Freitag, 19. Dezember 2014

Schnee ohne Kälte

Mit Kokain ist die Party doch gleich viel lustiger.  Lasst es schneien, feiert hart und habt Spaß!
Alkohol reicht längst nicht mehr, um richtig in Stimmung zu kommen.
Verdammt nochmal, warum muss das sein?!
Ich kann auch feiern und Spaß haben ohne Rauschmittel, egal ob legal oder illegal. Manchmal ist Kokain nämlich gar nicht lustig! Es ist nicht lustig, wenn man die Welt nur noch im Nebel wahrnimmt.  Es ist nicht lustig, wenn man morgens plötzlich vom SEK mit einer vorgehaltenen Waffe geweckt wird, weil diese denken mit der Durchsuchung der Wohn- und Geschäftsräume könnte ein Drogenring gesprengt werden.  Obwohl es dann natürlich doch wieder lustig ist, dass bei dem gesamten Aufwand nur ein paar Gramm Marihuana gefunden wurden.
Es ist nicht lustig,  mit einem Auto durch die Gegend zu fahren, um dessen Kofferraum zuvor 10kg Kokain gelegen haben. Man denkt, dass jeder beschissene Drogenhund das noch in Kilometer Entfernung riechen kann.
Es ist nicht lustig, Leute zu sehen, die nichts anderes mehr im Kopf haben als das, wie sie an den nächsten Stoff kommen.

Also bitte liebe Leute, hört auf,  es auf Parties schneien zu lassen.  Man kann auch so Spaß haben! Es ist manchmal verdammt lustig, die Welt klar und deutlich zu sehen!

Sonntag, 7. Dezember 2014

Komplimente

"Das ist der beste Blümchensex, denn ich je hatte! "

"Du bist wie mein bester schwuler Freund, nur dass du nicht schwul bist! "

Ja, ich glaube, ich habe das mit den Komplimenten einfach nicht so gut drauf. .
Dabei war das komplett lieb gemeint und sollte sogar so etwas wie Begeisterung ausdrücken. Liebe Männerwelt, ich werde mir in Zukunft meine Komplimente besser überlegen. Versprochen.

Samstag, 29. November 2014

1 Jahr Südtirol - mein Zuhause

Jetzt wohne ich bereits seid einem Jahr im wunderschönen Land der tausend Berge. Die Zeit ist unglaublich schnell vergangen und ich habe in diesem einen Jahr viel erlebt und viele tolle Menschen und echte Freunde kennengelernt.
Hier ist mein Zuhause und ich gehe nicht mehr zurück, denn mal ehrlich gegen 300 Tage Sonne im Jahr kommt NRW einfach nicht an!

Mit ein paar Fotos und Fotocollagen gibt's nun einen kurzen Überblick über mein Zuhause und mein Jahr in Südtirol :
Alpanflair - Festival in Natz 
10 Jahre Unantastbar - Jubiläumskonzert in Innsbruck 
Wandern in den Dolomiten 
Gardaland - Freizeitpark am Gardasee 
Ausflug an den Gardasee 
Videodreh von Frei.Wild 
Tagesausflug nach Verona 
Wunderschöne Kurstadt Meran 
Dirndlshopping 
Ausritt am Gardasee - herrliches Wetter noch im November 
Pragser Wildsee 
Kletterpark Sterzing 
Dorffest - schick in Tracht 
Canyoning 
Unterwegs auf der Plose bei Brixen 
Dorfkirche Niederdorf 
Konzert der tiroler Sängerin Hannah 
Natürlich freue ich mich auf viele weitere Jahre und tolle Erlebnisse giert!

Samstag, 22. November 2014

Was ist mit meiner Moral?!

Nimmt man einer Frau etwas weg, wenn man eine Affäre mit ihrem Mann anfängt?
Normalerweise habe ich da eigentlich so meine Prinzipien: wenn ich die Frau oder Freundin mag, läuft nichts. Allerdings gibt es da jetzt ein ganz besonders hartnäckiges Exemplar und ich muss auch zugeben, dass ich ihn nicht unattraktiv finde.
Ich habe gesagt, da läuft nichts, weil ich seine Frau mag.  Da kam er mit dem Argument, dass seine Frau ja schließlich nicht weniger von ihm hat, wenn was zwischen uns laufen würde und ich ihr dadurch auch nichts wegnehme. Natürlich kann man jetzt sagen, dass da einfach nur ein blöder Spruch war, um mich rumzukriegen, aber ich mache mir doch tatsächlich Gedanken, ob da nicht vielleicht etwas dran ist.
Wenn ich eine Beziehung hätte, dann fände ich so ein Verhalten, unter aller Sau! Aber natürlich nur in dem Fall, wenn ich davon wüsste. Solange man nichts weiß und die Beziehung sonst in Ordnung ist, gibt es ja eigentlich kein wirkliches Problem - das gibt es erst, wenn etwas rauskommt. Oder versuche ich mir gerade selbst etwas einzureden, da ich den Typen scharf finde?
Und der Kerl ist schon verdammt dreist: wenn wir beispielsweise mit mehreren Freunden in einer Bar sind,  streichelt er unter dem Tisch meinen Oberschenkel,  obwohl seine Frau genau gegenüber sitzt!
Momentan hadere ich mit der Entscheidung, was ich tun soll...  Klar wäre eine Affäre irgendwie moralisch nicht in Ordnung, aber vielleicht schadet sie auch niemandem...

Samstag, 25. Oktober 2014

Bin ich ein chauvinistischer Macho-Arsch?

Vielleicht, wenn es um sexuelle Belästigung geht.  Was ich alles gelesen habe, was heutzutage schon unter den Begriff fällt. Nach so mancher Definition bedeutet das tatsächlich, dass jede Frau tagtäglich sexuellen Belästigungen ausgesetzt ist, aber auch viele Männer.
Ja richtig gelesen, ich denke das viele Männer durch Frauen sexuell belästigt werden, aber vielleicht nehmen diese das nur anders war als so manch eine Frau. Fangen wir mal damit an, was alles unter sexuelle Belästigung fällt, oder fallen kann.  Dies ist jetzt keine Liste, was ich persönlich so empfinde, sondern viel mehr, was ich in letzter Zeit in dem Zusammenhang gelesen habe :

- Blicke, z.B. in das Dekolleté
- anzügliche Bemerkungen oder Bewegungen
- Komplimente über das Äußere
- das Aufhängen erotischer Kalender am Arbeitsplatz
- sich selbst in Gegenwart der anderen Person anfassen
- sich in Gegenwart der anderen Person nicht all zu bedeckt kleiden
- eine andere Person anfassen,  vorzugsweise der Klapps auf den Hintern oder Berührungen im Brustbereich

Völlig neutral betrachtet habe ich fast all dies schon erlebt - erlebe vieles täglich -, was dafür sprechen würde, das man als Frau tatsächlich in einer Art Rape Culture lebt. Etwas weiter gedacht, so habe ich fast all dies schon getan und das nicht nur einmal, gegenüber Männern, so wie Frauen, was dafür spricht, dass ich ein chauvinistischer Macho-Arsch bin.
Oder es zeigt vielleicht auch, dass gewisse Kleinigkeiten jetzt eigentlich nicht so schlimm sind und man sie Sache viel eher mit einem Augenzwinkern betrachten sollte. Gerade das Spielen mit gewissen Reizen und auch Klischees macht das Leben doch interessant.
Zwei Beispiele für sexuelle Belästigung,  die ich selbst mitbekommen habe,  mich würde mal die Beurteilung im Bezug darauf, ob das von anderen als sexuelle Belästigung empfunden wird  interessieren.

1. Zwei Autos mit jungen Menschen morgens um vier halten nach einer durchfeierten Nacht nebeneinander vor einer roten Ampel.  In einem der beiden Wagen eine Gruppe junger Männer, im anderen junge Frauen, die Gruppen haben sich vorher nicht gekannt. Dann schaut man sich an und noch in Partystimmung werden die Lippen in einem der Wagen zu Kussmündern geformt und kurz darauf folgt mit Handzeichen die Aufforderung,  doch das Fenster hinunter zu kurbeln, welcher nachgekommen wird.  "Hey sexy X, wo wollt ihr denn hin?  Wollt ihr nicht lieber mit zu uns,  da fällt uns bestimmt was besseres ein außer schlafen!" Dazu noch ein Augenzwinkern. Die Einladung wird natürlich abgelehnt und dann wird die Ampel grün und die Autos trennen sich.

2. An einer Bar stehen ein Mann und eine Frau in einiger Entfernung voneinander. Man sieht sich eine Zeit lang an, lächelt einander zu und flirtet mit den Augen.  Dann verlässt eine der beiden Personen die Bar, um zur Toilette zu gehen. Im vorbeigehen bekommt die andere Person einen Klapps auf den Hintern und ein verschmitzes Lächeln.

Sexuelle Belästigung oder nicht und wie hättet ihr vielleicht als Betroffener reagiert?

Und würden die Situationen unterschiedlich bewertet, je nachdem welches Geschlecht hier handelt?

Montag, 22. September 2014

Sexistische Stereotype

Geschichten, die das Leben schreibt...

Person sieht, dass ich einen Verband am Finger habe: "Was hast Du denn da gemacht?"

Miria: "Habe mir die Fingerkuppe abgesägt."

Person mit irritiertem Gesichtsausdruck: "Wie denn das?"

Miria: "Mit einer Kreissäge."

Person: "Was machst DU denn mit einer Kreissäge?"

Miria: "Kochen, tust Du das etwa nicht?"

Person: "Du willst mich wohl verarschen!"

Miria: "Wer blöde Fragen stellt, bekommt blöde Antworten! Was tut man wohl mit einer Kreissäge? Holz sägen vielleicht?"

Person: "Das war mir schon klar, aber warum machst du das?"

Miria: "Ich arbeite als Tischlerin. Da macht man sowas."

Person erstaunt: "Echt? Das ist ja cool. Da gibt's aber nicht viele Frauen..."

Ja richtig, so wenig Frauen, dass Person es anscheinend gar nicht glauben konnte, dass man auch als Frau eine Kreissäge nutzt.

Nebenbei bemerkt, der Vorfall ist zwei Monate her und meinem Finger geht's wieder besser! :)


Mittwoch, 17. September 2014

Biphobie - wer hat eigentlich Angst?


Eine Phobie ist eigentlich eine unrealistische übertriebene Angst vor etwas, deshalb mag ich die Bezeichnung nicht so gerne im Zusammenhang mit Homosexualität oder Bisexualität. Denn bei der Homophobie oder Biphobie geht es schlicht nicht um Angst, sondern um Diskriminierung und offene Feindlichkeit, aber ich verwende den Begriff, da er allgemein gebräuchlich ist.
Ich habe vor kurzem einen Artikel gelesen, der sich thematisch mit der Biphobie auseinander gesetzt hat.
Allerdings habe ich dort haufenweise Vorurteile und Diskriminierungen erfahren. Es wird sich unter anderem daran gestört, dass bisexuelle Menschen in queeren Räumen heterosexuell performen. Aber warum bitte nicht?! Wir bisexuellen Menschen sind wohl diejenigen, deren sexuelle Orientierung man eben nicht von außen erkennen kann. Wenn ich mit einem Mann rummache, werde ich heterosexuell gelesen, wenn ich mit einer Frau was habe hingegen homosexuell - es ist also gar nicht möglich bisexuell zu performen. Oder es ist besonders schwierig.
Warum muss man sich an der Sexualität/sexuellen Orientierung anderer Menschen stören, statt in bestimmten Räumen eben zu genießen, dass jeder die Möglichkeit hat, sich entsprechend auszuleben.
Als bisexueller Mensch hat man keine wirkliche Szene, keine Lobby und wird im Alltag quasi nicht wahrgenommen.
Ob nun bei Heteros oder Homos, überall gibt es Vorurteile und eine Abwehrhaltung. In der homosexuellen bzw. queeren Szene wird einem vorgehalten, man wolle nur ein bisschen Spaß, meine nichts Ernst und gehe am Ende sowieso zu einem Mann zurück. Bei einer solchen Abwehrhaltung, die einen entgegen schlägt, ist es nicht einfach, einer Frau klar zu machen, dass ich an ihr interessiert bin.
Aber auch von anderer Seite gibt es einige negative Bemerkungen, sobald bekannt ist, dass ich nicht nur auf Männer stehe: Der Mann wird nur als Tarnung für die Gesellschaft genutzt, eigentlich wolle man ja nur eine Frau.
Aber eins stimmt, in der heterosexuellen Welt habe ich es tatsächlich leichter - solange keiner Bescheid weiß. Und umso schwerer, wenn ich eine tolle Frau kennenlerne - weil keiner Bescheid weiß.
Seit nicht ganz einem Jahr lebe ich in Südtirol und hier weiß keiner Bescheid - noch nicht. Nicht weil ich das unbedingt verstecken muss, sondern weil sich das Thema werben nicht ergeben hat. Allerdings habe ich schon den Eindruck, dass die Menschen hier allgemein eher etwas homophob bzw. Biphob sind als in meiner alten Heimat in Deutschland. Ich wäre schon bei einigen Freunden recht neugierig, wie diese reagieren. Solange keiner Bescheid weiß, habe ich es einfacher und zugleich dennoch schwerer, wenn das Begehren oder gar die Liebe mal nicht einen Mann trifft.

In einem Diskussionsstrang kam auch die Frage, warum man als bisexuelle Frau Cismänner in seinem Leben braucht bzw. diese so viel Aufmerksamkeit bekommen. Die einfachste Antwort ist eigentlich: Warum nicht!?
Keiner entscheidet sich bewusst, in wen er sich verliebt. Und beinahe die Hälfte der Menschheit besteht aus eben jenen Männern, warum also sollte ich diese aus meinem Leben ausschließen? Warum sollte ich mir von vornherein verwehren, vielleicht sehr tolle Menschen mit interessanten Persönlichkeiten kennenlernen. Nur weil diese Menschen ein bestimmtes Geschlecht oder eine bestimmte Optik/Auftreten (Cis) haben?
Ich beurteile doch gerade niemand anhand solcher Dinge. Es ist mir weitestgehend egal, welches Geschlecht jemand hat, der Charakter, die Persönlichkeit zählt für mich! Daher werde ich auch weiterhin jeden tollen Menschen in mein Leben - und vielleicht auch in mein Bett - lassen!
Und all den Menschen, die sich selbst für so aufgeklärt, fortschrittlich und offen halten in ihren tollen homosexuellen und queeren Kreisen empfehle ich mal einem Blick über den Tellerrand - oder ein ausführliches Gespräch mit netten bisexuellen Personen, vor denen braucht man ganz bestimmt keine Angst haben!

Sonntag, 14. September 2014

Liebe zu mehreren


Kann man mehrere Menschen gleichzeitig lieben? Ist es vielleicht so, dass die Liebe zu einer Person nie ganz weggeht, wenn man sich nur aufgrund von Entfernung aus den Augen verliert und weniger miteinander zu tun?
Ich war vor kurzem in Deutschland und habe mich dort mit einer guten Freundin wieder getroffen, mit der ich seit meinem Umzug wenig zu tun hatte. Und vorher hatten wir uns auch eigentlich noch zerstritten.
Allerdings war ich lange Zeit verliebt in sie, aber es lief nie mehr als küssen und ich habe mich auch nicht getraut, das Thema anzusprechen, weil ich die Freundschaft nicht kaputt machen wollte, wenn es ihr vielleicht nicht so geht... Auch wäre eine Beziehung mit einer Frau in ihrem Kulturkreis als Kurdin und Yezidin  vermutlich nicht gerade willkommen. Aber ich schweife ab.
Auf jeden Fall war es so, dass ich beim Treffen wieder die gleichen Gefühle hatte wie damals, ich habe mich riesig gefreut, war total aufgeregt und nervös.
Und als sie mich dann berührt hat, mich in Arm genommen hat, waren sie wieder da die Gefühle, das Kribbeln im Bauch, die Liebe. Ich dachte, ich wäre drüber hinweg und dann das. Eigentlich war ich der festen Überzeugung, dass ich mich hier bereits in jemanden verliebt habe. Bin auch immernoch davon überzeugt, wenn ich ihn sehe, geht's mir ganz genauso wie bei ihr.
Kann ich also zwei oder vielleicht sogar mehrere Menschen gleichzeitig lieben? Liegt es daran, dass es quasi zwei Menschen in zwei unterschiedlichen Welten sind?
Meine Freundin zumindest möchte mich bald besuchen kommen und momentan gibt es nichts, auf das ich mich mehr freue als die Zeit nur mit ihr gemeinsam zu verbringen! Irgendwie ist das alles verwirrend!

Sonntag, 7. September 2014

Kopf voll...


Ich weiß nicht, ob das jetzt jemanden interessiert oder überhaupt alles, war ich schreibe von den Lesern nachvollzogen oder verstehen werden kann, aber ich muss gerade einfach mal meine Gedanken niederschreiben. Mein Kopf ist voll und dagegen muss ich jetzt hier was tun!
Ein sehr gute Freund von mir ist gerade dabei wieder auf eine Frau hereinzufallen, die ihn nur benutzen und finanziell ausnehmen will. Aber ich sehe genau, wie sie es schafft, ihn wieder um den Finger zu wickeln... Ich mache mir da echt Sorgen. Denn was ich gehört habe, so ist sie unter falschen Behauptungen gegangen, was statt wie gesagt auf Kur wieder bei ihrem ex und hat sich solange sie hier war nur von besagtem Freund aushalten lassen... Ich bin nicht die einzige, die sich Sorgen macht, dass er erneut auf sie hereinfällt, sondern auch andere Freunde. Und er ist außerdem dabei, es such hier mit vielen zu versauen - wegen ihr. Das macht mich traurig, aber ich weiß auch nicht, was ich machen kann, um ihm dir Augen zu öffnen.
Und dann ist noch der Freund, mit dem ich eigentlich immer alles berede und der sonst immer für mich da ist, zurzeit sauer auf mich. Ich habe bei ihm Unsinn auf die Facebook Pinnwand geschrieben, als er sich nicht ausgeloggt hatte. Dabei nicht darüber nachgedacht, dass er gewissermaßen eine kleine Berühmtheit ist und es bei Facebook für ihn auch um Image und sowas geht. Und anscheinend haben auch tausend Leute irgendwelche Screenshots davon gemacht.

So kurz zum Abschied nochmal was tolles: letztes Wochenende haben wir das Video zu einem neuen Song von Frei.Wild gedreht und das verspricht großartig zu werden! :)

Samstag, 26. Juli 2014

Wir sind Weltmeister!


Ja, ich bin etwas spät dran, möchte aber doch noch etwas dazu sagten. Das finale  Fußballspiel habe ich tatsächlich auch gesehen. Gemeinsam mit Freunden in der Kneipe eines guten Kumpels in Brixen. Zuvor hatte ich nur wenig Aufmerksamkeit der WM geschenkt, da ich selbst gar keinen Fernseher habe. Aber wenn wir deutschen im Finale stehen, darf man das ja nicht verpassen!

Was ich persönlich interessant finde bezüglich des Fanverhaltens: Südtirol scheint beim Fußball tatsächlich zweigeteilt, viele Südtiroler stehen zu der deutschen Fußballmannschaft, aber auch wiederum viele zu den Italienern. Als ich beispielsweise am Montag auf Arbeit fröhlich zu meinem Arbeitskollegen sagte: "Ich bin Weltmeister!" antwortete dieser mit. "Scheiß Piefke!", ich grinste nur. Wusste ich doch zu gut, dass er bei der WM den Italienern die Daumen gedrückt hatte.
Dank des deutschen Sieges, habe ich in der Nacht nur 1,5 Stunden geschlafen. Sowas muss schließlich gefeiert werden - und das haben wir: Mit bestimmt über 100 mit deutschen Flaggen geschmückten Wagen und lautem Hupen ging es im Autokorso durch ganz Brixen. Auf dem Domplatz kam es schließlich nochmal zu einem kleinem Stopp bei dem man laute Gesänge wie "Oh wie ist das schön..." anstimmte.
Ich war ehrlich erstaunt wie viele Fans der deutschen Mannschaft es doch in Südtirol gibt.

Aber da kam mir die Überlegung wie passt denn das zu dem Thema, dass die Fahne in Zusammenhang mit der WM ein Ausdruck von Nationalismus sei? Hier waren hunderte oder tausende Menschen, die die deutsche Fussballnationalmannschaft unterstützen mit italienischer Staatsbürgerschaft in Italien. Wie passt das Argument mit dem Zufall der Geburt und den willkürlichen Grenzen der Nationen? Südtirol hat eine Deutsche Kultur mit italienischem Einfluss. Die Sprache der Südtiroler ist deutsch. Es ist also kein Wunder, dass viele Südtiroler sich irgendwie auch mit Deutschland oder Österreich verbunden fühlen. Und das ganz ohne irgendwelche Grenzen verändern zu wollen (gilt leider nicht für alle). Gerade im Fußball zeigt sich das nicht nur zur WM es gibt hier beispielsweise relativ große Fanclubs vom FC  Bayern oder von Borussia Dortmund und das obwohl Dortmund fast 900km entfernt ist.
Also eigentlich war die Feier des WM Siegs eine große Feier für die Mannschaft, die man mag und das egal, ob man nun deutscher Staatsbürger ist oder nicht...

Leider hat der Vizebürgermeister von Brixen nun Strafen angekündigt für alle, die mit dem Auto auf dem Domplatz waren. Ich bin gespannt, mein Auto fährt momentan nicht, aber drei Freunde wären betroffen.
Leider entwickelt sich das in den Medien wieder zu einem Gegeneinander von Südtiroler gegen Italiener. Schnell wurden Stimmen laut, dass dies nur bei den Fans der deutschen Mannschaft so sei und die Italiener im Jahr 2006 eigentlich viel schlimmer waren. Vor allem wären bei denjenigen viele italienische Faschisten, die rassistische Äußerungen gegenüber Südtirolern gemacht hätten, was nicht geahndet wurde. Um dies zu verstehen, sollte man den Hintergrund wissen, dass Brixens Vizebürgermeister der italienischen Volksgruppe angehört. Und ganz ehrlich, wegen ein paar Faschisten sollte man nicht die ganzen italienischen Fans verteufeln, die friedlich gefeiert haben. Genauso wie auch unter den deutschen Fans dieses Jahr eine Gruppe Neonazis waren. Diese meinten schließlich "Deutschland über alles..." anstimmen zu müssen. Und obwohl ich das Lied und die ursprüngliche Intention von Hoffmann von Fallersleben mag, war mir doch etwas mulmig, da ich genau wusste, mit welcher Intention besagte Personen dies sangen.
Aber eigentlich soll es hier ja um die WM und die fröhliche Feier gehen. Also wir hatten eine großartige Party bis spät in die Nacht und ich freue mich schon auf die EM in zwei Jahren!

Sonntag, 6. Juli 2014

Warum Feminismus


Bei Geschlechterallerlei habe ich einen Post zu dem Thema geschrieben, dass es nicht den einen Feminismus gibt und man sich Ansichten und Positionen differenziert ansehen soll. Daraufhin ist eine interessante Diskussion entstanden, die unter anderem einige Nachfragen nach meinen Gründen für die Bezeichnung als Feministin enthielt. In einem vergangenen Artikel habe ich schon mal deutlich gemacht, welche Ansichten und Einstellungen ich im Groben vertrete: Mein Feminismus.

Hier möchte ich nun erzählen, welche Basis mein Feminismus hat.
Ich versuche dabei möglichst auf die Fragen, die in den Kommentaren gestellt wurden, einzugehen.

Stephan FleischHauer:
"Hat dein Feminismus eine theoretische Basis - z.B. historisch oder soziologisch - in der Richtung, dass Frauen gegenüber Männern benachteiligt sind? Oder jedenfalls überwiegend benachteiligt sind?"

Für die Beantwortung der Frage ist es meiner Meinung nach wichtig, zunächst genau zu definieren, was benachteiligt bedeutet und inwiefern es sich z.B auch von dem oft verwendeten "unterdrückt" unterscheidet.
Unterdrückung setzt eine aktive Handlung einer oder mehrerer Personen voraus, die unterdrücken. Eine Benachteiligung hingegen kann auch äußeren Umständen geschuldet sein, auf die derjenige, der nicht benachteiligt ist keinen Einfluss hat.
Natürlich sind Frauen Männern gegenüber benachteiligt, allerdings bereits von der Natur: Frauen können schwanger werden und eine schwangere Frau ist besonders schwach und dadurch gewissen  Risiken ausgesetzt. Diese Gefahr besteht bei Männern einfach nicht! Es handelt auch dabei aber um einen Umstand, der nicht zu ändern ist und zu dem Männer nicht aktiv beigetragen haben (abgesehen natürlich von der Zeugung selbst).
Historisch gesehen liegen viele vergangene Frauen benachteiligende Gesetze genau in diesem Umstand begründet: die Frau hat eine besondere Verantwortung für das Kind und muss besonders geschützt werden.

Historisch gesehen finde ich gerade die Erfolge, die für die Rechte der Frauen im Zuge der Aufklärung erreicht wurden wichtig. Eine große Vordenkerin war hier beispielsweise Olympe de Gouges, die viele politisch feministische (auch wenn es damals noch nicht so genannt wurde) Thesen in ihren literarischen Werken verarbeitete.
Später kämpfte sie für die Rechte der Frau indem sie Forderungen und Kritik am aktuellen Geschehen auf Flugblättern o.ä. veröffentlichte.

Und obwohl neben Olympe de Gouges auch andere Frauen schon im 18. Jahrhundert dafür eintraten, dass Frauen die gleichen Rechte wie Männer bekamen - es ging dabei um so grundlegende Dinge wie Wahlrecht, das Recht auf Bildung oder das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung - gab es mit und nach  den zwei großen Weltkriegen wieder einen Rückschritt: Frauen sollten auch wieder mehr auf das häusliche und die Familie konzentrieren. Genau dagegen rebellierte schließlich die nächste Welle des Feminismus, der später auch beispielsweise Alice Schwarzer angehörte. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden abermals wichtige Forderungen durchgesetzt. Das Problem ist, dass jetzt viele nicht erkennen, dass sie dabei sind, die Waage in die andere Richtung zu kippen.

Aber es gibt keine Garantie, dass es nicht wieder einen erneuten Rückschritt gibt. Dass nicht viele Errungenschaften oder Rechte beschränkt werden. Momentan sehe ich diese Gefahr beispielsweise beim Thema der sexuellen Selbstbestimmung. Und diese Gefahr geht nicht nur von irgendwelchen Männerbünden oder konservativen Kräften aus, sondern unter anderem leider auch von denjenigen, die sich fälschlicherweise als Feministinnen bezeichnen.

Aber Feminismus ist viel grundlegender:
Feminismus ist eine Bewegung, die für Gleichberechtigung, Menschenwürde, die Selbstbestimmung der Frauen sowie das Ende aller Formen von Sexismus eintritt.

Damit möchte ich auch die folgende Frage beantworten:

"Welche typisch feministischen Forderungen würdest Du unterstützen?"

Meine oberste Priorität ist die Selbstbestimmung der Frauen! Alles, was in die Richtung geht, finde ich unterstützenswert. Ebenso die Forderung nach Gleichberechtigung (nicht Gleichstellung!).
Und auch maskulistische Anliegen, die hier hinein passen kann ich selbstverständlich unterstützen.
Natürlich ergibt sich dann noch folgende Fragestellung

"Warum denn der Fokus auf Frauenanliegen? Weil Du eine Frau bist? Weil Du meinst, hier besser urteilen zu können?"

Ja, genau deshalb. Es geht um Themen, die mich als Frau unmittelbar betreffen. Ich weiß, wie ich mich als Frau fühle und was ich mir für mein Leben wünsche! Dennoch ist mir klar, dass nicht alle Frauen das Gleiche wollen wie ich z.B was Familie und Beruf angeht. Deshalb ist die wichtigste Forderung eben die nach Selbstbestimmung.
Aber warum sollte ich für Männerrechte mehr Kraft und Energie aufwenden? Das ist nicht mein Kampf, sondern euer, ich kann natürlich dabei sein und sagen, dass ich gewisse Forderungen unterstütze, aber es bleibt euer Thema. Zusammenarbeit, um gewisse Dinge durchzusetzen beurteile ich immer positiv. Wie ich auch bereits in meinem Artikel Über den Feminismus geschrieben habe.

Donnerstag, 3. Juli 2014

Paranoide VollidiotInnen!


Irgendwie bin ich vor kurzem auf dieses Projekt gestoßen: Eine Telefonnummer wurde eingerichtet, die bei Anrufen oder SMS Nachrichten als Antwort Zitate von Feministinnen schickt.
Hätte ich ja ganz toll und interessant gefunden, wenn der Zweck dahinter nicht wäre, Männer zu verarschen!

Es geht darum, dass man Männern, die einen um die eigene Telefonnummer bitten, um in Kontakt zu bleiben, eben jene Nummer gibt.
Begründet wird diese Initiative wie folgt:


"Manchmal ist es sicherer, eine falsche Telefonnummer anzugeben, als eine persönliche Abfuhr zu erteilen.
Abweisung oder ausweichendem Verhalten wird leider oft mit Aggression und Gewalt entgegen gegangen.
Viele Frauen* werden immer noch dafür beleidigt und angegriffen, wenn sie aggressives Flirtverhalten nicht erwidern und erwidern wollen."

Das kann doch nicht deren Ernst sein! Statt dazu zu stehen, dass man eben kein Interesse an einem weiteren Kontakt hat, wird Interesse geheuchelt und der Gegenüber verarscht. Nichts anderes ist es doch, wenn ich eine falsche Nummer weitergebe, es zeugt von Interesse.
Vermutlich lachen sich die Tussis, die diese Nummer angeben dann noch mit ihren Freundinnen darüber kaputt darüber, was der jetzt wohl für Sprüche bekommt.
Vielleicht macht es gerade mich so wütend, da Ehrlichkeit für mich einen großen Wert hat. Vielleicht ist es besagten Männern tatsächlich egal. Aber wenn hier - auch mich im Namen des Feminismus - zur Unehrlichkeit aufgerufen wird, muss ich einfach was dagegen sagen.

Und jetzt mal ehrlich, einfach keine Nummer zu geben ist bestimmt nicht im entferntesten so gefährlich wie von diesen paranoiden VollidiotInnen (großes I nicht wegen beider Geschlechter, sondern wegen großer Blödheit!) behauptet. Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen.
Meine Methoden, wenn es um die Nummer geht:

1) Der Fall, der wohl am ehesten eine Abfuhr bekommt: Wenn man tatsächlich ohne Unterhaltung oder kennenlernen um seine Nummer gefragt wird, am besten noch mit einem blöden Spruch.
Da gibt's von mir bestimmt keine Nummer, aber auch keine falsche! Sondern je nach Laune und Art der Frage ein "Träum weiter!" oder "Fick dich!" und die Sache ist erledigt.


2) Habe mich mit jemandem unterhalten, den ich aber nicht unbedingt wiedersehen möchte. Wenn er nun nach meiner Nummer fragt,, sage ich genau das ehrlich und direkt. Vielleicht noch, dass es mir leid tut, wenn das auf ihn anders gewirkt hat. Und erstaunlicherweise wurde ich noch nie deshalb irgendwie angegriffen.

3) Jemand fragt nach meiner Nummer, ich bin mir in dem Moment aber nicht sicher, ob ich entsprechende Person wiedersehen will. Ich gebe meine Nummer nicht weiter, aber lasse mir seine geben und sage, dass ich mich vielleicht melde.

4) Man hat sich gut unterhalten und möchte sich wiedersehen. Einer gibt die Nummer, der andere ruft sofort an, damit der erste auch die Nummer hat. Diese Methode verhindert auch falsche Nummern. Würde ich auch jedem Mann, der ernsthaftes Interesse hat empfehlen. Dann fliegt die Verarsche nämlich sofort auf!

Weitere Informationen:

Hier die Seite der deutschen Initiatorinnen

Bericht im Spiegel zu dem Thema


Mittwoch, 18. Juni 2014

Betrüger


Was geht bei Männern im Kopf vor, die ihre Partnerin betrügen? Also ich meine jetzt nicht mal einen einzigen Fehltritt vielleicht im besoffenen Kopf. Ich gehe sogar davon aus, dass das evtl. jedem mal passieren kann, besonders wenn es in der Beziehung gerade nicht gut läuft.
Ich aber rede von denjenigen, die jahre- oder jahrzehntelang ihre Partnerin bewusst hintergehen mit verschiedenen Geliebten und Affären. Ich kann das einfach nicht verstehen. Ich habe mich vor kurzem mit so einem Mann unterhalten, der seit fast zwanzig Jahren seine Frau hintergeht. Für ihn ist das in Ordnung und er ist der Meinung, dass es seiner Frau nichts ausmacht, solange sie nichts weiß. Schließlich hat besagte Frau ja nicht weniger von ihm.
Oder ein guter Freund von mir hat vor ein paar Tagen seiner Freundin einen Heiratsantrag gemacht und das obwohl er sie betrogen hat uns genau weiß, dass er sie weiterhin betrügen wird.
Er hat selbst erlebt, wie verletzend das sein kann, da seine Ex damals mit einem Freund von ihm ins Bett gegangen ist. Er war damals total fertig, scheint sich aber jetzt nichts dabei zu denken. Er scheint wohl nicht zu begreifen, dass er seiner Freundin viel Schlimmeres antut. Sollte sie irgendwann rausfinden, was er treibt, wird für sie doch alles zusammenbrechen. Ich habe kurz überlegt, ihr etwas zu sagen, aber andererseits ist das deren Problem und ich möchte meinem Freund da ja auch nichts kaputt machen. Irgendwie scheinen diese Männer ihre Freundinnen oder Frauen ja zu lieben.
Laut eigener Aussage fehlt einfach was im Bett oder die Freundin möchte halt nicht so oft wie er. Aber wäre das nicht viel mehr ein Grund, das Gespräch zu suchen statt einer Affäre?!
Gerade bei unterschiedlichen sexuellen Bedürfnissen bleibt auch immernoch die Möglichkeit einer offenen Beziehung. Es soll durchaus Menschen geben, die damit sehr glücklich leben können. Und dann würden all die Lügen und Heimlichkeiten wegfallen.
Ich hoffe nur, dass der Partner, den ich mal haben werde, immer ehrlich zu mir ist und mir so etwas nicht antut!
Falls hier irgendwer mitliest, der häufiger seine Partnerin betrügt/betrogen hat: Warum redest Du nicht mit ihr?
Und vermutlich gibt es auch Frauen, die ähnliches treiben, ich rede hier nur von Männern, da mir da eben Beispiele bekannt sind.

Sonntag, 8. Juni 2014

Angstfrei

Ich habe schon häufiger - gestern erst wieder - gehört, ich sei mutig. Aber das sehe ich anders: Ich bin nicht mutig, ich habe nur keine Angst. Also ich weiß noch wie sich Angst anfühlt, aber das ist schon etwas länger her. Mit Angst meine ich jetzt auch nicht irgendeine aufsteigende Nervosität vor wichtigen Gesprächen, sondern wirkliche Ängste. Wie beispielsweise die Angst davor, Opfer eines Gewaltverbrechens zu werden oder die Angst vor Tod und Krankheit, Verletzungen.
Mut ist nach meinen Verständnis nun das Überwinden dieser Ängste, wie Nachts alleine im Park umhergehen, obwohl man Angst hat, überfallen zu werden. Ich hingegen bin oft mal nachts alleine unterwegs, aber habe keine Angst vor irgendetwas, daher denke ich auch nicht, dass das in dem Moment Mut ist. Allerdings sieht es wohl für Außenstehende so aus.
Ich weiß auch nicht, woher das kommt, dass ich keine Angst habe und ob das immer so gut ist bezweifle ich auch. Denn Angst erfüllt ja den Zweck uns zu schützen, quasi zu warnen vor bestimmten Situationen. Und diese Warnungen fehlen mir momentan. Allerdings geht es mir so sehr gut, ich empfinde völlige Freiheit, Dinge zu tun. Und passiert ist mir seit ich keine Angst habe jetzt auch nicht mehr als vorher. Vielleicht habe ich einfach Glück oder aber die Welt ist gar nicht so schrecklich gefährlich wie sie für viele andere erscheint.

Samstag, 31. Mai 2014

Die verdamme Liebe


Es ist als wäre die vergangene Nacht weit weg. Aber noch heute Morgen saßen wir zusammen am Frühstükstisch und ich habe lecker Semmeln mit Spiegelei genossen. Eigentlich dachte ich immer, ich mag kein Spiegelei, aber wenn er Spiegelei macht ist das einfach unglaublich lecker. Ich liebe sein Spiegelei. Und ich liebe ihn.
Vielleicht war es genau deshalb ein Fehler, bei ihm zu übernachten. Aber ich kann mir einfach keinen schöneren Ort zum schlafen vorstellen als in seinem
Bett, in seinen Armen. Trotzdem ist es jetzt, obwohl letzte Nacht, gefühlt weit weg als wäre es letztes Jahr gewesen. Irgendwie macht mich die Situation wieder traurig, weil ich weiß, da wird nie mehr sein. Er liebt mich nicht.
Klar denkt man als Außenstehender jetzt vermutlich, dass es dumm war bei ihm zu schlafen, dass ich mich damit selbst quäle und vielleicht trifft das sogar zu, aber ich kann nicht anders. Und wahrscheinlich würde ich das wieder machen, wahrscheinlich werde ich das wieder machen. Lieber diese paar schönen Tage oder Nächte, als sich aus dem Weg zu gehen. Lieber Stunden genießen als versuchen zu vergessen.
Nur mit der Liebe, da muss ich klar kommen. Das ist eben mein Problem. Normalerweise sage ich immer, man soll die Hoffnung nicht aufgeben, aber in diesem Fall wäre es wohl besser.
Wenn die Liebe verschwindet, wäre ich jetzt vermutlich nicht so traurig und wir könnten einfach normale Freunde sein. Am liebsten würde ich auch heute wieder bei im schlafen, aber jetzt sitze ich am Bahnhof und warte auf den Zug nach Hause.

Mittwoch, 28. Mai 2014

Diskriminierung auf dem Fußballplatz




Dieser Artikel erschien vor kurzem in einer regionalen Tageszeitung. Ein Schiedsrichter hat den Spielern rote Karten gegeben, weil sie nicht mit ihm italienisch sprechen wollten. Damit hat er im Sport seine "Macht" genutzt und das Spiel aus diskriminierenden Gründen falsch entschieden. Da es sich dabei nicht um ein wichtiges Spiel einer hohen Kategorie gehandelt hat, ist er vermutlich davon ausgegangen, dass man nicht so genau hinsieht.
Ein italienischer Schiedsrichter, der ein Spiel in Südtirol pfeift, sollte auf jeden Fall in der Lage sein, die deutsche Sprache zu sprechen! Vermutlich konnte er das auch, wollte allerdings die deutschsprachigen Spieler bewusst diskriminieren.
Obwohl Italiener und Südtiroler heute friedlich miteinander leben, gibt es leider immernoch solche rassistischen Vorfälle.

Schade finde ich mitunter auch die Diskussionen, die zu dem Thema auf Facebook entstanden sind. Dort hat jemand den Artikel online gestellt und bereits nach kurzer Zeit gab es einige Kommentare. Leider waren haufenweise Leute darunter, die die Meinung vertraten: "Wer in Italien ist, muss italienisch sprechen". Ich glaube, dass diese Leute gar nicht über die spezielle Situation in Südtirol Bescheid wissen. Dass diese Leute keine Ahnung haben, dass man hier genauso deutsch wie italienisch spricht.
Viele Südtiroler können kaum italienisch, obwohl das in der Schule gelernt wurde. Aber mal ehrlich, wie viele Deutsche können tatsächlich noch gut englisch, wenn sie es nie nach der Schulzeit anwenden.

Donnerstag, 1. Mai 2014

Pille danach


Ich habe immer die Meinung vertreten, dass man den Zugang zur Pille danach nicht zu einfach machen sollte.
Jetzt habe ich am Wochenende Blödsinn gemacht und brauchte am Sonntag die Pille danach. Ich also zum Krankenhaus, um mir ein Rezept zu besorgen. Schon am Empfang wurde ich sehr freundlich begrüßt. Die Krankenschwester konnte sich noch genau an mich erinnern, als ich letztes mal wegen Alkoholvergiftung dort war, war sie dabei als ich eingeliefert wurde... Die muss jetzt auch einen ganz tollen Eindruck von mir haben :D
Als ich dann zum Arzt rein bin und gesagt habe, ich brauche die Pille danach, war die einzige Frage, die er mir gestellt hat, wie lange der Sex her gewesen ist, wegen der verminderten Wirkung nach einiger Zeit. Dann ab zur Apotheke und das war's.
Also nach eigener Erfahrung kann ich jetzt sagen, dass es - hier zumindest - verdammt einfach ist, an die Pille danach zu kommen. Bei einer solchen Vorgehensweise könnte man sich allerdings tatsächlich die Rezeptpflicht sparen, da sie keinen Sinn ergibt. Die Frage danach wie lang der Sex her ist bzw. die Aufklärung über die Wirkung könnte auch genauso gut in der Apotheke gemacht werden.
Dennoch denke ich tatsächlich, dass es eigentlich nicht so sein sollte. Ich glaube, dass es durchaus Frauen gibt, die vielleicht tatsächlich einfach mal auf Verhütung verzichten, da gerade kein Kondom zur Hand ist und es gibt ja die Pille danach. Ich hatte diese Einstellung nie, es war einfach ein Missgeschick. Ich bin auch der Meinung, dass vermutlich ein Großteil der Frauen auch ohne Rezeptpflicht verantwortungsvoll mit der Pille danach umgehen würde.
Und diese Methode ist schließlich um einiges besser als Abtreibung.
Was die Wirkung angeht, so hoffe ich jetzt. Lustige Nebenwirkungen waren zumindest da: starke Unterleibschmerzen und Schüttelfrost. Dann bete ich mal, dass das Ding auch eine Wirkung hat.
Ich möchte nämlich im Moment definitiv kein Kind und ganz sicher nicht von einem Freund, den ich nicht liebe.

Sonntag, 20. April 2014

Liebeskummer lohnt sich nicht!


Es hat mich erwischtund es ist scheiße! Ich habe Liebeskummer.
Erste Strategie gegen Liebeskummer: 2 Tage lang mit heißer Schokolade unter der Decke verkriechen, heulen und Filme schauen, bei denen Liebe nicht einer der Hauptbestandteile ist. Gar nicht so einfach, da passende Filme zu finden, fast überall spielt die Liebe eine große Rolle. Ein toller Liebeskummerbewältigungsfilm ist allerdings "American Gangster", nebenbei auch einer meiner Lieblingsfilme.
Nach zwei Tagen dachte ich, es geht jetzt wieder, ich kann wieder normal ausgehen. Wollte mich ablenken, neue Leute kennenlernen, die Liebe vergessen! Leider klappt das nicht so einfach weite ich gehofft hatte. Überall dort war ich ja auch mit ihm und immer wieder treibt mir die Erinnerung die Tränen in die Augen.
Habe Ablenkung und Vergessen gesucht mit Alkohol, mit anderen Menschen... Sex, Sessions, alles half nur für den Moment. Danach habe ich mich meist genauso traurig und leer gefühlt wie zuvor.

Aber ihm kann ich deswegen ja nichtmal böse sein. Ich glaube sogar, es hat selten jemand eine Abfuhr noch in so nette Worte verpackt: "Hallo Barbiegirl! Wollte dürr nur sagen, dass es mir leider nicht so geht. :( Freunde bleiben wir trotzdem und don't worry be happy :)"
Ich hatte zuvor geschrieben, dass ich mich verliebt habe, aber auch dass es mir wichtig ist, ihn als Freund zu behalten, sollte er nicht ähnliche Gefühle haben. Man kann sich ja leider nicht aussuchen, wann und in wenn man sich verliebt.
Ich wollte mich auch eigentlich nicht verlieben, ich will dieses ganze Gefühlszeug eigentlich momentan nicht, aber kann es leider nicht aussuchen.
Ich hoffe das geht wie jede Krankheit vorbei. Hat vielleicht irgendwer noch hilfreiche Liebeskummerbewältigungstips?

Samstag, 12. April 2014

Nur Freundschaft - zwischen Mann und Frau


Ich habe manchmal den Eindruck, so manch einer hält es für unmöglich, dass zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts einfach so gut miteinander befreundet sind. Meist wird davon ausgegangen, dass sich bei einem der beiden mehr entwickeln wird. Ausnahme davon natürlich, wenn einer der beiden homosexuell ist. Wer kennt schließlich nicht das Klischee vom besten schwulen Freund, mit dem man all die Dinge machen kann, auf die Männer normalerweise keine Lust haben wie z.B. shppen gehen oder über andere lästern...
Ich möchte hier kurz von mir und meinen Erfahrungen mit dem Thema erzählen. Und mich selbst interessiert dabei brennend, wie das bei hetero- oder homosexuellen Menschen ist! Ob die das Gegenüber vielleicht anders wahrnehmen, einordnen, kategorisieren?
Zunächst habe ich als bisexueller Mensch die größere Auswahl an potentiellen Partnern, da nicht die Hälfte der Menschheit von vornherein rausfällt. Andererseits gibt es genug Menschen, die ich einfach von Charakter her mag und nie als mögliche Beziehungs- oder Sexualpartner wahrgenommen habe. Natürlich weiß ich auch, ob die Person Mann oder Frau ist, aber das ist mir bei Freunden völlig egal. Aufgefallen ist mir diese andere Wahrnehmung erst als ein guter Freund plötzlich eine Freundin hatte. Komischerweise habe ich da zum ersten Mal bemerkt, dass er ja auch ein Mann ist und nicht nur Person xy. Ist vermutlich schwer zu erklären, wie ich das meine...
Auch habe ich einen sehr tollen Freund, zu dem ich letztens sogar gesagt habe: "Du bist wie mein bester schwuler Freund, nur dass Du nicht schwul bist!" Er hat das glücklicherweise genau so verstanden wie es gemeint war und fand's lustig. Mit ihm kann ich über alle meine Männergeschichten und sonstige Probleme reden, aber ich würde nie auf die Idee kommen irgendwas mit ihm anzufangen.
Dass man auch in gute Freunde verliebt, kann natürlich passieren, muss aber nicht. Und ja, das ist mir auch schon passiert und wir haben uns sogar geküsst. Kurze Zeit später allerdings haben wir uns zerstritten und seitdem nichts mehr miteinander zu tun. Immernoch wenn mir zufällig ein Foto von ihr oder uns zusammen in die Hände fällt, vermisse ich sie. Aber vielleicht ist es so besser - vermutlich wäre aus und sowieso nichts geworden...
Ob bei mir Freundschaft einfach nur Freundschaft ist oder einer sich verliebt, hat bei mir nichts mit dem Geschlecht zu tun, sondern mit der Persönlichkeit, dem Charakter.
Aber ich weiß nicht wie das bei Heteros ist. Vielleicht nimmt man da das andere Geschlecht wirklich irgendwie anders wahr als das eigene. Gerade Männern wird ja gerne unterstellt, dass sie an Frauen häufig sexuelles Interesse haben.
Vielleicht daher der Mythos, dass Männer und Frauen nicht einfach nur gute Freunde sein können.

P.s. Das Thema "Freundschaft Plus" ist meiner Meinung nach nochmal eine andere Geschichte und würde hier den Rahmen sprengen.

Mittwoch, 19. März 2014

Über Gewicht


Immer wieder muss ich Dinge lesen wie, dass Menschen, die mehr wiegen zwangsläufig ungesünder sind oder einfach zu viel Essen. Mit Disziplin kann also jeder schlank und gesund sein. Mich kotzt diese Gleichsetzung von gesund und schlank in dem Kontext richtig an! Ich bin gesund und topfit und ich wiege mehr als der Durchschnitt. Wenn es aber beispielsweise um Kondition geht, so ist meine mit Sicherheit um einiges besser als die der meisten dünnen Leute, die nämlich zu einem Großteil nicht so dünn sind, weil sie so aktiv und sportlich sind, sondern weil sie auf Essen verzichten. Klar ist, man nimmt zu, wenn man mehr isst als man verbraucht. Aber leider sehen viele Menschen dann die Möglichkeit, schlank zu sein, indem wenig gegessen wird. Das führt dann häufig auch zu einem Abbau der Muskeln, die durch die geringe Nahrungsaufnahme auch unterversorgt sind und dadurch verringert sich der Verbrauch natürlich wieder.
Ich wiege mehr als der Durchschnitt und fühle mich so wohl! Einziges Problem sind die Menschen, die mir ständig erklären wollen, ich hätte ein Problem. Ich esse nicht mehr als ich verbrauche, aber auch nicht weniger, denn mein Gewicht hat sich vermutlich in letzter Zeit kaum geändert. Ich schreibe vermutlich, da ich gar keine Waage habe, denn das spielt in meinem alltäglichen Leben für mich absolut keine Rolle. Ja, ich wundere mich schon, warum ich mir jetzt so viele Gedanken mache. Aber es gab in letzter Zeit einfach zu viele Aussagen, die mich innerlich aufgeregt haben, dass ich jetzt auch mal was zum Thema sagen möchte.
Auch die Behauptung, wer dick sei könne damit gar nicht zufrieden sein stimmt definitiv nicht. Niemand kann in den Kopf anderer Leute gucken und wissen, wie die sich fühlen, warum nimmt man dicke Menschen nicht ernst, wenn diese sagen es ginge ihnen gut?!
Mir geht's verdammt gut mit meinem Gewicht. Ich kann essen, worauf ich gerade Lust habe ohne zu überlegen, ob ich dann nächste Woche wieder 500g mehr wiege. Gehe gerne schwimmen oder in die Sauna ohne zu denken "Oh Nein, da sehen mich ja andere Menschen", weil ich mich so wohl fühle wie ich bin!
Und wenn andere Menschen von sich sagen, dass sie sich so wohl fühlen, welches Recht hat dann jemand zu sagen, das stimmt nicht? Auch wenn eine Person noch mehr wiegt als ich, so glaube ich doch, dass sie auch glücklich mit ihrem Körper sein kann!
Und ungesund können im Übrigen auch viele schlanke Menschen sein, speziell diejenigen, die sich den ganzen Tag nicht bewegen und auch ihre Figur dadurch erhalten, dass sie nichts (jaja ich weiß, das ist überspitzt formuliert) essen. Da braucht mir keiner erklären, dass das gesünder wäre als mein Lebensstil, nur weil ich nicht gerade dem aktuellen Schönheitsideal entspreche!

Samstag, 22. Februar 2014

Eindrücke aus Südtirol

Jetzt bin ich schon eine paar Monate hier und so langsam wird es dann doch mal Zeit für ein paar Bilder :)



Das folgende Bild zeigt mein kleines Bergdorf, in dem ich wohne :)





Auf dem nachfolgenden Bild ist eine typische tirolerische Tradition zu sehen. Krampus. Dieses Bild entstand beim Krampuslauf im Pustertal, an dem viele verschiedene Gruppen von Teufel aus ganz Süd- und Osttirol teilgenommen haben:


Eine bewirtete Almhütte im Eisacktal, auf der ich mit ein paar Freunden und Bekannten zum Essen und anschließendem Rodeln war. Kann ich nur jedem empfehlen, die Aussicht ist fantastisch!

Der Pragser Wildsee im verschneiten und zugefrorenen Zustand. An dem Tag hatten wir kurz zuvor über einen Meter Neuschnee dort:


So habe ich das Jahr 2014 begrüßt. Auf knapp 2400m, dem Gipfel der Plose, bei Brixen:



So, das waren erstmal ein paar Eindrücke meines neuen Zuhause. Im Frühling oder Sommer folgen dann mal Bilder mit weniger Schnee! ;)

Dienstag, 18. Februar 2014

Option - Spuren der Erinnerung

Vor paar Tagen war ich im Stadttheater Bozen bei der Premiere der Vorstellung "Option - Spuren der Erinnerung", eine Kombination aus Schauspiel und Berichten von Zeitzeugen, teilweise direkt auf der Bühne, teilweise über Videoeinblendungen. Bisher wusste ich zwar, was die Option ist und was geschichtlich los war, aber die Berichte von den Menschen, die direkt dabei waren, waren sehr berührend und trieben einem teilweise die Tränen in die Augen.
Für alle, die nicht wissen, was damals passiert ist, hier ein kurzer Überblick: Im Zuge des Einmarsch der Deutschen in Österreich im Jahr 1938 kam auch bei der Südtiroler Bevölkerung eine Hoffnung auf die baldige "Befreiung" Südtirols durch Hitler. Doch im Jahr 1939 wird die Südtirolfrage geklärt, indem eine Umsiedlung der Südtiroler in das Deutsche Reich und im Zuge dessen die Italienisierung Südtirols zwischen Italien und Deutschland vereinbart wird. Dies ist der Beschluss der Option. Bis zum Ende des Jahres 1939 müssen die Südtiroler sich entscheiden, ob sie die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten und in das Deutsche Reich umsiedeln wollen oder bleiben und damit ihre Kultur und auch ihre Sprache aufgeben. Die Gesellschaft spaltet sich, teilweise entzweien sich ganze Familien. Jede Seite hält die andere für Verräter: die einen verraten ihre Heimat, die anderen ihre Kultur und ihr deutsches Volk.
Was die Menschen damals erlebten, wie Freundschaften und Familien daran zerbrachen und einem Südtiroler die Kenntnisse der italienischen Sprache das Leben retteten, all das erfährt man in der Vorstellung von den Beteiligten Personen selbst.
Nach Beendigung des Krieges sind viele wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Und zum Abschluss des Stückes ist genau das Thema: was bedeutet eigentlich Heimat?

Hierzu gab es viele Zitate aus Briefen und Überlegungen der Optanten. Wer jahrzehntelang in Deutschland oder Österreich gelebt hat und dann nach Südtirol zurückgekehrt, wo ist dessen Heimat? Heimat ist dort, wo man sich wohl fühlt. Heimat bedeutet die eigene Sprache und Kultur. Heimat heißt Freunde und Zuhause. Ein Mensch kann durchaus mehr als nur eine Heimat haben. All diese Überlegungen haben mich zum nachdenken gebracht und auch persönlich berührt, da ich -auch wenn ich erst kurz hier bin- meine Heimat und mein Zuhause in Südtirol gefunden habe. Südtirol ist in meinem Herzen, aber trotzdem ist auch mein kleines Dorf in Deutschland für mich Heimat.
Ich bin froh für alle Menschen, dass in Südtirol mittlerweile eine großartige Autonomie existiert und die Menschen friedlich zusammenleben können. Keiner muss sich mehr verstecken, weil er deutsch spricht, es gibt offizielle deutsche Schulen statt geheim, illegal und bedroht in irgendwelchen Katakomben. Aber man merkt, dass viele die Geschichte nicht vergessen haben und auch heute schnell Italienisierung befürchten, beispielsweise wenn es um die Einführung zweisprachiger Schulen geht.
Ich glaube, jetzt habe ich schon mehr in diesen Text gepackt als ursprünglich geplant. Zum Abschluss kann ich nur jedem empfehlen, der in nächster Zeit in Südtirol in der Nähe von Bozen ist, sich das Stück anzusehen, um so ein Teil Südtiroler Geschichte hautnah erleben zu können!

Montag, 17. Februar 2014

BDSM ist nicht nur Sex!


Durch den Comic und die darauffolgende Diskussion bei erzählmirnix juckt es mir schon die ganze Zeit in den Fingern, etwas zum Thema zu schreiben. Das Comic behandelt den Bildungsplan in BW und die Aussage, warum nicht auch Bdsm auf dem Lehrplan steht. Es werden total lächerliche Vergleiche gemacht und so getan, als sei Homosexualität eine Lebensweise und Alltag und hätte fast nichts mit Sex zu tun. Wohingegen Bdsm mit sexuellen Praktiken gleichgesetzt wird. Natürlich sexuelle Praktiken mit denen man Kinder und Jugendliche nicht konfrontieren sollte!
Immer wieder wird der Fehler gemacht, dass nicht zwischen Alltag und Sex unterschieden wird. Außerdem wird so getan als bedeute es für BDSMler wenig bis keine Einschränkung seine Neigung zu verstecken, aber für homosexuelle Menschen ist es ja ach so schrecklich, sich nicht in der Öffentlichkeit küssen zu können. Ich habe im Übrigen kein größeres Problem mit homosexuellen Küssen als mit heterosexuellen in der Öffentlichkeit. Aber möchte mich auch nicht im Sommer verhüllen müssen, damit ja niemand irgendwelche Spuren sieht. Möchte nicht gewisse Zeichen ablegen und so einen für mich wichtigen Teil meiner Persönlichkeit verleugnen.
Das Argument, Bdsm gehört nur ins Schlafzimmer, ist albern, denn Bdsm ist nicht nur Sex! Aber gerade das Ausleben im öffentlichen Raum beschränkt sich auf Kleinigkeiten, die von anderen aber als merkwürdig aufgefasst werden können. Niemand redet davon irgendwas sexuelles wie eine Session in der Fußgängerzone zu veranstalten. Beispiele sind hingegen ein gemeinsamer Spaziergang an der Leine oder wenn Top beim Ausgehen für Sub mitentscheidet. Es scheint für manche Leute nicht vorstellbar, dass es bei diesen Dingen nicht zwangsläufig um sexuelle Erregung geht, sondern einfach um eine andere Art eine Beziehung zu führen. So wie ein homosexuelles Pärchen auch vielleicht einfach wohl fühlt, wenn sie sich an den Händen halten, kann ein Bdsm Paar sich auch einfach wohl fühlen, wenn Sub angeleint ist. Und das kann gänzlich unabhängig davon sein, ob andere Menschen nun Zeuge sind oder nicht. Ein weiteres Beispiel dafür, dass Bdsm nicht nur sexuell ist, ist das gefesselte oder angekettete Schlafen. Dabei fühle ich mich wohl und geborgen und nicht unbedingt sexuell erregt. Es ist einfach eine andere Art von Romantik.
Dann gab es ja noch das Argument, man möchte nicht wissen, ob das Gegenüber Sub oder Top ist, da man ja nichts über das Sexualleben wissen will. Aber ganz ehrlich, wenn jemand schwul ist, habe ich dich viel genauere Informationen über dessen Sexualleben als wenn ich weiß, jemand ist Sub. Bdsm ist einfach so vielfältig und unterschiedlich, dass die Information, jemand sei Sub ziemlich nichtssagend ist, was bestimmte Praktiken angeht.
Jetzt möchte ich noch kurz auf den Lehrplan eingehen und auch darauf, warum ich die Gegenpetition unterschrieben habe. Also klar ist ja jetzt schon mal, ich bin ein homophobes Arschloch! Aber vielleicht ist die Welt nicht immer schwarz oder weiß? Ich finde einige Ausdrücke und Formulierungen im Text der Petition nicht gut. Ich stehe nicht hinter dem Text, aber hinter dem Ziel der Petition. Ich möchte durchaus, dass verschiedene Lebensweisen im Schulunterricht behandelt werden, aber das gehört in den Aufklärungsunterricht und kann da ausreichend besprochen werden ohne in alle anderen Fächer einzugreifen. Homosexualität und ähnliches hat als Thema im Deutsch- oder Mathematikunterricht einfach nichts verloren!
Gerne haste ich im Übrigen auch, dass in diesem Rahmen auch über Bdsm gesprochen wird. Wichtig finde ich es in erster Linie für die Jugendlichen, die selbst diese Neigung haben. Sie sollen erkennen, dass sie völlig normal und bucht krank oder pervers sind. Auch können Verweise auf weiterführende Informationen gegeben werden wie beispielsweise die Internetseite der smjg, die sich speziell am Jugendliche und junge Erwachsene richtet.
So könnte auch vermieden werden, dass diese Jugendlichen über das Internet an die falschen Leute geraten, die sie dann ausnutzen oder missbrauchen und ihnen dann vielleicht noch erzählen bei Bdsm muss das so sein.

Sonntag, 16. Februar 2014

Selbstbewusste, starke Frauen


Bei Christian ist ein Text zu diesem Thema erschienen, der sich an einem Kommentar von Maren abarbeitet. In diesem schrieb sie grob, dass viele Männer Probleme mit selbstbewussten, starken Frauen hätten.
Daraufhin entbrannte eine Diskussion, was überhaupt eine solche Frau ausmache bzw. welche Eigenschaften sie aufweist. Erwähnt wurde unter anderem, dass einige Frauen, die sich selbst für stark und selbstbewusst halten eher Eigenschaften wie aggressives, lautes und unfreundliches Verhalten an den Tag legen, was natürlich beim Gegenüber nicht so gut ankommt. Aber sie verwechseln diese Art mit anderen - hauptsächlich Männern - umzugehen mit Selbstbewusstsein. Dem stimme ich zu, da ich ähnliches schon mal mitbekommen habe und besagte Frau natürlich auch meinte, die Herren hätten ein Problem mit selbstbewussten Frauen. Ich möchte hiermit niemandem der Beteiligten Diskutanten (besonders nicht Maren, die einem durch den Kommentar vermutlich sofort in den Kopf kommt) ansprechen, da ich sie alle zu wenig kenne, um das irgendwie beurteilen zu können.
Allerdings finde ich häufig die Diskrepanz zwischen eigener und fremder Wahrnehmung der eigenen Person interessant. Im Prinzip weiß ich nur, wie ich bei anderen ankomme, wenn ich die anderen frage oder sie mir das unaufgefordert sagen, sonst ist das immer ein Ratespiel. Und nur davon, dass man eine Abfuhr bekommt weiß man nicht mehr als dass man nicht gut ankommt, aber noch lange nicht, warum, aufgrund von selbstbewusstem oder eben auch unfreundlichen Verhalten ist möglich.
Ich selbst weiß, dass ich ziemlich selbstbewusst bin, habe aber ganz andere Erfahrungen gemacht als Maren, nämlich die, dass ich im Großen und Ganzen ziemlich gut bei Männern ankomme. Ich bin auch meist freundlich und unterhalte mich gerne mit allen möglichen Menschen. Wer freundlich ist, bekommt diese Freundlichkeit meist auch zurück. Und wenn ich bei jemandem doch mal nicht gut ankomme, so ist das auch kein Problem, man muss ja nicht mit jedem klarkommen. Aber daraus ergibt sich für mich kein Grund, dem besagten Herren dann Bindungsprobleme oder Angst vor starken Frauen zu unterstellen. So ähnlich schrieb ich das auch in einem Kommentar unter dem Artikel bei Christian. Daraufhin schrieb ein anderer Kommentator, dass das auch ungefähr das wäre, was die attraktiven Frauen aus seiner Umgebung sagen würden. Und das brachte mich auf die Idee, das das Ganze vielleicht eine Art "Teufelskreis" ist: Wenn man häufig nur Ablehnung erfährt, drückt das automatisch auf das Selbstbewusstsein, was wiederum zur Verunsicherung und damit zur "geringeren Attraktivität" führt. Attraktivität besteht meiner Meinung nach nur zu einem geringen Teil aus dem optischen Erscheinungsbild, sondern eigentlich vielmehr aus einem Lächeln und allgemein einer offenen freundlichen Art. Auch ich war früher ein ganz anderer Mensch. Als Jugendliche war ich sehr schüchtern, unsicher und dachte beinahe bei jedem, der mich ansprach, der will mir etwas böses. Ich weiß auch, dass das damals meinem häuslichen Umfeld geschuldet war, denn  meine Eltern waren die ersten Personen, die mir gerne mal erzählt haben, wie dumm, faul und was noch alles negatives ich doch bin. Dadurch, dass sich aber meine Kontakte immer mehr vom Elternhaus weg entwickelt haben, hörte ich von vielen Seiten eher Gegenteiliges, was natürlich aufbaut und darin bestärkt, dass fremde Menschen einem vielleicht doch nicht immer nur Böses wollen.
Aus häufiger Ablehnung kann sich auch eine Art "Trotzreaktion" entwickeln wie "ich bin alleine stark genug und brauche keinen Mann, der mich beschützt oder ähnliches. Und auf jeden Anbahnungsversuch wird mit diesem Gedenken im Hinterkopf reagiert, was natürlich nicht gerade zur angenehmen Gesprächsatmosphäre beiträgt. Ich glaube, dass es für einige vielleicht echt schwierig sein kann, diesen "Teufelskreis" zu durchbrechen.
Das Problem haben Männer also vielleicht nicht mit selbstbewussten Frauen, sondern mit denjenigen, die meinen ihr "Selbstbewusstsein" offensiv, aggressiv zur Schau tragen zu müssen

Samstag, 15. Februar 2014

Männer -_-


Warum müssen Männer immer so kompliziert sein? Ich meine, ich habe hier wahrscheinlich noch nie über meine Beziehung bzw. höchst selten über diese geschrieben, da ich länger keine hatte und mit geht es ziemlich gut damit. Mein Motto ist da, ich bleibe eher alleine als dass ich mich mit einem zufrieden gebe, den ich nicht liebe, der nicht zu mir passt. Ich persönlich habe mittlerweile den Eindruck, dass ich ziemlich hohe Ansprüche habe, aber diese sind alle auf den Charakter bezogen. Berufliche oder finanzielle Situation eines potentiellen Partners ist mir soweit egal, solange ich ihn nicht versorgen muss.
Also ich habe inzwischen den Eindruck, Beziehung kann ich einfach nicht...
Was ich gut kann ist "Freundschaft Plus", damit geht's mir auch ganz gut. Ein oder mehrere gute Freunde, mit dem ab und zu was läuft, das ist sich perfekt solange man nicht den Richtigen gefunden hat. Ich brauche mir keine Gedanken, keinen Stress machen, ob da eine andere ist oder was los ist, wenn er mal keine Zeit hat, muss mir auch keine Eifersuchtsnummern anhören.
Aber jetzt hat sich da was entwickelt, was nicht geplant war und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll, eure ich damit umgehen kann. Ein Freund, mit dem ab und an etwas lief, will mich erstmal nicht mehr sehen. Das macht mich schon ein wenig traurig, da ich ihn ja gerne habe. Aber was ich noch viel bescheuerter finde ist, dass er sich anscheinend verliebt hat und statt mit mir darüber zu reden, mir aus dem Weg geht...
Jetzt fragt ihr euch sicher, wie ich zu dem Schluss komme und ob das nicht etwas hochgegriffen ist, nur weil er mich nicht mehr sehen will. Tatsache ist, er hat es gesagt, allerdings beim Sex, sozusagen "im Eifer des Gefechts". Als er dass erste Mal "ich liebe dich" gesagt hat, habe ich noch geantwortet "sag nichts Falsches", denn wir hatten alles geklärt, wir hatten drüber gesprochen, dass wir keine Beziehung wollen, weder er noch ich. Beim zweiten "ich liebe dich" habe ich es einfach ignoriert.
Schon am nächsten Tag als ich mit einigen Freunden bei ihm in der Bar (er ist der Besitzer unserer Stammkneipe), war er irgendwie komisch zu mir. Ich habe ihn nicht darauf angesprochen, da davon bisher niemand außer uns weiß, im Verstecken sind wir auch gut.
Am nächsten Tag schreibt er mir dann, dass er mich erstmal nicht mehr sehen will und es so nicht weiter geht. Auf meine Bitte, erstmal drüber zu reden, geht er gar nicht ein.
So liebe männliche Leser meines Blogs, kann mir das bitte jemand erklären?!
Es ist alles geklärt, keine Beziehung, dann haut der Typ zweimal "ich liebe dich" raus und kommt mir dann damit, dass er mich nicht mehr sehen will. Was soll das?!

Dienstag, 28. Januar 2014

Südtirol und rechts

Seit gut zwei Monaten lebe ich jetzt in Südtirol und mein Bild aus Deutschland bzw. meinem kleinen Heimatort in Deutschland bezüglich der Existenz von Rassismus oder Rechten wurde ganz schön angekratzt. Für mich war es immer normal, dass ich jeden Menschen gleich behandel, egal wie er aussieht oder wo er herkommt. Ich unterscheide alleine aufgrund des Charakters. Aber ich bin in einem Ort aufgewachsen, wo ich als Deutsche eine von vielen Nationalitäten war und nicht in der Mehrheit, ein Großteil meiner Freunde hat einen Migrationshintergrund.
Hier sieht die Sache anders aus: es gibt weit weniger Menschen mit sichtbarem Migrationshintergrund als daheim. Und ich bin selbst ein Mensch, der wie ich vielleicht schon mal schrieb nicht übertrieben schnell Rassismus sieht, aber hier habe ich schon so viel in die Richtung gesehen und gehört wir in Deutschland in den letzten 25 Jahren nicht. Traurig macht mich dabei, das gewisse Aussagen von Freunden kommen, die ich wirklich sehr gerne mag. Aussagen wie: Die Italiener sind nicht unser Problem. Das Problem sind die Ausländer. Und mit Ausländer meine ich die Albaner und Pakistaner und nicht Deutsche oder Österreicher (dieser Zusatz kam, als ich erwähnte, dass ich als Deutsche hier ja auch Ausländerin bin).
Hier gibt es lange nicht so viele Albaner wie in meinem Heimatort und ein Problem gab's da nie. Eine meiner besten Freundinnen ist Albanerin!
Erschreckend ist es auch, wenn ich gewisse rechtsradikale Tättowierungen an Freunden sehe, die diese zwar laut eigener Aussage betreuen, aber noch nicht haben überstechen lassen. Wenn ich meine Einstellung wirklich geändert habe, warum trage ich dann immernoch die Reichsflagge unter der Haut?
Dann gibt es da noch eine Lehrerin die gegenüber ihren Schülern erklärt, man könne die Juden an ihrer Nase von anderen unterscheiden und des Weiteren seien Juden überdurchschnittlich intelligent.
All das macht mich echt ein wenig traurig und ich bin erst seit zwei Monaten hier!
In Deutschland ist der Pegel meiner Meinung nach teilweise schon zu weit in die andere Richtung geschlagen und man ist überempfindlich, aber hier ist man definitiv nicht empfindlich genug! Und während ich das schreibe wundere ich mich noch selbst über meine eigenen Worte...