Freitag, 25. Januar 2013

Warum treffe ich keine Arschlöcher?



In jedem Spielfilm sieht man sie, auf beinahe jedem feministischem Blog wird sich über sie aufgeregt: Männer, die Frauen scheiße behandeln, sie belügen und betrügen.
Ich bin im wahren Leben noch keinem solchen Mann begegnet - oder ich habe es nicht gemerkt (was ich aber bezweifele).
Die Männer, die ich näher kennenlerne sind meist nett, liebevoll und zuvorkommend.
Ich frage mich wirklich, ob ich einfach Glück habe, andere Ansprüche oder naiv bin und es nicht merke. Denn ich glaube nicht, dass es diese Männer, von denen ich immer höre, nicht gibt. Ich denke, dass wenn Frauen erzählen, dass ein Mann sie belogen und betrogen hat, dass das auch der Wahrheit entspricht. Und man sieht es ja auch an teilweise sexistischen Werbekampagnen o.ä.
Um zu prüfen, ob ich einem solchen Mann begegnet bin, stelle ich mir nun erstmal eine Definition von Arschloch zusammen:

- Ein Mann, der keine Rücksicht auf die Gefühle der Frau nimmt, ihr die Liebe vorspielt, aber gleichzeitig mit anderen ins Bett geht.
- Ein Mann, der nicht aufhört mit sexuellem, obwohl die Frau nein sagt.
- Ein Mann, der sexuell übergriffig gegenüber fremden Frauen ist (Klaps auf den Hintern oder Anfassen der Brüste)
- Ein Mann, der beleidigend oder übergriffig wird, weil er einen Korb bekommen hat.

Da ich persönlich eine sehr offene und lockere Persönlichkeit bin und auch nichts gegen Berührungen von Freunden habe (sie sogar mag), kann ich mir vorstellen, dass hier eine Diskrepanz zwischen meiner Einstellung und der anderer Frauen besteht. Bei guten Freunden ist ein Klaps auf den Hintern o.ä. völlig normal, also stört mich nicht und mache ich auch selbst. Trotzdem kann ich nachvollziehen, wenn andere das anders sehen. Und von fremden Menschen würde ich mir so was mit Sicherheit nicht gefallen lassen!

Genauso beim Sex: Ich bin in der Lage klipp und klar zu zeigen oder zu sagen, was ich nicht will und bisher hat auch jeder darauf geachtet und reagiert. Wenn ich ein Date habe, kann ich auch sagen, dass das nichts wird mit uns außer Freundschaft und auch da habe ich noch keine negativen Reaktionen erlebt.

Ich weiß einfach nicht, wo sich die ganzen Machos und Arschlöcher vor mir versteckt haben. Natürlich bin ich froh, dass es mir so geht.
Noch ein weiterer Punkt, der mir auffällt ist, dass ich sehr an das positive im Menschen glaube (was vielleicht auch ein wenig naiv ist), aber wenn ich verabredet bin und jemand ist fünf oder zehn Minuten nach der vereinbarten Zeit nicht gekommen, dann denke ich nicht, dass die Person mich vergessen oder absichtlich versetzt hat, sondern erstmal, dass sie vielleicht im Stau steht oder aus irgendwelchen anderen Gründen nicht kommt. Das habe ich bei anderen auch schon anders erlebt. Bei einer Freundin, die sich mit jemandem treffen wollte, kam dieser ca. 15 Minuten zu spät. Bis dahin hatte sie mir schon am Telefon die Ohren vollgeheult, dass sie wieder versetzt wurde und warum sie denn immer an solche Arschlöcher gerate. Als er dann doch kam, war sie natürlich in entsprechender Stimmung.
Vielleicht kommt diese Einstellung auch durch negative Erfahrungen, wenn man in der Vergangenheit wirklich versetzt wurde und dadurch generell sehr negativ eingestellt ist. Ich denke, dass ich das eher locker nehmen würde nach dem Motto „Pech gehabt, aber es gibt auch noch genug andere“. Ok, dann hätte ich ein Arschloch auf meiner Liste neben hunderten netten Männern… würde sich aber wohl nicht darauf auswirken, dass ich weiterhin positiv denke! Und vielleicht treffe ich Arschlöcher, aber erinnere mich auch nicht mehr an alle, weil sie einfach keine große Bedeutung für mich haben oder hatten!
Vielleicht würde das auch einigen anderen für ein glücklicheres Leben helfen, wenn man nicht immer darüber nachdenkt, wie böse und gemein der andere sein könnte.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen