Freitag, 29. März 2013

Petition: Aufenthaltsrecht für die Opfer von Zwangsprostitution

Hier möchte ich auf eine wichtiges Thema aufmerksamt machen: Terre de Femmes hat eine Petition gestartet, um das Aufenthaltsrecht von Zwangsprostituierten in Deutschland zu stärken. Hier der Petitionstext: 

10.000 bis 30.000 Mädchen und Frauen werden jährlich zur sexuellen Ausbeutung nach Deutschland verschleppt.
Derzeit werden Frauen, die sich aus der Zwangsprostitution befreien konnten, rechtlich als illegal eingereiste Ausländerinnen behandelt. Nur, wenn sie gegen die Täter aussagen, dürfen sie unter Umständen während des Strafverfahrens in Deutschland bleiben. Obwohl sie sich durch die Aussage einem hohen persönlichen Risiko aussetzen, werden sie nach Beendigung des Verfahrens - in der Regel ohne eine finanzielle Entschädigung zu erhalten, abgeschoben.
Bis zum 6. April muss die deutsche Bundesregierung eine EU-Richtlinie, die den Opferschutz von Menschenhandel regelt, umsetzen. Dies bietet der Bundesregierung die Chance, ihre Versäumnisse im Bereich Opferschutz auszuräumen und eine Verbesserung der  aufenthaltsrechtlichen Situation für Betroffene von Menschenhandel zu erwirken.
In Italien hat sich im Bereich Opferschutz viel getan. Das „italienische Modell“ entkoppelt das Aufenthaltsrecht der Betroffenen von ihrer Aussagebereitschaft in einem Strafverfahren. Für das Opfer besteht eine realistische Chance, einen unbefristeten Aufenthaltstitel zu erhalten. Dieses Recht muss auch in Deutschland Opfern von Frauenhandel garantiert werden.
Deshalb hat TERRE DES FEMMES diese Petition an Innenminister Friedrich gestartet, die die Verbesserung des Aufenthaltsrechts für Opfer von Zwangsprostitution fordert.
Frauen, die es geschafft haben, aus dieser Zwangslage zu fliehen, sind schwer traumatisiert und benötigen dringend Hilfe. Ihnen muss aus humanitären Gründen ein unbefristeter Aufenthaltstitel in Deutschland erteilt werden, ohne den Zwang vor Gericht aussagen zu müssen. Zudem muss Betroffenen geeignete Betreuung und Entschädigung garantiert werden," erläutert Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES.
Ziel ist es, bis Ende März 20.000 Unterschriften zu sammeln, mit denen wir Bundesinnenminister Friedrich auffordern, sich für die Einführung eines unbefristeten Aufenthaltstitels einzusetzen.
Unterstützen sie jetzt die Petition von Christa Stolle und TERRE DES FEMMES.
Trotz des Drucks aus der Öffentlichkeit versuchen die zentralen Verantwortlichen, wie z.B. Bundesinnenminister Friedrich, „das Thema auszusitzen“. Die Lösungen liegen auf dem Tisch – jetzt müssen die Zuständigen nur noch handeln.
Bis zum 6. April ist Deutschland aufgefordert, eine EU-Richtlinie zum Thema umzusetzen. Mit dieser Petition setzen wir uns dafür ein, dass unsere Forderungen in der Umsetzung berücksichtigt werden.
Helfen Sie TERRE DES FEMMES und setzen Sie sich für eine Verbesserung des Aufenthaltsrechts für Zwangsprostituierte ein.

Und unterschreiben könnt (und sollt) ihr hier: KLICK (Achtung Triggerwarnung: Leider ist die Petition mit einem Bild geschmückt, dass auch als frauenverachtend verstanden und Menschen schocken kann)

Bitte unterstützt dieses wichtige Thema und teilt es!

Mittwoch, 27. März 2013

Extremismus ist immer scheiße!


Ich habe Angst vor Linksextremisten. Das mag jetzt vielleicht manche verwundern wo doch der Rechtsextremismus viel gefährlicher scheint bzw. viele sogar der Meinung sind, dass es dies von Links gar nicht gibt. Richtig ist auch, dass die Verbrechen von rechts bekannter sind und auch stärker geächtet werden. Aber wenn ich sehe wie sog. Linke sich gegenseitig auf die Schulter klopfen, weil sie irgendeinem Rechten Gewalt angetan haben, bekomme ich Angst. Und wenn ich dann noch sehe, was heutzutage als rechts zählt, bekomme ich noch mehr Angst. Ich selbst stufe mich weder als links noch als rechts ein. Ich glaube nicht, dass ich genau Mitte bin, sondern vermutlich in manchen Einstellungen eher links und in anderen eher rechts, zumindest wurde mit von Menschen mit selbst etwas stärkeren Einstellungen in die eine Richtung je nach Bedarf das eine oder andere attestiert. Wenn ich mich nun bei interessanten Veranstaltungen in antifaschistischen Räumen aufhalte, habe ich Angst teilweise meine Meinung zu sagen, weil ich natürlich mitbekomme wie eben jene mit Menschen umgehen, die nach ihrer Definition rechts sind. Das finde ich sehr schade, denn viel häufiger würde ich mir eine offenere Diskussion wünschen. Ich bin ganz bestimmt nicht rechtsradikal und muss auch sagen, dass ich mich wesentlich häufiger in linken Räumen aufhalte, aber mir bereitet  die Gewaltbereitschaft, die sich mittlerweile auch bei den Linken zeigt und diese immer weiter ins Extreme abrutschen lässt ein ungutes Gefühl. Ich fühle mich in der Umgebung nicht mehr wohl, was ich persönlich sehr schade finde. Ich möchte nicht plötzlich im Krankenhaus landen, weil meine Meinung nicht genehm ist.
Wenn ich auf den Pinnwänden meiner Freunde bei Facebook sehe, wie sie sich freuen dass ein "Nazi", der einen Hitlergruß machte krankenhausreif geschlagen wurde, sehe ich welche Ausmaße das mittlerweile annimmt.
Darüber, dass Nazi sein und Hitlergruß scheiße sind muss man gar nicht diskutieren, man hätte dem Herrn aber rausschmeißen und anzeigen können statt ihn zu verprügeln. Jeder Extremismus ist scheiße, aber der linke wird momentan in der Gesellschaft noch nicht wirklich wahrgenommen und ist meiner Meinung nach mindestens genauso gefährlich wie der Rechtsextremismus. Um es noch mal deutlich zu machen, ich rede nicht von irgendwelchen Einstellungen, die ein Mensch hat, die selbst sind es nicht, die mir Angst machen, sondern Extremismus beginnt für mich mit der Gewalt gegen Andersdenkende. Und bitte liebe Linke, wenn ihr das lest dann denkt doch mal darüber nach, dass ihr euch mit Gewaltbereitschaft keinen Gefallen tut, sondern euch im Gegenteil auf eine Stufe mit den Nazis stellt. Mögen eure Ziele noch so gut und richtig sein, Gewalt und Zwang ist niemals der richtige Weg!

Sonntag, 24. März 2013

Die Bedeutung von Sprache


Durch einen Beitrag über Zensur auf dem Blog von Antje Schrupp, habe ich verschiedene Überlegungen bezüglich der Bedeutung von Sprache.
Antje bedauert in ihrem Beitrag, dass heutzutage schon viel zu häufig das Wort Zensur benutzt wird, beispielsweise auch bei Kommentarmoderation auf privaten Blog, wodurch die „eigentlich Zensur“ (nach ihrer Definition nur von staatlicher Seite) verharmlost wird.

Ich denke aber eigentlich, dass es völlig unerheblich ist, wie man etwas denn nun nennt. Für mich persönlich spielt Sprache eine nicht so große Rolle, ich glaube nicht, dass Sprache das Denken großartig beeinflusst. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich eine Person bin, die nicht in Worten denkt. Vielleicht ist das bei anderen Menschen anders. Vielleicht denken andere Menschen wirklich in Worten und es macht tatsächlich auch einen Unterschied wie etwas nun benannt wird. Ich selbst denke  in Bildern und Gefühlen. Daher ist es auch manchmal ziemlich schwer auszudrücken, was ich eigentlich sagen möchte und häufig kommt es zu Missverständnissen, da unterschiedliche Menschen wiederum unterschiedliche Definitionen von Worten haben (Bezüglich des Sexismus-Diskussion hatte ich bereits teilweise etwas dazu geschrieben: unterschiedliche Wahrnehmungen). Eine Freundin von mir denkt beispielsweise in Farben, also sie sieht bei bestimmten Tönen bestimmte Farben.
Mich würde wirklich interessieren, wie viele Menschen nur mit Worten denken?
Wie große ist dann der Einfluss der Sprache? Macht das vielleicht wirklich einen Unterschied, welche Art zu denken eine Person hat?

Welche Bedeutung hat es also, wenn ich jetzt alles „Zensur“ nenne, wo gelöscht wird, egal ob privat oder von staatlicher Seite. Einerseits natürlich, dass bei einem Wort, dass erstmal nur „Zensur“ heißt nicht klar ist, dass das eine schlimmer als das andere ist - was es ja auch nicht für alle Menschen gleich sein muss. Aber andererseits könnte man damit auch darauf aufmerksam machen, dass eben beides nicht gut ist. Und mit einer näheren Beschreibung lässt sich doch auch ziemlich schnell klar stellen was gemeint ist: So dürfte es doch kein Problem sein, sich gegen staatliche aber für private Zensur z.B. auf Blogs auszusprechen.
Ich sogar viel eher der Meinung, dass es der Diskussion gut tut, wenn man noch mehr als nur ein Wort benutzt, um etwas klarzumachen, da die Gefahr von Missverständnissen und unterschiedlicher Auffassung von Bedeutung wesentlich geringer ist.

Auch das Argument, dass ich für eine Diskussion oder um meine Meinung deutlich zu machen nur die Sprache habe und diese daher besonders wichtig ist, kann ich nicht gelten lassen. Denn vielmehr empfinde ich die Handlung als etwas, mit dem man seine Meinung deutlich machen kann.
Wenn jemand etwas sagt, dann kann es immer noch tausend Gründe geben, warum jemand etwas sagt (vielleicht auch nur, weil diese Meinung gerade Mainstream ist). Eine Handlung, die aber zeigt, welche Meinung jemand vertritt, sagt meiner Meinung nach viel mehr aus. Natürlich gibt es auch hier die Möglichkeit, dass jemand einfach im Mainstream mitschwimmen möchte. Aber da etwas leichter gesagt als getan werden kann, ist die Chance auf Ehrlichkeit meiner Meinung nach bei einer Handlung größter als bei einfachen Worten.
Demzufolge betrachte ich genaue Bezeichnungen und Worte als weniger wichtig als eindeutige Handlungen.
Wenn jemand im eigenen Blog die Kommentare zensiert, kommt da eindeutig die Meinung zum tragen, dass die Zensur in privaten Blogs in Ordnung ist - völlig unabhängig ob diese Person das nun als Zensur oder wasauchimmer bezeichnet.

Ps. Zum Thema Zensur wird noch ein Text folgen.

Samstag, 23. März 2013

Echo: Rückblick


Der in diesem Jahr vieldiskutierte Musikpreis der Phono-Akademie ist nun vorbei. Preise sind verliehen, Demonstrationen beendet. Ja, Demonstrationen gab es dieses Jahr vor der Echo-Veranstaltung sogar mehr als nur eine
Die Phono-Akademie hatte nach Vorwürfen zweier Bands, letztendlich (auch auf medialen Druck hin) die Band Frei.Wild von der Nominierungsliste gestrichen. Das gab es noch, nie, dass Künstler gestrichen wurden. Nominierungen laufen normalerweise nur anhand von Verkäufen und davon hatte Frei.Wild ziemlich viele. Allerdings war die Begründung, die Veranstaltung eben nicht politisch werden zu lassen ein Widerspruch zur Handlung. Denn wenn man eine Band aufgrund irgendwelcher Einstellungen streicht, ist dies politisch. Aufgerufen zu einer Mahnwache hat die NPD, die damit gegen den Rausschmiss von Frei.Wild demonstriert. Die NPD lässt natürlich keine Möglichkeit aus, sich irgendwo bemerkbar zu machen. Dagegen gab es eine antifaschistische Demonstration und die Demonstration von Freiwild und den Fans. Denn Frei.Wild und deren Fans möchten sich nicht von einer rechtsradikalen Partei wie der NPD instrumentalisieren lassen. Ergebnis waren ca. 20 Demonstranten der NPD und der antifaschistischen Gegner und über 400 auf Seiten der Band Frei.Wild. Was ich schon deshalb interessant finde, dass dies die spontanste am kürzesten geplante Demonstration war.

Ich möchte jetzt gar nicht darüber diskutieren, ob die Vorwürfe zutreffen, das habe ich bereits bei meinem letzten Artikel zum Thema Echo. Mich interessiert vielmehr, wie politisch war der Echo denn sonst. Was verbreiten die Gewinner des Echos für ein Weltbild, was haben sie für Texte. Denn ich frage mich, wurde hier wirklich nur aus medialem Druck oder politischem Kalkül gehandelt. Normalerweise dürften sich unter den Echo-Gewinnern 2013 eigentlich nach diesem Skandal keiner mit einem fragwürdigen Weltbild mehr finden. Hier mal zwei Beispiele:

Als erstes die Toten Hosen (Album des Jahres, Hit des Jahres) singen in ihrem Song „Bonnie & Clyde“ über verschiedene Verbrechen, die begangen und in dem Song vom lyrischen Ich für gut befunden werden. Vielmehr noch wird versucht anhand der Taten ein Zusammengehörigkeitsgefühl der Akteure zu erstellen. So heißt es beispielsweise

Was wir zum Leben brauchen
werden wir uns schon irgendwie holen
wir rauben ein paar Banken aus
oder einen Geldtransport
wir schiessen 2, 3, 4, 5 Bullen um
wenn es nicht mehr anders geht
jeder weiss genau, was er da tut
wenn er uns aufhalten will

Hier werden gleich mehrere Verbrechen heroisiert und verharmlost. Unter anderem der Mord an Polizisten. Solche Einstellungen scheinen aber der Phono-Akademie und allen anderen Nominierten beim Echo egal zu sein oder sie finden Polizistenmord fällt im Gegensatz zu Heimatliebe wohl unter künstlerische Freiheit.

Nun zu Deichkind (Gewinner der Kategorie Club/Dance). Wenn ich mir hier die Texte der Band anschaue erkenne ich nicht gleich so eindeutige Ansagen wie bei den Toten Hosen, aber die gesamten Songs zeigen ein Weltbild, in dem Saufen, Party machen wichtiger als alles andere ist und die „normale Gesellschaft“ verhöhnt wird. Beispiele hierfür sind die Songs „Arbeit nervt“ oder „Gut dabei“ mit beispielsweise dem folgenden:

Mein Telefon ist abgestellt
Meine Wohnung ist ein Trümmerfeld
Ich schnorr' mich durch die ganze Welt
Bin das Gegenteil vom Superheld.

Es wird so getan, als wäre es prima auf die Kosten anderer zu leben und sich um nichts zu kümmern. Das ist definitiv ein Weltbild, welches ich zum Kotzen finde! Leider war ich nicht zum Echo nominiert, sonst hätte ich das ja mal auf Facebook erwähnen können…

Fazit ist für mich, die Phono-Akademie ist einen scheiß an irgendwelchen politischen Einstellungen der Nominierten oder gar Gewinner interessiert, sondern lässt sich von Medien und einzelnen unter Druck setzten. Was ist dieser Preis noch wert? Schafft ihn doch einfach ab!
Da die Phono-Akademie erklärt hat, man werde die Regeln überarbeiten, bin ich gespannt auf den Echo 2014, bei dem hoffentlich nicht nur Heimatliebe und Tradition, sondern auch Polizistenmord ausgeschlossen werden - oder der Echo wird einfach abgeschafft, das wäre doch eigentlich die sinnvollste Möglichkeit nach der Aktion in diesem Jahr.
Ach ja, den Preis fürs Lebenswerk bekam Hannes Wader, ehemaliges DKP (vom Verfassungsschutz als linksextremistische Partei eingestuft) Mitglied. Dazu kann man dann wirklich nichts mehr sagen…

Dienstag, 19. März 2013

Blinde Gesellschaft und die sog. „Gutmenschen“

Ich frage mich ernsthaft wie diese Menschen glücklich und mit sich selbst zufrieden sein können?! Diese Menschen, die ihre Einstellungen, ihre Sichtweisen über die aller anderen Stellen. Diese Menschen, die meinen, die Weißheit mit Löffeln gefressen (RW) zu haben und alle anderen für dumm oder naiv halten. Diese Menschen, die vorne herum den Moralapostel spielen, aber sobald jemand wegguckt die größte Scheiße machen, die man sich nur vorstellen kann.
Ich frage mich, wie kann man glücklich sein, wenn man „ja“ sagt, aber eigentlich „nein“ meint? Wie kann man glücklich sein, wenn man die ganze Zeit sein wahres Gesicht verbirgt und sich nicht traut zu sich selbst zu stehen?! Wie kann man morgens noch in den Spiegel sehen, wenn man sich selbst und alle anderen tagtäglich belügt und hintergeht?
Genau dieses Verhalten sehe ich oft und überall. Diese Menschen sind es, die umgangssprachlich von einigen als sog. „Gutmenschen“ bezeichnet werden. Ich mag das Wort eigentlich nicht, aber es passt. Diese Leute tun so als würden sie für alle nur Gutes und nur das Beste wollen, dabei sind sie eigentlich nur an ihrem eigentlichen Vorteil und ihrem Image interessiert. Und wenn mal jemand was dagegen sagt und sich aufregt gibt’s gleich verbal von allen Seiten was aufs Maul! Das kann doch nicht sein, dass die Mehrheit der Gesellschaft so gleich geschaltet ist oder das nicht durchschaut..

Ein gutes Beispiel für das, was ich meine ist der AStA (Allgemeiner Studierenden Ausschuss) an unserer Universität (ich werde jetzt nicht sagen, um welche Uni es sich handelt, da es mir fern liegt hier Menschen namentlich bloßzustellen!). Der AStA ist zu einem Großteil gebildet von der Fraktion Campusgrün. Dieses ist bereits ihre dritte Amtszeit, nicht für jeden Beteiligten, aber für den Großteil und auch für Campusgrün an sich. Vor zwei Jahren, bei der ersten Amtszeit war ich dabei, nein ich war und werde mit Sicherheit aus verschiedenen Gründen niemals ein Mitglied der Grünen, aber ich war im AStA. Unsere Liste (parteiunabhängig, wir wollten was für die Studenten erreichen), hat gemeinsam mit den Campusgrün den AStA gestellt. Damals dachten wir, das was sie sagten, meinten sie ernst. Sie sprachen sich gegen die Reichen und Abzocker aus, wollten das durch die Studenten eingenommene Geld sinnvoll verwenden, den Arbeitnehmern, die beim AStA angestellt sind, die Löhne erhöhen.
Aber nachher sah alles ganz anders aus: Auf unseren Vorschlag, die Gelder, die an die AStA Referenten gezahlt (das sind monatlich immerhin 300-400 Euro) werden, zu kürzen wollte keiner eingehen - das kann man ja so nun auch nicht machen! Ich war die einzige, die schließlich auf die Pauschale verzichtete und ehrenamtliche Arbeit für die Studenten leistete, weil es doch letztendlich darum gehen sollte, dass wir was für die Studenten erreichen und nicht uns an ihnen bereichern. Auch die Geschichte mit dem Lohn ist interessant, hinter verschlossenen Türen, wurde alles getan, um eben diesen nicht zu erhöhen, was man dann aufgrund einer Tarifanpassung zwangsweise tun musste und zum nächsten Wahlkampf wurde sich dann mit erreichtem gebrüstet!

Und nein, dass ist nicht eine Ausnahme und eine Seltenheit, der Großteil der Menschen, die meinen ihre Moral sei die einzig Richtige und sie wollten allen helfen, möchte eigentlich nur sich selber helfen. Immer wieder musste ich diese Erfahrung machen und darauf habe ich keinen Bock mehr!
Ich verstehe einfach nicht, warum so viele Menschen blind sind, immer wieder die gleiche Scheiße glauben, immer wieder die gleiche Scheiße wählen, immer wieder die gleiche Scheiße unterstützten?! Leute, macht doch mal die Augen auf und seht was in Deutschland vor sich geht. Die Moralisten sind die schlimmsten Heuchler überhaupt!

Ich habe diesen Text aus Wut geschrieben, die sich nicht mehr zurückhalten lässt und wer sich angesprochen fühlt, ist selber schuld!

Montag, 18. März 2013

Heimatliebe

Ich liebe meine Heimat und bin stolz auf sie! Heimat ist für mich in erster Linie nicht Deutschland, sondern mein kleiner Ort, meine Region, meine Freunde und Nachbarn.
Ich mag die Natur, unsere Berge, unsere Seen und die Wanderwege.
Seit der Diskussion über das Thema Echo und Freiwild habe ich mir darüber Gedanken gemacht, dass die besungene Heimatliebe nationalistisch wäre…
Ich selbst bin zu einem anderen Schluss gekommen und in gewisser Weise bin ich vielleicht auch ein wenig patriotisch eingestellt.
Aber Heimatliebe bedeutet für mich nicht Ausgrenzung oder Hass auf andere. Ich mag meinen Ort und die Leute, die hier Leben (zum Großteil jedenfalls ;) ). Ich bin auch stolz auf meinen Ort, denn ich denke in gewisser Weise ist er etwas Besonderes.
Das habe ich aber erst in letzter Zeit festgestellt, in Diskussionen im Netzt ist mir immer wieder aufgefallen, dass andere zum Thema Rassismus ganz andere Auffassungen haben als ich. Für mich sind alle Menschen gleich, egal woher sie kommen. Das bedeutet aber auch, dass „ihr scheiß Deutschen“ genauso schlimm ist wie „ihr scheiß Türken“ o.ä.
Ein guter Freund hat mich darauf hingewiesen, dass diese Einstellung nicht selbstverständlich ist und dadurch zustande gekommen ist, weil ich hier lebe und aufgewachsen bin.
Auch bei der Fussball-WM gibt’s beim Gewinn eines Deutschland Spiels einen großen Autokorso durch unser Dorf mit Fahnen und viel Party, aber nicht nur bei dem Gewinn der Deutschen, sondern z.B. auch beim Gewinn der türkischen oder serbischen Nationalmannschaft. Das ganze Dorf feiert, es geht um den Zusammenhalt und egal, ob man sich nun als Deutscher oder Wasauchimmer versteht, jeder freut sich und es Krawall oder Feindschaft habe ich hier noch nie erlebt. Ich selbst habe auch eine große Deutschlandfahne (und für die WM natürlich auch eine türkische) und bin in gewisser Weise auch stolz auf unser Land, denn es ermöglicht mir, hier so zu leben, dass ich glücklich bin und viele andere auch! Heimatliebe heißt nicht Hass und Fremdenfeindlichkeit, sondern Freundschaft und Solidarität!

Zum Abschluss ein paar Bilder meiner wundervollen Heimat:




Samstag, 16. März 2013

Brüste


Liebe Leute, die nun durch google hier gelandet sind: Ich muss euch leider enttäusche, des gibt keine Brüste zu sehen! (Kenne das aus Erfahrung bei dem Artikel zu Schwanzbilder)

Ein Thema, was immer wieder Platz in den Medien und auch in den Blogs findet: Zu viele halbnackte Brüste auf Werbeplakaten, zu viel Sexualisierung.
Und genau hier frage ich mich, warum wird die weibliche Brust im Gegensatz zur männlichen so sehr sexualisiert wird. Im Sommer ist es normal, dass man viele unverhüllte männliche Brüste sehen kann, aber nur selten und an FKK Stränden weibliche.
Nur durch das Paradigma, dass es sich bei der weiblichen Brust irgendwie mehr um etwas Sexuelles handelt als bei der männlichen, ist doch diese ganze Sexualisierung und auch Verwendung in entsprechender Werbung möglich.
Wäre eine nackte weibliche Brust genauso normal wie eine nackte männliche Brust, dann würde eine Werbung, in der eine weibliche Brust vorkommt, lange nicht mehr so viel Aufmerksamkeit bekommen und nicht mehr so stark provozieren!
Schön fand ich z.B. dass mit dem Slutwalk ein wenig versucht wurde, dem etwas entgegen zu setzen, indem man gesagt hat, dass es egal ist wie ein Mensch rumläuft, es gibt niemandem das Recht, diese Person irgendwie zu belästigen. Auch wenn eine Frau ihre Brüste zeigt, bedeutet das nicht, dass sie angemacht oder begrapscht werden will!
Aber leider haben viele Journalisten und gaffende Männer das nicht verstanden und gerade die Frauen, mit nackten Brüsten abgelichtet, obwohl es haufenweise anders gekleideter Personen gegeben hat und man eine bunte Mischung hätte zeigen können.
Wie sehr die Presse sich auf solche Dinge stürzt konnte man auch bei Aktionen wie dieser erkennen: Menschenrechte statt Titten

Hier bei wurde die Gier der Medien auf nackte Brüste bewusst ausgenutzt, um diese zu einem wichtigen Thema zu locken. Grandios gemacht, aber wieder unter der Prämisse, dass die weibliche Brust etwas Sexuelles, Verbotenes ist.

Neulich war ich im Theater und in dem Stück kam eine Szene aus der 69 Protestbewegung vor, bei dem zwei Personen mit nacktem Oberkörper ein Protestbanner hielten. In dieser Situation wäre mir alles andere eingefallen, aber nicht, die Brüste der weiblichen Person als irgendwas Sexuelles zu betrachten. Die Situation wirkte im Kontext eingebettet passend. Aber eine Reihe hinter mir hörte ich, wie ein Mann zu seiner Frau sagte: „Müssen die denn hier nackte Frauen zeigen, es sind auch Kinder im Publikum?!“
Ja verdammt, Brüste sind nicht gefährlich für Kinder! Wenn es im Sommer heiß ist, so laufe ich Zuhause gerne mal nackt herum, aber sobald ich in den Garten gehe, kann man sich nicht ob nicht irgendwer rüberstarrt und irgendwas anderes denkt, als dass Mensch sich einfach nur sonnen möchte!
Mich kotzt es an, dass die weibliche Brust so sexualisier, idealisiert wird. Es geht mir dabei nicht um irgendwelche Pornos oder Erotikmagazine, sondern um den Alltag, in dem ich mich nicht frei bewegen kann wie jeder Mann!

Dienstag, 12. März 2013

Erotische Kurzgeschichte: Schmerz (Teil 2)

Triggerwarnung: Es werden Handlungen geschildert, die von Außen als Gewalt wahrgenommen werdne könnten.

Den ersten Teil der Geschichte findet ihr hier: Erotische Kurzgeschichte: Der Anfang (Teil1)


Mit nur einer kurzen Handbewegung öffnest du meinen BH, der dadurch sofort die Spannung um meinen Oberkörper verliert und nur noch schlaff an mir hängt. Nun führst du den Träger zunächst um meinen linken Arm herum und nimmst mir dann das Kleidungsstück komplett ab. Ich ahne, dass du es in die Ecke wirfst, da ich von ein paar Metern hinter meinem Rücken ein kurzes klackerndes Geräusch vernehme. Ich bemerke, wie du dich von mir entfernst und kurze Zeit später wieder vor mir stehst. „Streck deine Hände aus!“
Ich fühle ein raues ungefähr ein Zentimeter dickes Seil, dass eng um meine vor Aufregung leicht zitternden Handgelenke gewickelt wird. Nun zerrst du mit Hilfe der eben entstandenen Fesselung und eines Hakens an der Decke meine Hände in die Höhe, allmählich verliere ich den festen Stand unter meinen Füßen. Schließlich berühren gerade mal meine Zehen den groben Holzboden. Ich bin in dieser Situation jetzt aufgeregt, neugierig, gespannt, fühle mich aber auch ein wenig verängstigt und hilflos ausgeliefert. Der Atem geht schneller und mein ganzer Körper spannt sich an, ich spüre einzelnen Muskel in mir, kleine vereinzelte Tropfen Schweiß bilden sich auf meiner Haut: Was wirst du tun? Wird es schmerzhaft, vielleicht sehr? Kann ich das überhaupt aushalten? Du streichelst mich am ganzen Körper, meinen Rücken, meine Taille, meine Pobacken, überall an mir spüre ich Hände. Sind es wirklich nur die deinen, oder ist da noch eine andere Person? Mit einer ruckartigen Bewegung ziehst du mir meinen Slip runter, ich bin nun völlig nackt und entblößt.
Während sich gerade deine Finger in mich hinein bewegen  erkenne ich, wie feucht ich bereits bin und auch dir bleibt das nicht verborgen. „Na meine Kleine, dir scheint das etwas zu sehr zu gefallen, dafür werde ich dich bestrafen!“ Du lässt mich alleine und ich höre deine Schritte im Raum. Ich erkenne ein zischendes die Luft durchschneidendes Geräusch und noch bevor ich mir irgendein Bild davon machen kann, worum es sich handelt, durchzieht ein heftiger Schmerz meinen Hintern. Völlig unvorbereitet verliere ich die Stabilität und hänge nur noch mit meinen Händen am Seil. Verzweifelt versuche ich mit meinen Füßen wieder festen Boden zu erreichen, als auch schon der nächste Schlag folgt. Und immer und immer wieder lässt du mir keine Chance, ich pendele am Seil hin und her und erreiche nur mit Mühe mal zwischendurch den Untergrund. Meine Oberschenkel und mein Hintern brennen vor Schmerzen. Aber von Schlag zu Schlag merke ich, wie sich meine Erregung steigert, wie der Schmerz mehr und mehr in den Hintergrund gerät und neben der Ekstase fast vollständig verschwindet. Ich verliere das Gefühl für Zeit und den Raum, nehme nicht mehr aktiv wahr, was um mich herum passiert und wo ich bin. Ich genieße das Gefühl dieses Rauschs, genieße das Gefühl innerlich in eine andere Welt abzutauchen, genieße das Gefühl des Fliegens. Ich weiß nicht, wie  viel Zeit vergeht, bevor du mich in deine Welt zurückholst.
Kraftlos und völlig erschöpft hänge ich in den Seilen, meine Knie schlottern und ich weiß, dass ich mich nicht mehr ohne Unterstützung auf meinen Beinen halten könnte. Sanft löst du die Fesseln an meinen Handgelenken und ich sinke zu Boden. Ermattet und immer noch leicht abwesend liege ich auf dem kühlen Holzboden. Du umfasst mich mit deinen Armen und trägst mich zu dem antiken mitgrünen Sofa, das ich beim Betreten des Raumes nur mit den Augenwinkeln wahrgenommen hatte. Bei jedem Knacken des Bodens komme ich wieder ein klein wenig mehr in diese Welt.

Samstag, 9. März 2013

Echo? Frei.Wild - MIA - Kraftklub


Beim diesjährigen Echo waren in einer Kategorie unter anderem MIA, Kraftklub und Freiwild nominiert. MIA und auch Kraftklub sprachen sich gegen die Nominierung von Freiwild aus (wobei zu sagen ist, dass die Bands für den Echo nur abhängig von den Verkaufszahlen und nichts sonst nominiert werden) und gaben an, selbst von ihrer Nominierung Abstand zu nehmen. Dazu ist auf der Facebookseite von Kraftklub folgendes zu lesen:

Wir haben unsere Plattenfirma gebeten, dafür zu sorgen, daß
unsere Nominierung für den Echo in der Kategorie "Rock/Alternativ National"
zurückgezogen wird.

Wir möchten nicht weiter in einer solchen Reihe genannt werden.

Obwohl wir uns gefreut haben zusammen mit Mia., Die Toten Hosen, Unheilig, und Die Ärzte nominiert gewesen
zu sein. Schade um die schöne Aftershowparty…“

Und auch bei MIA:

Hallo Zusammen,
wir waren den ganzen Tag auf Promo-Reise und kommen erst jetzt dazu, Euch folgendes mitzuteilen:
Wir haben uns heute sehr, aber leider auch nur sehr kurz über unsere ECHO-Nominierung gefreut, da unter den aktuell Nominierten mit Frei.Wild eine Band genannt wird, deren Weltbild wir zum Kotzen finden.
Es mag nicht in unserer Hand liegen, welche Künstler für einen Echo nominiert werden, aber es liegt in unserer Hand, von unserer Nominierung dankend Abstand zu nehmen.

Eure MIA.s“

Ich kannte bis dahin die Band Frei.Wild nicht, von MIA fand ich einige Lieder ganz gut und Kraftklub habe ich ab und zu durch Zufall im Radio gehört. Aber ich bin wie immer der Meinung, dass ich nicht alles glaube, was man so in den Medien hört und habe daher mal ein bisschen durchs Netzt gestöbert und mir auch ein paar Lieder von Frei.Wild angehört, von denen es heißt, dass sie nationalsozialistisches Gedankengut verbreiten.
Mein Eindruck ist eher, dass die Band sich gerade in ihren Liedern immer gegen jede Art von Faschismus und Rechtsextremismus ausspricht und ich frage mich ernsthaft, wie man aus den Liedtexten rechtes Gedankengut erkennt.
Auch habe ich gelesen, dass einer der Sänger vor über zehn Jahren in seiner Jugend zeitweise in die rechte Szene abgerutscht war, was er heute bereut - sollte man daraus der ganzen Band einen Strick drehen?
Was mir bei meiner Recherche auch untergekommen ist: Die Band MIA bekam selbst mal den Vorwurf, mit ihrer Musik in der rechten Ecke zu stehen. (Es ist, was es ist: saudämlich / taz von 2003). Nein, ich möchte damit jetzt nicht sagen, dass diese Band rechts ist, das glaube ich nicht. Wundere mich aber doch, dass man selbst einfach so auf einen Zug aufspringt (Kraftklub hatte zuerst die Boykottierung des Echo bekannt gegeben) ohne sich ein wenig zu informieren, wenn man eben diese Erfahrung gemacht hat. Ich muss sagen, dass es diese Band dadurch geschafft hat, sich bei mir unbeliebt zu machen. Bestimmt auch noch bei einigen anderen. Ich habe ein Problem damit, wenn Leute nicht in der Lage sind, ihr eigenes Gehirn zu benutzen und so wirkt die Aktion von MIA leider auf mich.

Auch habe ich mir die Texte von Kraftklub angesehen und erkenne da nichts tolles, positives, fröhliches. Nichts Aufmunterndes wie bei Frei.Wild und nichts gute-Laune-mäßiges wie bei MIA. Kraftklub scheint damit Erfolg zu haben, dass sie darüber singen, wie scheiße bisher ihr Leben war und wie scheiße doch alles anderen sind. Es klingt oft so ein bisschen nach dem Suhlen im Selbstmitleid. Mit der Ausnahme „Eure Mädchen“, da ist das ganze umgedreht und sie haben erkannt, dass sie Erfolg haben, wodurch sie sich nun über andere erheben. Meiner Meinung nach eine Einstellung, die wirklich „zum Kotzen“ ist!

Und Frei.Wild singt tatsächlich darüber, dass sie die Werte einer Minderheit (deutschsprachige Tiroler in Italien) bewahren möchten und ihre Heimat lieben. Würden die nun Volksmusik statt Rockmusik machen wäre alles wunderbar. Aber so sind sie für manche wohl einfach eine zu große Konkurrenz bzw. Rockmusik ist ja per se böse und Volksmusik eben nicht. Ein Beispiel von eine Volksmusikband, die ebenso ihre Heimat besingt, aber niemals in die rechte Ecke gerückt wurde sind die Kastelruhter Spatzen: „Südtirol - Du mein schönes Heimatland, Südtirol - Auf Dich sind wir stolz“ so beginnt das Südtirol Lied und im gleichen Tenor geht’s weiter. Aber die sind ja nicht nominiert für den Echo und natürlich machen die Voksmusik und nicht Rockmusik.
Scheiß Doppelmoral!

Mein persönliches Fazit der Debatte: Ich bin enttäuscht von MIA, Kraftklub ist mir so egal wie vorher und mit Frei.Wild habe ich eine für mich neue Band entdeckt, die echt gute Musik macht.

Donnerstag, 7. März 2013

Sexuelle Orientierung und Schubladen


Menschen denken immer und überall bei jedem Thema in irgendwelchen Schubladen. Diese Schubladen helfen dabei, andere Menschen oder auch Gegenstände oder was auch immer sofort irgendwie einordnen zu können. Wenn z.B. etwas vier Räder, Sitze und ein Lenkrad hat, kommt automatisch die Assoziation „Fortbewegungsmittel“.
Das Problem mit den Schubladen ist allerdings, dass es bei Menschen, die wir einordnen meist nicht so einfach ist wie bei einem Auto. Gerade was die Sexualität von Menschen angeht, neigen wir dazu, in Schubladen zu denken.
Nicht nur indem bei bestimmten oder ungewöhnlichen Verhaltensweisen Vermutungen angestellt werden, ob die entsprechende Person evtl. homosexuell ist (muss man das eigentlich wirklich wissen?!), sondern auch indem wir uns öfter immer selbst in irgendwelche Schubladen einsortieren. Gerade bei der Sexuellen Orientierung habe ich noch keinen erwachsenen Menschen kennengelernt, der nicht sich selbst irgendwo einsortiert hat: heterosexuell, homosexuell, bisexuell, pansexuell, asexuell… (vielleicht gibt’s da sogar noch mehr Schubladen, dass sind nur die, die mir spontan einfallen).
Dieses sich selbst einsortieren gibt Sicherheit. Man hat etwas, worauf man sich beziehen kann, worauf man zurückgreifen kann.
Oft funktioniert das aber leider durch Abgrenzung zu den Menschen, die sich in den anderen Schubladen befinden. Heterosexuelle Menschen wollen häufig deutlich machen, dass sie nicht homosexuell sind. Was bei einigen leider durch ein übersteigertes Ego oder durch homophobe Äußerungen  passiert. Homosexuelle Menschen sind auch wieder mit bestimmten Vorurteilen konfrontiert, sobald ihre sexuelle Orientierung bekannt Wird. Bisexuelle Menschen, müssen sich von homosexuellen Menschen anhören, dass sie das ja gar nicht ernst meinen, sondern sie einfach mal etwas ausprobieren möchten und von Heterosexuellen, dass sie ja eigentlich schwul wären, nur nicht richtig dazu stehen. Pansexuelle und Asexuelle müssen sich generell dem Vorurteil stellen, dass es Menschen wie sie gar nicht gibt oder die Leute da einfach gar nichts mit anzufangen wissen.
Helfen die Schubladen also hier wirklich weiter? Mir persönlich hilft es nur weiter, wenn ich an meinem Gegenüber interessiert bin (und das nicht nur freundschaftlich), dann möchte ich natürlich schon wissen, gibt es da überhaupt eine Chance.
Ein Mann, der sich selbst klar als homosexuell definiert, wird sich sexuell wohl nicht für mich als Frau interessieren und daher muss ich dann keine Energie in irgendwelche Versuche investieren, die sowieso im Sande verlaufen.
Komischerweise sehen Männer das teilweise anders und finden gerade homosexuelle Frauen auf eine Art anziehend. Sind diese Männer naiv oder so von sich selbst überzeugt, dass sie denken, sie hätten eine Chance, obwohl eine Frau eigentlich nicht an einem Mann interessiert ist? Ich frage mich das ernsthaft.
Ohne jemanden zu fragen, kann ich ihn theoretisch nie sicher einer bestimmten Schublade zuordnen, selbst wenn ich ein küssendes Pärchen sehe, sagt das noch wenig über die sexuelle Orientierung aus: Ein Mann und eine Frau könnten sowohl, hetero- , bi- oder pansexuell sein, zwei Personen des gleichen Geschlechts homo-, bi- oder pansexuell. Trotzdem ordnen über 90% der Menschen die beiden vermutlich wieder gleich in eine Schublade ein. Bei Mann und Frau wird das Label heterosexuell und bei einem gleichgeschlechtlichen Paar das Label homosexuell aufgedrückt. Ohne nachzufragen, ohne nachzudenken.

Mittwoch, 6. März 2013

Ich bin eben anders und möchte nicht so sein wie du!


Ich weiß, dass ich anders bin als viele andere Menschen. Darum gehe ich nicht davon aus, dass meine Art zu Leben, meine Art der Beziehungsführung, meine Art der Sexualität und allgemein meine Wünsche und Einstellungen auf jede andere Person übertragbar sind. Ich glaube nicht mal, dass alle Frauen so leben sollten wie ich. Ich denke, dass jeder Mensch anders und individuell ist. Ich weiß, was für mich das Richtige ist, weiß aber auch, dass es für andere Menschen wiederum genau das Falsche sein kann.
Vielleicht fällt mir das einfacher zu akzeptieren als vielen anderen Menschen, weil ich nicht so bin, wie die Mehrheit ist oder mich gerne hätte. Gerade was die Sexualität betrifft: Ich lebe BDSM (bin masochistisch und devot) und bin außerdem bisexuell (was es in öffentlichen Diskussionen so gut wie gar nicht gibt).
Ich liebe meine Freiheit und lasse mich nicht gerne einengen. Für mich gibt es weitaus wichtigere Werte als Geld. Und wenn ich mit Menschen nicht klar komme, weil sie unfreundlich sind, gehe ich - egal ob im Job oder sonst wo. Viele Menschen, die ich kenne tun (aus meiner Sicht leider) ganz schon viel für Geld, verändern und verbiegen sich, lassen sich alles Mögliche vorschreiben. Ich will das nicht!
Für mich ist es oft schwierig, andere Menschen und ihre Einstellungen zu verstehen, aber ich versuche immer daran zu denken, dass ich nie davon ausgehen kann, dass andere Menschen automatisch meiner Meinung sind, nur weil sie es bei einem anderen Thema vielleicht sind.
Ich liebe Ehrlichkeit, schonungslose Ehrlichkeit! Dann weiß ich wenigstens, woran ich bin. Wenn jemand mich scheiße findet, bitteschön - ich finde auch genug Personen scheiße. Aber wenn du mich scheiße findest, dann tu doch nicht so, als wenn es nicht so wäre!

Was ich nicht leiden kann sind Personen, die davon ausgehen, dass ihre Art zu leben die Richtige wäre, dass ihre Projekte und ihr Engagement wichtiger sind als alles andere. Menschen, die mir sagen wollen, wie ich mich verhalten soll. Menschen, die sich selbst moralisch über andere erheben.
Vegetarier dürfen sich selber gerne besser fühlen, mich aber bitte nicht jedes Mal belehren. Es ist toll, wenn du dich in Projekten für ärmere Länder engagierst, mein Fall ist das nicht, also versuch doch nicht, mich davon zu überzeugen! Ich habe meine eigenen Projekte, meine eigene Meinung und versuche doch auch nicht jedes Mal, wenn wir uns treffen, dich davon zu überzeugen, dass du dein Leben verändern sollst! Ich erwarte, dass andere Menschen mich so akzeptieren wie ich bin, denn ich mache das gleiche gegenüber jedem anderen auch!