Sonntag, 3. April 2016

Ich habe keinen Spaß als Bodyguard

Ich war gestern mit einer guten Freundin feiern in einer Diskothek. Normalerweise gehe ich ganz gerne alleine zum feiern und tanzen, einfach wenn mir danach ist. Ich freue mich dann zwar auch, denn ein oder anderen vielleicht zu sehen, aber mache vorher nichts aus. Das hat erhebliche Vorteile:
- Wer fährt muss nicht geregelt werden
- keine Absprechen wann man hin und wieder zurück fährt
- ich muss mit niemandem absprechen, wo ich mich gerade aufhalten will: an der Theke oder auf der Tanzfläche.
- Keiner, der mich nervt, ich solle doch einen mittrinken, wenn ich keinen Alkohol trinken möchte

Klingt vielleicht ein wenig egoistisch, aber aufgrund der Erfahrungen, wenn man mit mehreren fährt, sehr ich das so.
Ich weiß einfach, dass ein solcher Abend für mich dann nur Stress und Anstrengung ist und null Spaß, darauf kann ich verzichten.

Es gibt aber tatsächlich wenig Menschen, mit denen kann ich auch ausgemacht feiern gehen  will, man einfach viel Spaß zusammen hat. Keine großen Gruppen, sondern zu zweit oder vielleicht zu dritt.
Die Freundin gestern gehört dazu.
Egal wann und wo - wir zwei haben eigentlich immer Spaß!
Und genau dabei habe ich gestern einen weiteren Vorteil bemerkt, warum ich so gerne alleine feiern gehe: Ich muss auf niemanden aufpassen!
Wie ich schon mal in einem meiner letzten Artikel geschrieben habe, sind viele Frauen verängstigt und trauen sich nicht, einem Typ, der sie belästigt, auch mal die Meinung zu sagen.
Und wenn ich dann mit einer solchen Freundin unterwegs bin, aber ich oft das Gefühl (manchmal wird es auch indirekt eingefordert) ich muss die beschützen.
Wenn ein betrunkener Typ ihr zu nah kommt, bin ich es, die dem dann die Meinung sagen kann, weil sie nur verschüchtert ihren Standort wechseln will. Das ist anstrengend und nervig!

Gestern saßen wir dann auf einer Couch neben der Tanzfläche als ein betrunkener Mann erst mich und dann die mit der ausgestreckten Hand zum tanzen aufforderte. Wir hatten beide keine Lust und wissen in ab. Aber statt, dass er einfach ging viel er vor uns auf die Knie und versuchte es mit Hundeblick. Nachdem mein böser Blick seinen Hundeblick besiegt hatte, fing er dann immernoch kniend an, meine Freundin an den Beinen zu streicheln und zu betteln.
Ich fand die Szene recht lustig und hatte beim Ansehen meinen Spaß.
Aber genau das ging tatsächlich nur, da ich mir bei dieser Freundin eben sicher sein konnte, dass sie gut alleine klarkommt und ihm schon deutlich die Meinung sagen würde, wenn es ihr zu viel wird. Und da ist es mir aufgefallen, dass ich die meisten anderen Freundinnen in dem Moment schützen und den Kerl vertreiben würde müssen (nicht aus Gefühl, sondern  weil denen die Situation dann unangenehm ist, die aber trotzdem nichts unternehmen).

So weiß ich jetzt, warum ich lieber alleine oder nur mit wenig ausgewählten Menschen feiern gehe: Ich habe keine Lust in der Diskothek auch noch auf ein kleines Kind aufpassen zu müssen!