In jedem Spielfilm sieht man sie,
auf beinahe jedem feministischem Blog wird sich über sie aufgeregt: Männer, die
Frauen scheiße behandeln, sie belügen und betrügen.
Ich bin im wahren Leben noch
keinem solchen Mann begegnet - oder ich habe es nicht gemerkt (was ich aber
bezweifele).
Die Männer, die ich näher
kennenlerne sind meist nett, liebevoll und zuvorkommend.
Ich frage mich wirklich, ob ich
einfach Glück habe, andere Ansprüche oder naiv bin und es nicht merke. Denn ich
glaube nicht, dass es diese Männer, von denen ich immer höre, nicht gibt. Ich
denke, dass wenn Frauen erzählen, dass ein Mann sie belogen und betrogen hat,
dass das auch der Wahrheit entspricht. Und man sieht es ja auch an teilweise
sexistischen Werbekampagnen o.ä.
Um zu prüfen, ob ich einem
solchen Mann begegnet bin, stelle ich mir nun erstmal eine Definition von
Arschloch zusammen:
- Ein Mann, der keine
Rücksicht auf die Gefühle der Frau nimmt, ihr die Liebe vorspielt, aber
gleichzeitig mit anderen ins Bett geht.
- Ein Mann, der nicht aufhört
mit sexuellem, obwohl die Frau nein sagt.
- Ein Mann, der sexuell
übergriffig gegenüber fremden Frauen ist (Klaps auf den Hintern oder Anfassen
der Brüste)
- Ein Mann, der beleidigend
oder übergriffig wird, weil er einen Korb bekommen hat.
Da ich persönlich eine sehr
offene und lockere Persönlichkeit bin und auch nichts gegen Berührungen von
Freunden habe (sie sogar mag), kann ich mir vorstellen, dass hier eine
Diskrepanz zwischen meiner Einstellung und der anderer Frauen besteht. Bei
guten Freunden ist ein Klaps auf den Hintern o.ä. völlig normal, also stört
mich nicht und mache ich auch selbst. Trotzdem kann ich nachvollziehen, wenn
andere das anders sehen. Und von fremden Menschen würde ich mir so was mit
Sicherheit nicht gefallen lassen!
Genauso beim Sex: Ich bin in der
Lage klipp und klar zu zeigen oder zu sagen, was ich nicht will und bisher hat
auch jeder darauf geachtet und reagiert. Wenn ich ein Date habe, kann ich auch
sagen, dass das nichts wird mit uns außer Freundschaft und auch da habe ich
noch keine negativen Reaktionen erlebt.
Ich weiß einfach nicht, wo sich
die ganzen Machos und Arschlöcher vor mir versteckt haben. Natürlich bin ich
froh, dass es mir so geht.
Noch ein weiterer Punkt, der mir
auffällt ist, dass ich sehr an das positive im Menschen glaube (was vielleicht
auch ein wenig naiv ist), aber wenn ich verabredet bin und jemand ist fünf oder
zehn Minuten nach der vereinbarten Zeit nicht gekommen, dann denke ich nicht,
dass die Person mich vergessen oder absichtlich versetzt hat, sondern erstmal,
dass sie vielleicht im Stau steht oder aus irgendwelchen anderen Gründen nicht
kommt. Das habe ich bei anderen auch schon anders erlebt. Bei einer Freundin,
die sich mit jemandem treffen wollte, kam dieser ca. 15 Minuten zu spät. Bis
dahin hatte sie mir schon am Telefon die Ohren vollgeheult, dass sie wieder
versetzt wurde und warum sie denn immer an solche Arschlöcher gerate. Als er
dann doch kam, war sie natürlich in entsprechender Stimmung.
Vielleicht kommt diese
Einstellung auch durch negative Erfahrungen, wenn man in der Vergangenheit
wirklich versetzt wurde und dadurch generell sehr negativ eingestellt ist. Ich
denke, dass ich das eher locker nehmen würde nach dem Motto „Pech gehabt, aber
es gibt auch noch genug andere“. Ok, dann hätte ich ein Arschloch auf meiner
Liste neben hunderten netten Männern… würde sich aber wohl nicht darauf
auswirken, dass ich weiterhin positiv denke! Und vielleicht treffe ich
Arschlöcher, aber erinnere mich auch nicht mehr an alle, weil sie einfach keine
große Bedeutung für mich haben oder hatten!
Vielleicht würde das auch einigen
anderen für ein glücklicheres Leben helfen, wenn man nicht immer darüber
nachdenkt, wie böse und gemein der andere sein könnte.
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