gibt es gar keine Bisexuellen, die nicht auf Dreier stehen („Aber dann bist Du doch nicht bi!“).
Bis vor kurzem fanden die meisten Dreier-Bis Lesbensex noch „irgendwie eklig“, aber seit sie regelmäßiger Pornos gucken, haben sie verstanden, dass das grad in sein muss.

Also ganz schlimm sind anscheinend bisexuelle Frauen, die tatsächlich mal einen Dreier wollen. Ob die Motivation für den Artikel neben dem verlinkten auf Bento wohl die Frage nach einem Dreier an Margret war? (Vermutungen über die Motivation zu bestimmten Handlungen scheinen ja gerade „in“ zu sein ;) )

Was ist für Erwachsene Frauen eigentlich so schlimm daran, auf die Frage nach einem Dreier mit „Nein, ich steh nicht darauf“ zu antworten. Was ist daran eine so große Zumutung?
Ganz ehrlich, ich habe noch nie eine Frau nach einem Dreier gefragt und bin auch noch nie so direkt gefragt worden, aber verstehe einfach nicht, warum man nicht in der Lage sein sollte, entsprechend seiner eigenen Wünsche zu handeln und dies auch mitzuteilen?
Den einzigen Punkt, den ich ein wenig verstehen kann ist, dass man selbst eben von anderen nicht in eine Schublade gesteckt werden möchte, in die man nicht hineingehört, nur weil man sich eben als bi outet.

„Ich hab’s dann gelassen. Grund: Das grottenschlechte Image von bisexuellen Frauen bei lesbischen Frauen.“

Also weil man selbst nicht in die Schublade gesteckt werden möchte, steckt man lieber andere in Schubladen und gibt denjenigen die Schuld und die Verantwortung für ein bestimmtes Image. Statt die Chance zu nutzen und zu zeigen: Hey, wir bisexuellen Frauen sind nicht alle immer geil und wollen nur Dreier, hält sie sich zurück.

Damit ist sie genauso mitverantwortlich für das von ihr behauptete schlechte Image bisexueller Frauen.

Nebenbei bemerkt finde ich Outings generell komisch…. Also dieses „Achtung, ich muss dir mal von meiner sexuellen Orientierung erzählen!“.
Ich habe mich noch nie so bewusst geoutet, einfach nur, um das zu erzählen. Es hat sich immer irgendwie ergeben, oder es wir nachgefragt, wenn ich beispielsweise beim Filmgucken einen bestimmten Charakter anziehend finde und der weiblich ist.
Egal, ob es um Bisexualität oder BDSM geht, ich bin ich und das nicht, um ein bestimmtes Image zu kreieren, Klischees zu bestätigen oder zu brechen. Mir sind Image und Klischees egal, ich beurteile andere nicht danach und möchte auch selbst als Individuum und nicht als Mitglied einer Schublade, auf der eine bestimmte Bezeichnung klebt, beurteilt werden.

Samstag, 3. Dezember 2016

Böser Pelz

Es gab mal eine Zeit, in der galten Pelzmäntel oder andere Dinge aus Pelz als schick und edel. Heutzutage ist eher das Gegenteil der Fall.
Seit Öko und Umweltschutz zum neuen Trend mutiert ist, wird auch nicht mehr nachgedacht, sondern oft unüberlegt verurteilt. Wenn in sozialen Netzwerken Fotos gepostet werden, auf denen in irgendeiner Weise Pelz zu sehen ist, kommt sicher bald ein Kommentar, dass der hoffentlich nicht echt ist.
Warum das? Beziehungsweise warum gibt es keine ähnlichen Reaktionen bei Leder? Lederjacken, Lederstiefel und Ledergürtel gelten bei der Mehrheit weiterhin als toll und modern. Obwohl es im Prinzip das Gleiche ist – wenn auch anderes Tier.
Ich finde nicht, dass das Leben des einen Tieres weniger wert ist als das des anderen!
Daran erkennt man meiner Meinung nach gut, wer tatsächlich um Tiere besorgt ist und wer einfach gerne dem Mainstream folgt und daraus Pelz, aber Leder nicht verurteilt. Wäre mal ein interessantes Experiment auch unter Fotos mit Lederkleidung zu posten, dass diese hoffentlich nicht echt ist. 
Ich habe übrigens ein Heidschnuckenfell in meiner Leseecke. Heidschnucken sind eine alte Schafrasse mit ganz langen Haaren. Das Fell ist echt und ich sehe da kein Problem. Ich denke, es ist wesentlich wichtiger, dass ein Tier ein schönes Leben hatte als das, was nach dem Tod mit dem Tier passiert. Die Heidschnucke hat fast ihr ganzes langes Leben in der Sennelandschaft mit viel Freiraum und Heide mit ihrer Herde und dem Schäfer gelebt. Dem Tier ging es gut, darum weiß ich nicht, warum ich ein schlechtes Gewissen haben sollte.
Mein nächstes Pelzobjekt wird übrigens eine Fuchsstola. Gerade für den Winter sehr weich und kuschelig. Der Fuchs dafür lebt in den Wäldern der Alpen, frisst haufenweise Hühner und scheint ganz glücklich gewesen zu sein.
 
Das Problem an Pelz – wie auch bei Leder - , welches tatsächlich relevant ist, ist doch eigentlich nicht, dass der Pelz verwendet wird. Das eigentliche Problem ist, dass häufig Tiere unter schrecklichen Bedingungen ihr ganzes Leben lang gehalten werden, nur um dann deren Fell oder eben Leder teuer zu verkaufen. Dies ist in jedem Fall zu verurteilen – egal ob Pelz oder Leder!
Aber wen interessiert das tatsächlich, wenn er sich einen Ledergürtel kauft und sich im nächsten Moment auf Facebook ganz entrüstet über Pelz äußert?! Diese Mitläufer Möchtegern Tierschützer kotzen mich an! Doppelmoral vom feinsten.
 
Es würde wirklich niemandem schaden, wenn man sich informiert, woher Fleisch, Milch, Käse, Leder, Pelz stammen und wie es den Tieren ging statt pauschal alles zu verteufeln.