Freitag, 26. Juli 2013

Das Problem Bushido

In seinem neuesten Song hetzt der Sänger unter anderem gegen Politiker wie Klaus Wowereit oder Claudia Roth. Dadurch gelang ihm mal wieder der Sprung in die Nachrichten und in Diskussionsrunden. Das Ding steht nun auf dem Index und es gab wieder jede Menge gratis Werbung für den selbst ernannten Gangster-Rapper.
Die Indizierung stört den Herrn wenig, denn gekauft wird trotzdem.
Bushido ist nicht nur sexistisch, brutal und frauenverachtend, nein die größte Gefahr ist meiner Meinung nach, dass der Kerl leider ziemlich intelligent ist. Denn dadurch kann er sich aus so gut wie jeder scheiße herausreden. Auch diesmal glaube ich nicht, dass Bushido große Probleme bekommen wird. Zwar wird Klaus Wowereit wohl Strafanzeige stellen (Spiegel online), aber selbst wenn dabei eine kleine Geldstrafe rumkommt (was ich momentan noch zu bezweifeln wage) wird das den Herrn Gangster-Rapper nur wenig treffen.
Der neue Song „Stress ohne Grund“ soll nicht nur schwulenfeindliche Aussagen gegenüber Wowereit enthalten, sondern auch Morddrohungen gegenüber Serkan Tören (integrationspolitischer Sprecher, FDP) und Claudia Roth (Bündnis 90 die Grünen).
Unter anderem heißt es dort „… und ich will, dass Serkan Tören jetzt ins Gras beisst“ unmittelbar gefolgt von Schussgeräuschen. Über Claudia Roth rappt Bushido „…ich schieß auf Claudia Roth und sie kriegt Löcher wie ein Golfplatz“.
Alles ganz harmlos, alles nur nicht ernst gemeint, sondern als Metapher zu verstehen, dass sei eben der Stil bei der Art von Musik wie Bushido sie macht.
In allen Interviews gibt Bushido sich immer sehr vernünftig und diskussionsbereit. Im Interview mit N24 betont Bushido, das es sich von seiner Seite aus auf keinen Fall um einen Aufruf zum Mord handelt, sondern dass er nur gegen diese Leute (Serkan Tören und Claudia Roth) rappt, da sie ihn zuvor als Antisemiten und Frauenfeind betitelten. Dieser Song sei nur die Antwort darauf in seiner Art seinen Unmut kundzutun, wie über ihn öffentlich von besagten Personen geredet wird.
Auch sagt Bushido immer wieder, dass er nichts gegen Schwule hat, es sich bei der Passage in seinem Song nur um einen Vergleich handelt, in dem er einen vermeintlich heterosexuellen Rapper bedroht - natürlich alles nur metaphorisch gemeint.
Bezüglich Wowereit sagt der Rapper, dass er es schade findet, dass auf Schmerzensgeld geklagt wird, statt dass der regierende Bürgermeister Berlins erklärt, warum es ihn verletzte und eine Entschuldigung verlangt, denn Bushido hätte nicht im Sinn gehabt ihn zu verletzen.
Immer wieder erklärt Bushido, dass man mit ihm reden könnte und leider keine der betroffenen Personen das Gespräch mit ihm gesucht hat.
Dies alles wirkt dann natürlich komplett anders  als wenn er ähnliche Wortwahl in Interviews verwenden würde wie in seinen Songtexten. Er ist eben kein typischer Gangster-Rapper, der ohne Geld im Ghetto aufwuchs, sondern ein Abiturient (wenn auch abgebrochen) aus gutem Hause, der e genau weiß, wie er sich ausdrücken muss. Jemand, der sich ein Image kreiert hat und damit ganz gut fährt. Ein Großteil der Leute ist so naiv und nimmt all das, was in seinen Texten vorkommt für bare Münze. Während Bushido sich heimlich ins Fäustchen lacht, darüber wie dumm die Welt da draußen ist. Und selbst wenn der Großteil der Menschen erkennt, wie Bushido handelt und wie er es immer wieder schafft, dass ihn nichts trifft, so wird er ewig weitermachen können wie bisher, denn gegen Intelligenz gibt es nun mal kein Gesetz. Und solange Bushido diese nur geschickt genug einsetzt wird er weiterhin Kohle scheffeln mit fragwürdigen und menschenverachtenden Texten.

Dienstag, 23. Juli 2013

Frei.Wild Gipfelsturm

Ich hatte ein sehr schönes Wochenende In Südtirol. Besuch in Brixen, zelten an der Plose direkt unter der Seilbahn, Nachtwanderung, Konzert beim Sonnenaufgang am Gipfelkreuz des Gablers auf 2576m Höhe und gemeinsames Singen am Lagerfeuer. Selbst ein wenig Schnee lag oben auf dem Berg und das im Juli.


Bereits Donnerstagnacht ging es los Richtung Südtirol. Um ein Uhr haben wir uns getroffen, alles schnell ins Auto eingeladen und uns auf den Weg gemacht. Nach vielen Stunden Fahrt auf der einige Baustellen und Staus uns die Nerven raubten, kamen wir dann endlich in Brixen am Treffpunkt, dem Rookies & Kings Store, an. Und von da ging es dann hoch zum Zeltlager. Zelte aufbauen, ein wenig bei kühlen Getränken entspannen (was auch echt nötig war bei den heißen Temperaturen) und dann überraschte uns leider ein heftiges Gewitter. Einige Zelte und Schlafplätze verwandelten sich in reinste Schwimmbecken und der Wanderweg über den Platz wurde zum reißenden Bach. Glücklicherweise war das Spektakel nach ca. einer Stunde vorbei und die Sonne kam erneut zum Vorschein.
Zum Abendessen gab es selbstgemachte (nein, nicht von mir, sondern von sehr tollen und freundlichen Leuten aus der Trametschhütte an der Plose) Knödel und Rindsgulasch. Wirklich sehr lecker.
Anschließend versuchte ich ein wenig zu schlafen, was mir leider aufgrund lauter Musik und Menschen nicht gut gelungen ist. Um Mitternacht sollte bereits das Highlight des Wochenendes starten: eine Nachtwanderung zum Gipfelkreuz mit dortigem unplugged Konzert von Frei.Wild.
Mitten in der Nacht machten sich dann knapp 300 Leute auf den Weg zum Gipfel. Zuvor gab es noch Kuchen und es wurden Lunchpakete für das Frühstück am Gipfel verteilt. Immer wieder wurde darauf hingewiesen, dass es auf der Höhe und um die Uhrzeit sehr kalt ist und man sich winterlich warm anziehen sollte, was einige leider dennoch nicht ernst nahmen.
Der erste Schritt war die Fahrt mit der Plosebahn, mit deren Hilfe wir bereits 1000 Höhenmeter überwanden. Die Seilbahn wurde extra für unsere Veranstaltung mitten in der Nacht in Betrieb genommen und brachte alle auf ca. 2000m Höhe. Und dann ging eine mehrstündigeWanderung los. Jeder hatte zuvor eine Stirnlampe bekommen, diese erleuchteten nun den Weg. Das große erste Stück enthielt zumeist nur ein wenig Steigung, aber auch schon hier machten einige schlapp und mussten begleitet von der Bergwacht, die die ganze Zeit mit dabei war, zurück zum Camp. In sich hatten es allerdings die letzten 200 Höhenmeter, die nochmals sehr steil nach oben gingen. Wenn man bedenkt, dass der Großteil der anwesenden Leute bereits zwischen vierzig und fünfzig Stunden ohne Schlaf hinter sich hatte, dann wundert mich, dass es noch so viele Menschen bis oben geschafft haben. Auch ich selbst musste auf dem letzten Stück dann doch mehrmals Pause machen, da meine Beine schlapp machten. 


 
Als wir dann aber um fünf Uhr endlich oben waren und das Konzert begann, war die Anstrengung schnell wieder vergessen. Vor der unglaublich schönen Kulisse der Alpen spielte die Band einige der aktuellen und einige der alten Songs. Bei dem ein oder anderen Lied musste ein Gitarrensolo wegfallen, da auch die Hände der Jungs ziemlich eingefroren waren, was der Stimmung aber dennoch keinen Abbruch tat. Ursprünglich nicht geplant, ließen sie sich doch noch überzeugen „Südtirol“ zu spielen. Obwohl sie erst meinten, das hört sich unplugged nicht gut an, fand ich, dass es sich mit am besten anhörte.
Währenddessen kam auch langsam die Sonne hinter den Gipfeln hervor und tauchte das Ganze in eine wunderschönes Licht.

Anschließend gab es ein Gruppenfoto, einige haben sich noch auf den Weg zu einem weiteren Gipfelkreuz gemacht, der Rest ging wieder hinunter zum Camp. Auf dem steilen steinigen Weg abwärts machten meine Beine schließlich schlapp und hörten gar nicht mehr auf zu zittern, so das ich befürchtete die würden mich nicht mehr halten. Erschöpft setzte ich mich auf einen Stein und hoffte, dass es aufhört zu zittern, damit ich weiter gehen kann.
Nach einiger Zeit war ich schon fast am verzweifeln und dachte, es dauert noch einige Zeit bis ich endlich wieder vom Berg runterkomme. Und leider war in dem Moment auch keiner von den anderen oder der Bergwacht zu sehen. Vermutlich war die Gruppe auf dem Rückweg sehr weit auseinander gestreut. In der Dunkelheit zuvor wurde immer darauf geachtet, dass alle beieinander bleiben und die ersten warteten des Öfteren auf den Rest, aber jetzt habe sah ich niemanden mehr.
Dann kamen zum Schluss glücklicherweise noch die Jungs von der Band, die mich dann beim Abstieg unterstützten und so musste ich doch nicht auf dem Berg hocken bleiben und hatte sogar noch eine nette Begleitung. Phillip Burger war zu der Zeit nicht dabei, da er gemeinsam mit einigen wenigen noch den übriggebliebenen Müll auf dem Gipfel einsammelte. Auch zuvor hatte er immer betont, dass niemand Müll hinterlassen solle, da der in der Natur nix zu suchen hat und jeder sollte auch auf dem Weg darauf achten, evtl. Müll mitzunehmen. Das finde ich ziemlich gut, denn bei so vielen Menschen kann es schnell passieren, dass mal was aus der Tasche fällt o.ä. und so achtet jeder darauf, dass der Berg sauber hinterlassen wird.


Wieder im Zeltlager, habe ich mich erstmal zur Entspannung in die Sonne gelegt und dann gab es auch schon Mittagessen. Am Nachmittag wurde eine Art Parcour aufgebaut, den man durchlaufen bzw. einen Teil mit Moutaincarts fahren konnte und für diejenigen, die das am schnellsten schaffen gab es nachher noch Preise. Viele haben daran allerdings nicht teilgenommen, da die meisten durch den wenigen Schlaf und die Wanderung bereits ziemlich kaputt waren. Ich hatte zuerst überlegt, dabei mitzumachen, mich dann aber dagegen entschieden, da ich mich doch noch etwas schlapp fühlte. An den verschiedenen Stationen mussten die Teilnehmer beispielsweise einen Nagel in ein Brett schlagen, unter einem Hindernis hindurchkriechen oder über ein Seil balancieren. Phillip Burger ließ es sich nicht nehmen, den ganzen Spaß am Micro zu moderieren. Sehr humorvoll kommentierte er fast jeden Lauf und versuchte weitere zum mitmachen zu überzeugen. Jeder der dort gerade vorbeikam wurde aufgefordert, sich doch zu beteiligen. Mehr als nur einmal gab es dafür einen Vogelzeig zu Phillip. Zuletzt bestritt Phillip mit seinen Bandkollegen dann auch noch den Parcour. Abends gab es die Siegerehrung und ein Lagerfeuer.



Am Lagerfeuer wurden nochmals einige Songs gemeinsam mit der Band gesungen. Wobei da ziemlich spontan entschieden wurde, auf welche Lieder man gerade Lust hatte. Auch viele der älteren Songs waren dabei. Dadurch war es teilweise mit der Textsicherheit bei einigen (auch der Band) nicht mehr so weit her. Bei einem Lied, weiß gerade nicht mehr welches, wusste kurzzeitig keiner mehr wie es weiter geht, weder die Band, noch die Fans - was zu einigem Gelächter führte. Anschließend diskutierte die Band noch mit uns darüber, wie es weitergeht (Frei.Wild plant eine Pause) und man hatte die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Auch bedauerten sie es, dass sie momentan (bzw. in der Vergangenheit) durch die Presse in eine schlechtes Licht gerückt wurden, wodurch auch einige Fans Probleme in ihrem Umfeld bekommen hatten.
Insgesamt war es ein total schönes Wochenende mit jeder Menge Highlights und verdammt wenig Schlaf. Schlafen war irgendwie nicht mit eingeplant im Programm, so habe ich seit Donnerstagmorgen einzig in der Nacht von Samstag auf Sonntag ca. 4-5 Stunden geschlafen. Ich wundere mich selber wie gut ich das überstanden habe.
Mein Plan ist es auch, wenn ich mal ausgeschlafen bin, erneut auf den Gipfel des Gablers zu wandern, denn eigentlich habe ich gar nicht so eine schlechte Kondition und wandern gehe ich echt gerne. Spätestens nächstes Jahr, wenn ich wieder in Südtirol bin, geht es wieder rauf. 

Ein paar weitere Fotos findet iher noch bei der neuen südtiroler Tageszeitung

Ps: Nachdem ich die Band nun persönlich kennenlernen konnte, braucht mir keiner mehr damit kommen, dass es sich bei denen um Nazis oder auch nur Nationalisten handelt. Ich habe mir meine Meinung nun aus erster Hand gebildet und bin mir sicher, das ist absoluter Quatsch! 

Donnerstag, 18. Juli 2013

Guter Sex...

... ist, wenn man danach nur noch zitternd vor Glück daliegt und sich kaum noch bewegen kann!

Mittwoch, 17. Juli 2013

Das will die Mehrheit!

Immer wieder wird bei verschiedenen Themen darauf verwiesen, was angeblich die Einstellung der Mehrheit bzw. der Mehrheit der Frauen sei.
Gerade passiert auch bei meinem Artikel zum Thema "abtörnend oder doch nicht?". Christian hat ein Zitat aus dem Artikel herausgegriffen, in dem ich deutlich mache, dass ich nicht bei jeder sexuellen Handlung zuerst gefragt werden möchte und behauptet, die Mehrheit der Frauen würde so denken.
Ich glaube nicht, das man überhaupt irgendwie beurteilen kann wie eine ominöse Mehrheit denkt. Natürlich wird auch dabei auch wieder auf Erfahrungen im eigenen Umfeld bezogen, aber hier liegt schon der Knackpunkt: meist bewegt man sich in seinem Umfeld in einer bestimmten Szene. In dieser wiederum herrschen häufig homogene Meinungen bzw. eine homogene Grundeinstellung zu bestimmen Themen.
Ich bewege mich durchaus in teilweise stark unterschiedlichen Szenen, so das mir das besonders auffällt: Die Grundeinstellung in linken, feministischen Kreisen ist nicht zu vergleichen mit der im  konservativen Milieu der CDU. Und die Menschen überschneiden sich (abgesehen von mir) so gut wie gar nicht. Ein konservativer würde demnach andere Erfahrungen haben als eine Person aus linken Kreisen, was die Mehrheit möchte.

Ich selbst stehe auch darauf gefesselt und geschlagen zu werden, warum ist es hier aber so viel selbstverständlicher, dass das nicht eine Mehrheit möchte? Würde man sich mit einer Aussage, das die Mehrheit der Frauen beim Sex Schläge braucht etwa ins gesellschaftliche Aus manövrieren? Warum hier keine Kommentare wie "die meisten Frauen denken so wie du, aber können es nicht zugeben"?
Auch hier würde ich persönlich urteilen, dass ich nicht weiß, was die Mehrheit möchte oder nicht, obwohl ich in meinem Umfeld einige Frauen kenne, die das genauso wollen - eigentlich sogar erstaunlich viele. Aber ich schätze das kann auch an meinen eigenen Umfeld liegen und eben nicht daran, dass ein Großteil aller Frauen auf Schmerzen steht.
Vielleicht möchte man es sich selbst aber auch nur einfach machen indem man diese Mehrheit konstruiert, denn wenn man dann so handelt wie es die "Mehrheit" wünscht ist man nicht mehr selbst für Fehler oder evtl. übergriffiges Verhalten verantwortlich, sondern die Person die einer vermeintlichen Minderheit angehört.

Freitag, 12. Juli 2013

Gut gemeint - scheiße gemacht!


(zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Bei uns in der Tageszeitung habe ich zwei Artikel für Berufsmessen entdeckt. Und wie in den fünfziger Jahren brav nach Geschlechtern getrennt - nur diesmal mit umgekehrten Vorzeichen.
Mädchen und jungen Frauen werden Berufsfelder wie die Bundeswehr oder Polizei präsentiert, während die Männer und Jungen die Möglichkeit haben, sich über soziale Berufe zu informieren. Indirekt bedeutet das also, dass davon ausgegangen wird, nur weil man weiblich ist, weiß man schon über soziale Berufsfelder Bescheid und hat es nicht nötig sich in diese Richtung zu informieren. Umgekehrt gilt das gleiche natürlich auch für die Jungen und die technischen Berufe. 
Das ist echt eines dieser Dinge, wo ich mir denke „Was soll der Scheiß!?“ So etwas ist es, was mich echt wütend macht. Vermutlich geht es, wie im Artikel ja auch geschrieben, darum, mehr Jungen und Mädchen auf Berufe aufmerksam zu machen, die für sie untypisch sind. Aber warum nicht allen jungen Menschen selbst die Wahl lassen?! Warum nicht eine Berufsmesse, auf der sowohl soziale als auch technische o.ä. Berufe präsentiert werden. Gerne auch Bundeswehr und Polizei von Frauen präsentiert, die als Vorbild zeigen, dass diese Berufe durchaus auch für Frauen interessant sein könnten.
So wie es jetzt läuft, empfinde ich das als äußerst sexistisch!
Immerhin gibt es mittlwerweile auch eine Berufsmesse für Jungs. Als ich in dem Alter war gab es für uns zur Information nur die Mädchenmesse mit technischen und handwerklichen Berufen. Ich hätte mich damals über mehr interessante Berufe auch aus dem sozialen Bereich gefreut. 
Und dann noch der schöne Einleitungssatz in einem der Artikel: „Typisch Mann - typisch Frau - sollte eigentlich bei der Berufswahl von Jungen Menschen keine Rolle mehr spielen.“
Und warum gibt es dann solche Veranstaltungen, die noch dazu beitragen, dass es eben doch immer wieder und ohne Ende eine Rolle spielt, welches Geschlecht man hat?


Mittwoch, 10. Juli 2013

Perfektion

Dein perfektes Antlitz, dein Gesicht,
makelloser Körper, gertenschlanke Statur,
niemals ungeschminkt, Liedschatten tätowiert,
hohe Schuhe, gutes Styling - deine Pflicht.

Damit alles immer so bleibt,
perfekt - so wie es jetzt ist,
du täglich Pillen und Pulver frisst.
Kein Gramm zu viel am Körper,
doch du schämst dich für dein Fett.
Essen genießen kannst du nicht,
einzelne Kalorien zählen - diene Pflicht.
Täglich stundenlang Sport - ein Muss.

Deine Wohnung - so perfekt wie du,
Assoziation an eine Möbelausstellung,
nichts persönliches, nicht bewohnt
Kein Staub, kein einziger Fleck,
alles ist steril und so perfekt.

Du investierst haufenweise Zeit und Geld,
um den Schein nach außen zu waren.
Wichtig, was die Gesellschaft von dir hält.
Angst, ungeliebt und hässlich zu sein,
fühlst dich innerlich ganz klein.

Dabei hast du all das gar nicht nötig
 - dein Herz, dein Charakter - perfekt!

Dienstag, 9. Juli 2013

Abtörnend oder doch nicht?

Ich weiß mal wieder nicht so genau, wo ich anfangen soll. Der Artikel von Onyx oder besser die Diskussion in den Kommentaren dort hat mich dazu gebracht, mal wieder über einiges im Verhältnis Mann und Frau nachzudenken. Wie kommen man und Frau zusammen bzw. ins Bett oder auch nicht. Was wirkt anregend, was eher abtörnend. Wahrscheinlich könnte ich mit den ganzen Gedanken mehrere Artikel füllen, will es aber mal mit einem versuchen.
Erstmal ist mir aufgefallen, dass Onyx wohl einen komplett anderen Geschmack hat, was das männliche Geschlecht betrifft (also den Umgang, das Flirten etc. ). Sie schrieb einen Artikel darüber, dass Konsens sexy sei und man eine Frage danach, zu küssen auch in einer anregenden Diskussion verpacken könnte.
Ich selbst habe in der Vergangenheit bereits einen Artikel zum Zustimmungskonzept verfasst, in dem ich aus meiner Sicht die Vor- und Nachteile des Konzepts beleuchtet habe. Wobei sich dieser Text aber zum größten Teil auf eine wie auch immer bereits bestehendes Verhältnis beschränkt und weniger vom flirten als vom Sex selbst ausgeht. Außerdem habe ich deutlich gemacht, dass ich das für mich persönlich nicht haben möchte, aber dennoch nachvollziehen kann, wenn andere das gerne möchten.
Nun beschäftige ich mich aber ein wenig mit dem Beginn der Beziehung. Wie sieht es da aus mit dem Konsensprinzip z.B. beim ersten Kuss.
Bei Onyx schreibt Robin in den Kommentaren: „Ich fände die Vorstellung eines Mannes, der mir nach einem schönen Date tief in die Augen schaut, vielleicht mit einer meiner Haarlocke spielt oder mich leicht im Gesicht berührt und dann haucht “Darf ich dich küssen?” unheimlich sexy.“
Als ich das gelesen habe, dachte ich nur, ich würde in der beschriebenen Situation vermutlich laut lachen. Klar, wäre das wohl scheiße für den armen Kerl, aber so was von Kitsch, dass es schon trieft. Ne, das ist einfach nicht mein Ding! Ich möchte nicht gefragt werden, ich möchte, dass jemand einfach macht. Und jeder Mann, der nur ein bisschen die Stimmung einschätzen kann, wird mich wohl nicht einfach küssen, wenn ich total abgeneigt bin. Und wenn doch, kann ich ihm das dann auch immer noch klar machen. Wäre jetzt auch kein Weltuntergang.
Allgemein glaube ich nicht, dass es möglich ist, mich wirklich zu fragen, ob man mich küssen darf, ohne eine Ablehnung zu kassieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man das irgendwie anregend rüberbringen kann. Also für mich anregend. Wie man an dem zitierten Kommentar erkennt, kann es für andere durchaus anregend sein. Aber selbst wenn es zuvor knisterte ist durch eine solche Frage bei mir alles weg.
Vielleicht liegt es auch daran, dass ich generell weniger auf irgendeinen romantischen Kitsch stehe. Wobei ich eigentlich schon Romantik mag, aber meine Romantik ist irgendwie total anders. Jedes Mal, wenn ich mit typisch kitschiger Romantik konfrontiert war, war das irgendwie komisch oder lächerlich, obwohl ich glaube, dass es da draußen eine Menge Frauen gibt, denen das gefallen hätte - mir nicht. Natürlich ist es in einer solchen Situation auch schwierig dem Gegenüber klar zu machen, dass es gerade überhaupt nicht das ist, was man gerne möchte, besonders, wenn er immer und überall hört, dass Frauen doch auf Romantik stehen. Also große Blumensträuße, Rosen oder Kerzen im Zimmer brauch ich nicht!
Es gibt durchaus Dinge, die ich toll und romantisch fand, die gut ankamen, aber vielleicht auch einfach aus der Situation heraus. Zum Beispiel als ich nachts mit meinem damaligen Freund im Bett lag und er unsere Handfesseln holte, meine Hände ans Bett fesselte und sagte: „Das bleibt jetzt die ganze Nacht so, damit du weißt wo dein Platz ist“, danach kam er wieder ins Bett und wir schließen ein. Bis dahin gehörte nächtliches Gefesseltsein nicht zu unserer Beziehung. Aber ich habe mich in der Situation unglaublich wohl und geborgen gefühlt - das ist meine Romantik! Vielleicht für Außenstehende schwer zu verstehen. Natürlich ist diese Situation jetzt nicht auf den Beginn der Beziehung bezogen.
Aber auch beim Kennenlernen mag ich es lieber, wenn ein Mann ein wenig dominanter ist. Und wenn jemand meint, mich nur ins Bett kriegen zu wollen, möchte ich bitte keine Tricks und Verarsche. Ehrlichkeit währt da doch am längsten. Und das kann man durchaus für mich romantisch rüberbringen :D

Freitag, 5. Juli 2013

Wahre Freunde

Ich studiere jetzt schon seit einigen Jahren und zum ersten Mal habe ich das Gefühl, ich habe Freunde bei mir an der Uni. Zwar gab es bereits einige Menschen, die mich als Freundin bezeichneten, aber ich hatte nie dieses Gefühl, das ich mit Freunden verbinde. Ich hatte gute Bekannte.
Für mich hat Freundschaft einen großen Wert. Es bedeut eben nicht nur, dass ich mit diesen Menschen gut reden und feiern kann. Freundschaft bedeutet, immer füreinander da zu sein, Freundschaft bedeutet immer zueinander zu stehen und sich nicht wegen Kleinigkeiten zu streiten. Freundschaft bedeutet, Ehrlichkeit und Loyalität. Mit meinen Freunden kann ich über alles völlig ehrlich reden, ihnen kann ich vollends vertrauen. Und wenn es mir schlecht geht und ich jemanden brauche, so weiß ich, wahre Freunde sind immer für mich da, egal ob Tags oder mitten in der Nacht.
Solche Menschen sind nicht einfach zu finden, solche Menschen findet man selten. Meine wahren Freunde kenne ich meist schon seit zehn Jahren oder länger und diese Menschen werde ich hoffentlich nicht verlieren. Ich glaube auch, dass Freundschaft ewig hält und nichts wahre Freunde trennen kann.
Da ist es auch egal, ob gute Freunde nun nebenan hunderte bzw. tausende Kilometer entfernt wohnen. Gute Freundschaft macht es nicht aus, dass man sich ständig sehen muss. Es kommt viel mehr auf das Gefühl an, dass man hat, wenn man die Zeit miteinander verbringt.
Meine allerbeste Freundin ist wie eine Schwester für mich, wir sind seit über zwanzig Jahren befreundet uns verbindet unglaublich viel und ich hoffe, dass wir noch in 100 Jahren beste Freunde sind! Teilweise sehen wir uns mehrere Monate oder ein Jahr nicht, aber wenn wir uns sehen, ist das Gefühl noch immer das gleiche wie schon vor zwanzig Jahren.
An der Uni habe ich mich nie in Gruppen dazugehörig gefühlt, ich hatte den Eindruck, dass einige Menschen dort untereinander durchaus solche Freundschaften wie ich sie hier beschreibe untereinander haben, aber ich hatte das nicht.
Natürlich war es nie ein bewusstes Ausschließen - wie gesagt - es gab durchaus Menschen die mich als Freundin bezeichnen. Meist habe ich auch nicht widersprochen, da ich diese Menschen mag und glaube, dass wir einfach ein anderes Verständnis von Freundschaft haben. Denn oft habe ich bei anderen den Eindruck, dass sie viele Menschen, die ich nicht als Freunde einordnen würde zu diesen zählen. Auch beispielsweise eine Freundesliste bei Facebook zeigt nur meine Bekannten, mit denen ich gerne in Kontakt bleiben möchte, aber ich würde nicht mit all meinen 700 Facebookfreunden beispielsweise über irgendwelche intimen Dinge sprechen, dafür habe ich dann doch lieber meine wirklichen Freunde.
Erstaunlicherweise habe ich mittlerweile auch in der Umgebung Universität Menschen kennengelernt, denen ich vertraue, mit denen ich reden kann und auf die ich mich verlassen kann. Natürlich kann man jetzt sagen, diese Menschen kenne ich noch nicht so lange wie meine Freunde. Aber in der Vergangenheit hat mich mein Gefühl nie getäuscht: Freunde erkenne ich meist relativ schnell und diese bleiben mit dann meist auch erhalten. Ich bin sehr glücklich über die momentane Situation, über einige neue Freunde in meinem Leben.


Donnerstag, 4. Juli 2013

Süd-Tirol

Hohe Berge, tiefe Täler, grüne Wiesen,
unendliche große Weite,
spitze Gipfel, schöne Wanderwege,
klare Seen, kalte Bäche, Wasserfälle.
Im Sommer Schnee und Eis,
direkt wieder dreißig Grad heiß

Zuhause, angekommen, endlich da,
rundum Wohlgfühl, wunderbar.
Atme frische Alpenluft,
genieße den wunderbaren Duft.

Leider geht’s wieder zurück,
muss verlassen diese Landschaft,
die mein Zuhause, mein Glück,
vielen Dank für die Bekanntschaft,
ich weiß, bald komm ich zurück!