Samstag, 29. August 2015

Rassismus der Antirassisten

Natürlich ist Rassismus schlecht und dagegen zu sein gut. Aber auch in diesem Bereich gibt es leider einige Personen, die ein wenig über das Ziel hinausgehen.Häufig die Menschen, die sich selbst bewusst als Antirassisten bezeichnen,obwohl das eigentlich kein wichtiges persönliches Merkmal oder eine besondere Einstellung ist in der heutigen Zeit. Für mich ist es selbstverständlich, dass ich jedem Menschen zunächst gleich begegne (wenn ich die Person noch nicht kenne)  egal ob Deutscher,  Russe, Türke, Albaner...
Aber natürlich gibt es auch unter Ausländern Arschlöcher und wenn ich der Meinung bin, Mehmet ist ein Arschloch, dann kann das stimmen oder nicht, hat aber nichts mit Rassismus zu tun!

Manchmal kommt es mir so vor, dass für viele Antirassisten jeder Ausländer per se gut und jeder Deutsche (oder villeicht noch Mitteleuropäer) immer schlecht ist. Zumindest laut ihrer eigenen Aussagen. Aber ist nicht genau das auch Rassismus? Denn hier werden Menschen nach ihrer Herkunft in gut und böse eingeordnet. Genau das ist es,  was ich unter Rassismus verstehe.

Wenn ich über kulturelle Unterschiede rede, werde ich als Rassist abgestempelt. Natürlich ist es Quatsch, kulturelle Unterschiede zu verleugnen und so zu tun als seien alle Menschen gleich. Das ist erstmal noch keine Wertung, sondern nur eine Unterscheidung.
Beim Essen werden Unterschiede noch am ehesten akzeptiert. Das typische Essen in der Türkei oder in Russland ist eben anders als in Deutschland.
Aber sobald man zum Beispiel sagt, dass Portugiesen im Gegensatz zu Deutschen unpünktlich sind, ist das rassistisch.
Das Interessante hierbei ist, dass dies nur als rassistisch gesehen werden kann, weil die vermeintlichen Antirassisten ihre kulturellen Standards als gut und richtig betrachten und andere - wie im Beispiel die Unpünktlichkeit - als schlechter.
Sie sind nicht in der Lage zu erkennen, dass ihr eigener Standpunkt und ihre Sichtweise die von mir getätigte Aussage erst rassistisch wirken lässt.
Ich hingegen könnte auch der Meinung sein, dass man sich ein wenig von der Kultur der Portugiesen abschauen sollte, da die Menschen auf diese Art viel weniger gestresst sind, was sich dann positiv auf die Gesundheit auswirkt.

Unterschiede zu sehen und zu nennen ist nicht rassistisch, erst aus diesen Unterschieden eine Bewertung herzuleiten ist es.

Antirassisten wollen eine Welt, in der alle Menschen gleich sind und nicht nur gleichwertig. Dieses gleich soll sich dann aber selbstverständlich an ihren mitteleuropäischen Standards orientieren.Dies finde ich persönlich eine ziemlich traurige Zukunftsvision.
Ich mag Unterschiede, ich mag eine multikulturelle Welt! Ich mag Weihnachten, ich mag das Zuckerfest und manchmal ist mir die Entspanntheit der Portugiesen tatsächlich lieber als die deutsche Pünktlichkeit.

Und genau deshalb bin ich vorsichtig, wenn Menschen sich selbst als Antirassisten bezeichnen. Für diese bin ich mit meiner Einstellung nämlich ein Rassist.

Dienstag, 18. August 2015

Faschist

Du pöbelst 14jährige Mädchen an, weil sie die falsche Musik hören. 
Du zerkratzt Autos und wirfst Scheiben ein. 
Du schmeißt mit Steinen auf Menschen in Uniformen.
Du gefährdest Menschenleben, indem du Züge entgleisen lassen willst. 
Du prahlst stolz damit, andere Personen durch Androhung von Gewalt von einem Festival vertrieben zu haben. 
Du forderst junge Frauen auf ihr Oberteil auszuziehen, weil dir das Motiv nicht passt, ohne eine Ersatzkleidung zur Verfügung zu stellen. Die Dame hat nur die Wahl die "offene Diskussionsrunde" zu verlassen.
Du bist der Grund, dass Leute sich nur mit Polizeischutz zu Veranstaltungen trauen.
Du schreibst Morddrohungen, öffentlich im Netz, aber auch persönlich an Menschen, mit denen du ein Problem hast.
Du sabotierst Informationsveranstaltungen mit Gebrüll, Pfeifen und Chaos.
Du stellst Familien von Personen, die du nicht leiden kannst an den öffentlichen Pranger und sorgst dafür, dass kleine Kinder kaum noch ruhig schlafen können. 
Du beschmierst Gebäude, Autos und allerlei Gegenstände mit Parolen.
Du verprügelst mit deinen Freunden eine Einzelperson, weil diese das falsche Shirt trägt.

Du bist links, tolerant und weltoffen und ich der Nazi und Faschist...

Samstag, 15. August 2015

Große Brüste haben nicht nur Nachteile!

Kürzlich habe ich zufällig diesen Artikel auf Vice entdeckt, bei dem sich die Autorin über ihre großen Brüste bzw. die Probleme damit auslässt.
Ich find das Thema interessant, da ich ja auch selbst betroffen bin und ich finde, die Dame auf Vice sieht einiges viel zu negativ.  Große Brüste können auch toll sein! Ich zum Beispiel spiele gerne selber an meinen herum. Nein, Quatsch, trotzdem würde ich nicht sagen, ich laufe mit mehreren Kilo sexuell konnotiertem Fett am Brustkorb herum. (frei nach Vice). Das klingt irgendwie viel zu negativ!

Ich finde meine Brüste toll, sie machen Spaß beim Sex und ja, sie ermöglichen mir auch sonst so manches.
Sobald Männer große Brüste sehen, scheint das Gehirn bei den meisten in die Hose zu rutschen. Und ja bitte, warum soll man diese positiven Effekte dann nicht ausnutzen, wenn man schon sonst einige Nachteile durch seine Brüste hat? Passende BHs, geschweige denn einen Bikini, zu finden, ist zum Beispiel tatsächlich unglaublich schwer oder teuer.
Aber nun zum positiven Nutzen, ich möchte mal ein Beispiel von meinem Ausflug nach Venedig geben. Es war im Februar, es war Karneval in Venedig und ich hatte ein ultrakurzes Corsagekleid an, das meine großen Brüste besonders hervorhebt. Ein Kleid, das zu Karneval passt und kein Alltagsoutfit ist, aber beim Karneval in Venedig darf es schon mal etwas Besonderes sein. Ich habe einige nette Männer kennengelernt, Getränke, Essen und Bootfahren durch die Grachten von Venedig - alles umsonst.
Ich höre jetzt schon die Männer, die diesen Post lesen wie sie sich aufregen, dass sie ausgenutzt werden. Ihr armen Männer! Ich denke nicht, dass diejenigen es bereuen, falls doch, sollten sie das nächste mal vielleicht etwas mehr mit dem Kopf als mit dem Schwanz denken!
Schnappschuss aus dem Karneval in Venedig 

Natürlich sind mit großen Brüsten oft ungewollte Kommentare oder Komplimente von Männern verbunden. Meist sehe ich darüber hinweg oder gebe einen ähnlichen Spruch zurück. So kann aus einem "Wow, was für ein Vorbau!" (frei von mir aus dem italienischen übersetzt)  schon mal eine nette Unterhaltung und ein toller lustiger Nachmittag entstehen.
Damit möchte ich jetzt aber nicht die Männer ermutigen, alle Frauen mit großen Brüsten mit entsprechenden Kommentaren zu begegnen, manche fühlen sich dann eher belästigt als belustigt.

Nun zurück zum Thema: Das Problem mit der Kleidung. Natürlich sieht nicht alles obszön aus, sondern man muss einfach schauen, was einem steht uns was nicht. Zum Beispiel wirken meine Brüste in hochgeschlossenen engen Pullovern als hätte ich mir Melonen dahin gesteckt. Schrecklich! Aber Kleidung mit ein wenigmehr Ausschnitt, der nicht sonderlich mit irgendwelchen Rüschen oder so betont wird, sieht gut aus.  Gar nicht obszön. Es gibt auch genug Kleidung, die Frauen mit kleinen Brüsten nicht steht, beispielsweise etwas mehr Ausschnitt. Zu jeder Körperform passt eben etwas anderes.
Ein tatsächliche Problem gibt es eigentlich nur dort, wo die Größe der Brüste eine direkte Rolle spielt: BH und Bikini...
Jeder Mann, der der Meinung ist, das kann kein so großes Problem sein, versucht beim nächsten Mal in einem Bekleidungsgeschäft mal einen Bh in Größe 85F zu finden und am besten für unter 50 Euro. Dann wird mal klar, dass Frauen mit großen Brüsten hier echt ein Problem haben.
Ach und Sport Bh gibt es natürlich gute und passende und hier sehe ich das auch nicht ganz so negativ, da ich keine zehn brauche, sondern lediglich zwei. Da ist es auch nicht schlimm, wenn man eben mal zwischen 50 und 100 Euro ausgibt, damit alles beim Laufen da bleibt, wo es hingehört. Wenn die Autorin bei Vice allerdings nur 10 Euro Discount BHs tragen möchte, dann hat sie beim Sport natürlich ein Problem. Qualität hat ihren Preis wie überall. Pro Tipp von mir für alle Frauen mit großen Brüsten, die diesen Text lesen, kauft euch einen ordentlichen qualitativ hochwertigen Sport Bh statt unbequem zwei BHs übereinander anzuziehen!

Und jetzt können die Männer, die sich eben darüber aufgeregt haben, dass ich mal ein Getränk oder ein Essen umsonst annehme, mal überlegen, ob das wirklich so schlimm ist. Ich muss schon genug in die Bekleidung meiner großen Brüste investieren, da kann ich doch so wenigstens auch die Vorteile nutzen.

Und wenn mir jemand etwas ausgibt, so hat er dann noch lange kein Recht auf mehr als vielleicht eine nette Unterhaltung!

Sonntag, 2. August 2015

Nicht meckern! Selber machen!

Immer wieder begegnen mir in der Blogsphäre Post, in denen sich darüber aufgeregt wird, dass andere irgendwas nicht korrekt (natürlich dem eigenen Weltbild untergeordnet) machen.
Im Artikel auf dem Blog des Missy Magazin zum Beispiel wird sich daran gestört, dass zu viele Podien und Bühnen männerdominiert sind. Mit albernen Gifs werden Argumente der Organisatoren lächerlich gemacht, statt darauf einzugehen. Die Autorin geht also davon aus, dass es kein Problem ist viele Frauen zu allen möglichen Themen für Podien zu finden, die Expertise besitzen und auch bereit sind, sich einer Diskussion in dem Rahmen zu stellen. Die Autorin geht davon aus, dass es kein Problem ist haufenweise weibliche Musikerinnen für Festivals zu finden. Die Autorin geht davon aus, dass Organisatoren, die das nicht machen, bewusst diskriminieren.

Wenn das alles so einfach ist, warum wird dann nur gemeckert, statt einfach mal selbst was organisiert?!
Das wäre doch ziemlich interessant: Entweder wird man dann feststellen, dass diese "Ausreden" vielleicht doch nicht nur Ausreden sind oder (und das wäre aus Sicht der Autorin ja die wahrscheinlichere Möglichkeit) man kann den Organisatoren mal zeigen, dass es einfach geht und es sich tatsächlich um Ausreden für Diskriminierung von Frauen handelt. Wäre das nicht ein lohnendes Ziel für so viele, die sich über die mangelnde Repräsentanz von Frauen aufregen?

Aber vermutlich werdet ihr dann merken, die Ausreden sind keine Ausreden...
Ich habe vieles versucht (gemeinsam mit ein paar engagierten anderen jungen Frauen): wir haben einen Lady Slam, einen Poetry Slam mit ausschließlich weiblichen Künstlern,  veranstaltet. Bei einem gewöhnlichen Poetry Slam wäre lange nicht so viel Zeit für das finden der Künstler benötigt worden, die schließlich aus ganz Deutschland anreisten. Wir haben eine Party mit ausschließlich weiblichen DJs organisiert. Liebe Leute, die so gerne meckern,  versucht mal drei bis vier weibliche DJs zu finden, die auch qualitativ was draufhaben und Zeit an einem gesetzten Termin! Es wird sicher eine große Herausforderung.
Wir haben beim Unifestival die Newcommerbühne mit Bands mit ausschließlich weiblichen Mitgliedern besetzen wollen und mussten uns schließlich den Tatsachen geschlagen geben, dass wir es nicht geschafft haben...
Wir haben natürlich auch gute Bands gefunden, aber nicht genug. Und niemals kann man ein ganzes Festival so aufziehen, wenn die Qualität nicht leiden soll!

Aber wenn ihr alles besser könnt, dann macht es endlich besser!

Ein weiteres Beispiel für so einen Fall ist mir bei uns an der Uni begegnet, da ging es nicht um Geschlechter, sondern um verschiedene Studiengänge.
Jährlich findet eine Jobmesse mit knapp 100 Unternehmen statt, die sich in erster Linie an die technischen Absolventen von Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik richtet.  Während der Messe haben sich Kultur- und Geisteswissenschaftler darüber aufgeregt, dass niemand eine Messe für diese Bereiche organisiert und mal wieder nur Ingenieurstudenten bevorzugt werden.
Unsere Messe wurde übrigens in kompletter Eigenverantwortung von einer Hochschulgruppe aus dem Ingenieursbereich organisiert. Wir haben Unternehmen angefragt, haben organisiert, Workshops und Präsentationen vorbereitet etc.
Aber die Kultur- und Geisteswissenschaftler möchten, dass jemand ihnen das organisiert und so lange das nicht passiert wird eben gemeckert statt gehandelt. Auf meinen Einwand, es hält sie ja niemand davon ab auch eine Jobmesse zu organisiren kam schließlich, man habe keine Zeit und engagiere sich ja schon in anderen Bereichen so viel. Klarer Fall von selber schuld!

Jeder, der sich mal wieder darüber aufregt,  dass irgendeine Gruppe unterrepräsentiert ist oder sich ein Angebot nur an eine Gruppe richtet, sollte sich überlegen: Kann ich selbst was ändern?

Nicht meckern, sondern handeln!