Dienstag, 28. Mai 2013

Die Entmenschlichung des Bösen

Immer wenn von besonders schrecklichen Verbrechen die Rede ist hört man Worte wie unmenschlich o.ä. . Dadurch, dass wir das Böse in eine unmenschliche, nicht fassbare Ecke rücken entfernen wir es von uns, nehmen uns den Bezug. Jemand, der einen anderen Mensch aus irgendwelchen niederen Beweggründen umbringt kann eben in den Augen der meisten kein normaler Mensch sein, denn ein normaler Mensch macht sowas ja nicht.
In diesem Zusammenfassung ist es auch nicht verwunderlich, dass nach einer Tat häufig Nachbarn und Bekannte des Täters in Interviews gezeigt werden, die immer wieder beteuern, der Täter hätte sich ganz normal verhalten und daher kam die Tat total unerwartet.
Hier schwingt immer die Erwartung mit, dass ein Mörder sich unnormal verhalten müsste.
Aber ich lüfte jetzt mal ein ganz großes Geheimnis: Krieg, Mord oder Vergewaltigung sind menschlich! Das Böse ist nicht irgendein Schreckgespenst, das man nur einsperren muss und dann geht es allen gut, Nein! Das Böse ist menschlich!
Erst wenn das klar ist, kann man überhaupt präventiv arbeiten. Verbrechen werden von ganz normalen Menschen begangen, wie ich oder Du, der nun diesen Text liest. Auch die schrecklichsten Verbrechen waren meist Taten von ganz normalen Menschen. Ich glaube, das sich beinahe jeder in bestimmten Situationen zu einer Tat hinreißen lassen würde, nehme mich selbst dabei nicht aus. Weiß daher, das ich wachsam sein muss, bei mir und auch bei anderen... Ein ganz spezieller Fall Verbrechen passierte in der Zeit des Nationalsozialusmus. Und es ist nur eine Frage der Zeit bis sich die Geschichte wiederholt. Es wird nächstes mal nicht die gleiche Bevölkerungsgruppen treffen, denn in dieser Hinsicht sind wir ja alle sensibilisiert bis zum geht nicht mehr: sobald man sich über irgendeinen Mist aufregt, den Israel anstellt, wird einem gleich Antisemitismus vorgeworfen.
Nein, es wird andere Menschen treffen, vielleicht einfach Personen, die sich nicht der verordneten Meinung unterwerfen wollen und sich gegen den Staat auflehnen oder eben die Christen, Muslime... (ich rede hier nicht von der Gegenwart!)
Bestärkt wird meine Befürchtung dadurch. das man sobald man beginnt zu warnen, das sich die Geschichte wiederholt, das bereits Anfänge zu sehen sind als Verharmloser des Holocaust dargestellt und jede Meinung damit sofort disqualifiziert wird. Es wird geschehen. Wenn man keine Chance hat vor der Gefahr zu warnen, wie soll verhindert werden, das sich alles wiederholt?
Wir müssen endlich aufhören Hitler, seine Kumpanen und alle Verbrecher als nichtmenschliche Monster zu betrachten, um zu begreifen, dass die Geschichte nicht nur die Vergangenheit ist!
Denn das Böse ist menschlich, der Mensch ist nicht nur gut und friedlich!

Freitag, 24. Mai 2013

Feminismus und BDSM (Sadomasochismus) - unvereinbar?

Der folgende Text ist auch in der aktuellen Ausgabe der Schlagzeilen (129) erschienen:

Ich schreibe einen Text zu diesem Thema, da leider von vielen Feministinnen eine Art Unvereinbarkeit betont wird. Häufig wird BDSM nur mit Gewalt und weniger mit Liebe assoziiert. Natürlich könnte ich mir jetzt auch sagen, sollen die doch denken, was sie wollen, aber irgendwie macht mich das auch traurig, denn ich verstehe mich selbst als Feministin und bewege mich häufig in feministischen Kreisen.
Auch die bekannteste deutsche Feministin, Alice Schwarzer, befürwortet zwar die sexuelle Selbstbestimmung, spricht sich aber auch stark gegen BDSM oder die Existenz weiblicher masochistischer Fantasien aus. Dies empfinde ich als eine Doppelmoral, die ich nicht nachvollziehen kann.
Beginnen möchte ich mit einem Zitat von Alice Schwarzer:

„Nicht zufällig kam die Sado-Maso-Mode nach Aufbruch der Frauenbewegung gegen Ende der 70er auf. Sie drang dank Fernsehen und Videos auch bis ins letzte Eigenheim von Hintertupfingen. Jetzt dürfen, ja sollen, alle Männer Sadisten sein und alle Frauen Masochistinnen. Da ist es tröstlich, dass in der Psychologie-heute-Umfrage im Juli 2000 nur rund 1 % aller Männer und Frauen angaben, SM zu praktizieren.“ (Alice Schwarzer in "Der große Unterschied - Gegen die Spaltung von Menschen in Männer und Frauen" (Kiepenheuer & Witsch, 2000))


Die äußeren und die inneren Machtverhältnisse
Ist es möglich, die äußeren Machtverhältnisse, die patriarchralen Strukturen, einfach zu vergessen? Sich unabhängig davon freiwillig zu unterwerfen und erniedrigen zu lassen?
Zuerst stellt sich hier für mich die Frage, wie die äußeren Machtverhältnisse überhaupt aussehen. Ist die Gesellschaft wirklich so patriarchal wie  es scheint. Ist das weibliche Geschlecht dem männlichen gegenüber unterlegen oder sogar diskriminiert?
Mir scheint, dass oft Diskriminierung und Benachteiligung gesucht wird wo keine ist. Weniger Frauen haben einen guten Beruf und mehr Frauen arbeiten Teilzeit im Vergleich zu Männern. Aber muss dies aufgrund von irgendwelchen Benachteiligungen sein. Sicher ist, dass es zur der Zeit, in der die Frauenbewegung erstarkte große Benachteiligungen gab: Frauen durften nicht ohne die Erlaubnis ihres Ehemannes einem Beruf nachgehen. Vergewaltigung in der Ehe war nicht strafbar und auch eine Abtreibung war nicht so einfach möglich. Aber auf heute bezogen fällt mir wenig Offensichtliches ein, bei dem Frauen gesetzlich benachteiligt und diskriminiert werden. Eine andere Sache ist die, dass viele Kinder heutzutage leider immer noch mit vielen Klischees erzogen werden. So sind die Mädchenzimmer meist rosa und die Jungs blau, Mädchen sollen sich sauber und leise verhalten und Jungs werden zum Toben angehalten. Diese sexistische Erziehungsweise wird hoffentlich bald verschwinden. Aber meiner Meinung nach kann auch ein Mädchen mit rosa Tütü auf Bäume steigen und später Automechanikerin werden, wenn sie sich dafür interessiert. Also stehen allen erstmal alle Möglichkeiten offen, egal ob Junge oder Mädchen bzw. egal ob Mann oder Frau.
Wie also sind die äußeren Machtverhältnisse? Männer und Frauen sind heute rechtlich völlig gleichberechtigt. Gerade in einer Partnerschaft liegt eine gleichberechtigte Machtverteilung vor, die stets die Grundlage zur freiwilligen Unterwerfung bildet. Und BDSM beinhaltet schließlich nicht nur die Erniedrigung der Frau, sondern beide Konstellationen kommen vor:
Einerseits die Frau, die sich einem dominanten Mann unterwirft, aber andererseits auch die Frau, die selbst dominant.
Demnach gibt es kaum einen Grund, sich bei oder vor den „Spielen“ Gedanken um die äußeren Machtverhältnisse zu machen. Die innere Struktur der Beziehung sollte losgelöst von denen gesehen werden, solange in der Beziehung selber die Gleichberechtigung vorherrscht.


Weiblicher Masochismus
Hier möchte ich wiederum mit einem Zitat beginnen. Diesmal aus der Emma:

„Die Propagierung des weiblichen Masochismus durch Männer ist ein Angriff, durch Frauen ist es Kollaboration mit dem Feind.“ (Emma, Heft 2, 1991)

Ich bin also eine Kollaborateurin. Aber warum ist denn der Mann der Feind? Oder ist hier gar nicht jeder Mann gemeint, sondern vielleicht nur der Mann, der zugibt auf masochistische Frauen zu stehen? Aber wenn ich masochistisch bin und einen Mann gefunden habe, der zu mir passt, mit dem ich mich perfekt ergänze, den ich liebe, warum sollte ausgerechnet dieser Mann dann mein Feind sein? Dieser Mann ist alles andere als mein Feind: Er ist mein Partner, mein  Geliebter, mein ein und alles.
Man fragt sich, was geht in einer Frau vor, die sich freiwillig sexuell einem Mann unterwirft und sich sogar schlagen lässt. Ist dort nicht vielleicht doch ein Zwang von Seiten des sadistischen Mannes, der nur seine eigene Neigung ausleben will?
Da sind wir schon beim Thema: Bei BDSM handelt es sich um eine Neigung und nicht um eine Spielerei oder eine krankhafte Perversion. Vor Jahren hatten auch Homosexuelle Menschen noch die gleichen Probleme: sie wurden nicht akzeptiert und sogar kriminalisiert von der Gesellschaft. Aber sie haben es geschafft, sich zu befreien, herauszukommen aus dem „Schmuddel-Image“ und es ist nun genauso normal homosexuell zu sein wie heterosexuell.
Leider gilt es noch lange nicht als normal, Masochistin zu sein. Nein, wir sind entweder krank oder unterdrückt ohne eigenen Willen. Aber warum kann mein eigener Wille nicht sein, mich von meinem Partner schlagen zu lassen. Warum wird immer wieder – gerade von Feministinnen – gefordert, Frauen sollten sich emanzipieren und nach ihrem eigenen Willen handeln, wenn es dann doch wieder falsch ist? Warum darf meine sexuelle Selbstbestimmung nicht so weit gehen, dass ich für mich entscheide, Schmerzen und Erniedrigung zu genießen.
Ich kann doch im alltäglichen Leben genauso (vielleicht sogar mehr) selbstbewusst und eigenständig sein wie jede andere Frau auch! Ich kann studieren und meinen Beruf ausüben, viel Geld verdienen und sagen, was ich will – und dennoch kann mein Partner mich im Bett schlagen und demütigen, weil es mir gefällt! Würde ich nicht mein Einverständnis geben, es nicht genießen, so würde nichts in diese Richtung geschehen! Im Gegenteil, es gibt Männer, die mit dem Masochismus einer Frau nicht umgehen können und sich deshalb trennen (war so bei einem Bekannten). Auch bei mir und meinem Partner war der Anfang nicht leicht. Er schaute mich etwas erstaunt an, als ich ihm von meinen Fantasien erzählte, aber er war zum Glück nicht abgeschreckt, sondern sehr daran interessiert.

Die Liebe und der Partner im BDSM
Für Außenstehende mag es so aussehen, als wäre BDSM Gewalt. Aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass BDSM mit Gewalt genauso viel zu tun hat wie normaler Sex mit einer Vergewaltigung: Gar nichts! Es handelt sich einfach nur um eine bestimmte Art seine Zuneigung auszudrücken, genauso wie gewöhnlicher Sex von Liebe getragen wird, ist es auch bei BDSM. Gerade hier bekommt die Liebe und das Vertrauen für mich noch einmal eine größere Bedeutung, denn wie könnte ich mich fesseln und peitschen lassen von einer Person, zu der ich nicht vollstes und tiefstes Vertrauen habe.
Männer, die in diesem Bereich die dominante Rolle übernehmen sind nicht wie oft von Feministinnen angenommen gefühlskalte und sadistische Machos, sondern meist sehr liebe, rücksichtsvolle und starke Menschen. Es ist schade, dass gesagt wird, dass diese Männer gefühlskalt sind oder keine selbstbewusste Frau bekommen und deshalb eine hilflose Frau unterdrücken. Aber da ist doch ein Denkfehler, denn die Frau, die sich einem Mann in dieser Weise hingibt, ist meist sehr stark und selbstbewusst – das Gegenteil einer unterdrückten und hilflosen Person.

Warum ich Feministin bin
Gar nicht so einfach zu erklären. Ich bin ein großer Verfechter der Gleichberechtigung, was für mich bedeutet, dass alle Menschen unabhängig vom Geschlecht ihr Leben so leben können, wie sie das gerne möchten. Also ich spreche mich für individuelle Gleichberechtigung aus. Nur weil etwas ungleich verteilt ist, muss das nicht immer unbedingt durch Diskriminierung begründet sein. Ich möchte nicht in irgendeiner Weise benachteiligt werden, nur weil ich eine Frau bin. Ich möchte aber genauso wenig, dass ein Mann wegen seines Geschlechts benachteiligt wird. Denn diese Dinge sind meist zwei Seiten derselben Medaille: Beispielsweise würde die Einführung einer Frauenquote, die für eine Gleichstellung (was eine Verteilung von 50/50 bedeutet) diskutiert wird nicht nur individuell die Männer benachteiligen, sondern auch die Frauen mit dem Stigma zu versehen, dass sie nicht in der Lage wären, eine bestimmte Stelle aufgrund ihrer Leistung zu erhalten.
Und ohne die Möglichkeit, meine eigenen freien Entscheidungen zu treffen, könnte ich mich auch nicht freiwillig einem Mann unterwerfen.
Daher lautet das Fazit für mich: Dank der Emanzipation der Frauen, habe ich als Frau heute die Möglichkeit mich freiwillig einem Mann zu unterwerfen.  


Freitag, 17. Mai 2013

Flaggenmeer

Vermehrt habe ich in Diskussionen gelesen, dass es in Deutschland gar nicht mehr möglich sei, zu seinem Heimatland zu stehen und die Deutschlandflagge dürfte auch nur noch zu Fußballspielen rausgeholt werden ohne schief angeguckt zu werden.
Zeitgleich fällt mir aber das Gegenteil auf: Immer mehr Menschen hissen ihre Flaggen in den eigenen Gärten. Bei weitem nicht nur die Nationalflagge (oder Flaggen), sondern beliebt sind auch Flaggen bestimmter Regionen oder Fußballvereine.
Ich habe mal ein Experiment gemacht und eine Woche lang gezählt und aufgeschrieben, welche Flaggen ich gesehen habe. Ursprünglich wollte ich die Flaggen alle fotografieren, nur leider habe ich schnell  festgestellt, dass das häufig gar nicht möglich ist, wenn ich mit dem Auto an welchen vorbeifahre und es einfach auch viel zu viele sind.

Hier mein Ergebnis in Zahlen:
Flaggen insgesamt: 145 (Keine Flagge wurde doppelt gezählt)

Nationalflaggen:
Deutschland: 72
Großbritannien: 17
Italien: 13
Türkei: 5
Portugal: 4
Griechenland: 2
Spanien: 2
Serbien: 1
Frankreich: 1

Fußballflaggen:
FC Schalke 04: 6
Arminia Bielefeld: 4
Hertha BSC: 2
Borussia Mönchengladbach: 2

Regionale Flaggen: 12
Sonstige: 2

Was natürlich auffällt ist die große Präsenz der deutschen Nationalflagge. Ich vermute, dass es innerhalb einer Großstadt ganz anders aussieht, da sich ein Fahnenmast bestimmt nicht so leicht auf einem engen Balkon montieren lässt.
Allerdings hat mich dann doch erstaunt wie viele Flaggen hier zu finden sind. Zuvor habe ich nie so stark darauf geachtet. Teilweise sind ganze Straßenzüge mit der deutschen Fahne geschmückt (jedes zweite Haus hat seinen eigenen Fahnenmast).
Die Frage, die sich stellt ist, ob man das Ganze jetzt positiv oder negativ bewertet? Positiv könnte es ein Zeichen dafür sein, dass es mittlerweile für viele Deutsche anscheinend wieder normal ist, die Zugehörigkeit zum Land zu zeigen. Man kann wieder zu seinem Land stehen - und das sogar außerhalb der Fußballgroßereignisse. Darin sehe ich erstmal nichts Problematisches.
Allerdings könnte dieses meiner Meinung nach im Moment noch gesunde Verhältnis zum eigenen Land ganz schnell umschlagen. Vom übertriebenem Hass und verleugnen, dass Deutschland auch schöne Seiten hat, hin zu einem neuen übersteigertem Nationalgefühl. Ein übersteigertes Nationalgefühl, das zeitgleich wieder mit dem Abwerten anderer Nationen einhergeht, zu Ausgrenzung und Rassismus führt. Solange aber die deutsche Flagge neben der türkischen oder portugiesischen zu finden ist, ist es glücklicherweise mehr ein Miteinander als ein Gegeneinander.
Ich hoffe, dass das auch bei denjenigen, die immer Jammern, man dürfte nicht mehr zu Deutschland stehen und man müsse doch auch mal wieder Stolz auf sein Land zeigen können, ankommt. Denn diese Kräfte sind es, die dazu führen, dass die Waage ganz schnell kippt und das sollte unter allen Umständen verhindert werden. 

Mittwoch, 15. Mai 2013

Auf einem Frei.Wild Konzert

In der Vergangenheit hatte ich hier ja bereits mal etwas zu Frei.Wild bzw. zum Eklat beim Echo geschrieben (hier und hier ). In den Kommentaren gab es dann auch einige interessante Links zum Thema, ob diese Band nun rechts sei oder solches Gedankengut verbreite.
Am Samstag, den 11. Mai 2013 fand nun ein Konzert auf der Festung Kufstein in Österreich statt und ich habe die Chance genutzt und mir die Sache mal selbst angesehen.
Da ich - wie ich bereits schrieb - die Musik sowieso ganz gut finde und ein recht neugieriger Mensch bin, der sich am liebsten selbst informiert statt sofort alles zu glauben, ging es Samstag also auf nach Kufstein.
Es gab die Möglichkeit über ein Kombiticket mit einem Bus hinzufahren, was ich dann gleich auch mal getan habe. Dadurch konnte ich bereits auf der Fahrt die ersten anderen Konzertbesucher und Fans kennenlernen. Alles ganz nette und freundliche Leute, die selbst nicht verstehen konnten, warum manche Frei.Wild in die rechte Ecke rücken. Ein wenig wurde auch auf der Fahrt schon getrunken. Auch mir wurde Maibowle (sehr lecker!) angeboten, da ich leider keinen Becher habe schlug sie mir vor, wir könnten „schwesterlich“ teilen. Großartig!
Auf dem Konzert selber war eine freundliche, ausgelassene Stimmung. Wir standen ziemlich weit vorne und gerade mal einen Meter vom Pogokreis entfernt. Aber auch da konnte ich wieder nur Positives beobachten: Man achtete so gut es ging darauf, dass niemand ungewollt mit hineingezogen wurde und wenn doch mal jemand hinfiel so bildete sich sofort eine Traube Menschen um die Person um ihr aufzuhelfen. Auf der ganzen Veranstaltung sah ich keine rechten Symbole oder besonders aggressive Personen. Was natürlich nicht heißt, dass es dort nicht doch irgendjemanden gab, der solche Gedanken hatte, habe mich schließlich nicht mit allen 4000 Besuchern unterhalten können. Aber ich schätzte die Chance ziemlich gering ein. 
Beim Verlassen der Festung unterhielten wir uns noch mit einem der Securitys, der auch betonte, dass es für eine Veranstaltung dieser Größe ungewöhnlich friedlich war. Die Realität scheint so ziemlich das Gegenteil von dem zu sein, was in der Presse berichtet bzw. von ihr erwartet wird. So ist es sogar ein eigener Artikel (das erwähnte "Großaufgebot der Polizei" bestand übrigens aus ganzen 6 Personen) wert, dass es keine Ausschreitungen gab - ist ja fast so eine Schlagzeile wie „Kein Flugzeug abgestürzt“. 
Richtig ist, dass der Band und den Fans Werte wie Heimat, Freundschaft, Zusammenhalt und Nächstenliebe wichtig sind. Auch das Lied „Südtirol“ wurde an diesem Abend gespielt, allerdings mit der Ansage, dass Heimatliebe nichts mit Ausgrenzung oder Fremdenfeindlichkeit zu tun hat! Und da stehe ich dann auch hinter (siehe Heimatliebe). Den Zusammenhalt unter den Fans und die Hilfsbereitschaft konnte ich an diesem Tag wirklich spüren. Ich habe viele großartige Menschen kennengelernt. Wären alle Menschen so wie die Frei.Wild Fans, die ich kennenlernen durfte, so wäre die Welt ein Stück besser!

Montag, 13. Mai 2013

Die Sache mit dem Mindestlohn

Eigentlich bin ich gegen den Mindestlohn, da ich der Meinung bin, dass das Lohnniveau sich durch einen freien Markt am besten selbst regelt. Ich bin nicht bereit für fünf Euro die Stunde zu arbeiten und wäre das auch kein anderer mehr, so würde es solch geringen Verdienste gar nicht geben.
Das Problem an der Sache ist aber unsere momentane Hartz IV Gesetzgebung, die Leute dazu zwingt, entsprechend gering bezahlte Jobs anzunehmen, da ihnen sonst die Leistung vom Amt gekürzt wird. Menschen, die auf die Zahlungen vom Amt angewiesen sind, sind daher nicht in der Lage sagen zu können: „Für das Geld arbeite ich nicht!“.
Unser sog. Sozialstaat sollte über Leistungen wie das Arbeitslosengeld II dafür sorgen, dass kein Mensch Hunger leiden muss und jeder ein Dach über dem Kopf hat, auch wenn er mal keinen Job findet. Ein echter Sozialstaat würde Menschen nicht in Beschäftigungsverhältnisse mit diesen Löhnen drängen wie das heutzutage der Fall ist, ein echter Sozialstaat wäre für seine Bürger da und würde nicht gegen diejenigen arbeiten.
Ich habe immer noch ein Problem damit, einem Arbeitgeber von oben zu diktieren wie viel er seinen Angestellten bezahlen muss, denn ich betrachte das als eine Verhandlungssache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Wenn ein Nachbarskind sich das Taschengeld aufbessern möchte und dafür meinen Rasen mähen und mein Auto waschen möchte, möchte ich keinen, der mir vorschreibt, wie viel ich dem Kind dafür bezahle, sondern es ist eine Sache der Aushandlung zwischen uns beiden. Mir ist klar, dass es hier um Verhandlungen ganz anderer Größenordnung geht, die aber letztendlich alle wieder auf das Geschäft zwischen zwei Personen zurückgeführt werden können.
Wenn da nicht der staatliche Zwang durch die Hartz IV Gesetzte wäre. Sofern diese menschenverachtenden Gesetzte nicht geändert werden, ist ein Mindestlohn zwingend erforderlich! Mindestlohn, damit jeder Mensch selbst von seiner Arbeit leben kann. Arbeitslose Menschen haben heutzutage eine zu schlechte Verhandlungsposition und müssen daher vor der Ausbeutung geschützt werden!
Eine andere interessante Variante statt dem Mindestlohn fände ich allerdings die Hartz IV Gesetzgebung so zu ändern, dass die Leistungen nicht gekürzt werden, wenn Jobs unter einem bestimmten Lohnniveau abgelehnt werden, beispielsweise die geforderten 8,50 €. Das bedeutet, dass die Verhandlungsposition der arbeitsuchenden Menschen gestärkt und dennoch weniger in die Autonomie der Unternehmen eingegriffen wird.
Wenn dann niemand mehr für weniger als 8,50 € arbeiten wird, dann werden sich die Löhne zwangsweise erhöhen, da die Arbeiten gemacht werden müssen.
Aber solange auch dies nicht der Fall ist: Pro Mindestlohn!

Samstag, 4. Mai 2013

Umzug

Im Moment bin ich gerade dabei in meine erste völlig eigene Wohnung zu ziehen. Daher blogge ich auch etwas seltener. Ich habe zwar schon über ein Jahr mit meinem Freund (mittlerweile Ex und bester Freund) zusammengewohnt, aber wir sind nach unserer Trennung beide wieder zu unseren Eltern gezogen.
Die meinen nerven mich zurzeit so extrem, dass ich es nicht mehr aushalte und einfach hier raus muss, am besten so schnell wie möglich. Und dann will ich fürs erste auch mal keinen Kontakt, vielleicht in einem halben Jahr. Meine Eltern denken von mir, ich sei dumm, faul und sowieso scheiße, was sie mir auch bei jeder Gelegenheit aufs Brot schmieren.
Selbst als ich gesagt habe, dass ich ausziehe kamen nur wieder dumme Sprüche von „Das glaube ich erst, wenn ich es sehe!“ bis zu „Wer soll das bezahlen? Sozialamt?“
Obwohl beide sehr wohl wissen müssten, dass ich studiere, nebenher noch selbstständig arbeite und genug Geld verdiene. Nur weil sie selbst in ihrem Leben immer jedes Risiko gescheut und wenig erreicht haben, brauchen sie das nicht auf mich übertragen.
Immer wieder und jeden Tag merke ich, dass meine Eltern mich gar nicht kennen, wenn ich sehe, dass Bekannte mich weitaus besser einschätzen können als meine eigenen Eltern. Wenn ich wieder merke wie sehr sie sich über viele Handlungen meinerseits wundern, wie ich immer wieder nicht ihren Erwartungen entspreche.

Aber genug davon jetzt. Eigentlich sollte das hier ein freudiger und positiver Post werden! Also ich habe eine wunderbare Wohnung in einer ruhigen Siedlung in der Nähe eines Waldes gefunden. Da kann ich dann auch prima wandern gehen. Dachgeschoss. Ich wollte schon immer eine Dachgeschosswohnung, weil ich das sehr gemütlich finde. Schön groß ist die Wohnung auch: Große Küche, großes Wohnzimmer, großes Schlafzimmer, großer Balkon… Natürlich nicht so groß was das Haus meiner Eltern, aber immerhin mehr als halb so groß und da nur für mich alleine!
Heute habe ich bereits die ersten Möbel umgeräumt, aber bis ich endlich einziehen kann, dauert es wohl noch etwas. Im Schlafzimmer liegt nämlich noch ein ziemlich herunter gekommener Teppich, den ich erst durch schickes Laminat ersetzten möchte. Außerdem fehlen mir auch noch einige Möbel, wie beispielsweise ein Kleiderschrank.
Ich freue mich riesig, wenn ich mein eigenes Reich habe, wo ich alles so machen und gestalten kann, wie ich es möchte!