Mittwoch, 30. Januar 2013

Ist es Liebe?

Ich weiß nicht, was es ist.
Ich weiß, ich mag dich,
ich mag deinen Geruch,
ich mag dein Lächeln,
ich mag deine Berührungen!
Ich vermisse dich, wenn du nicht hier bist! 

Ich weiß nicht, was es ist.
Ich weiß, ich mag dich,
ich mag deine Küsse, 
ich mag Gespräche mit dir,
ich mag deine Nähe! 
Ich wünschte, du wärst bei mir! 

Ich weiß nicht was es ist,
ich glaube ich mag dich sehr! 

Sonntag, 27. Januar 2013

#aufschrei


Ein Aufschrei geht durchs Land. Nachdem eine Journalistin in einem Stern Artikel dem FDP-Politiker Brüderle Sexismus bzw. eine sexistische Anmache im beruflichen Kontext vorgeworfen hatte, stürzen sich alle darau.
Wenn man etwas über die Situation oder die Reaktionen verschiedener Politiker erfahren möchte, muss man nur mal auf Google „Brüderle“ eingeben und auf News klicken, zig Seiten, die sich nur mit diesem Thema befassen. Ich möchte eigentlich gar nicht so viel zu diesem speziellen Fall schreiben, da man trotz all der tausend Seiten und Nachrichten relativ wenig von der Kommunikation der zwei miteinander erfährt. Vielleicht ist er etwas aufdringlich geworden, vielleicht hat sie das nur so aufgefasst - die einzigen, die das wissen, sind die zwei Personen selbst. Auch, dass der Artikel gerade jetzt erscheint, scheint ziemlich berechnet zu sein - egal ob jetzt vom Stern oder der Journalistin selber.

Es ist viel wichtiger, was das nach sich zog. Auf twitter gibt es zehntausende Posts unter dem Hashtag #aufschrei, die sich mit dem allgegenwärtigen Sexismus bzw. mit sexueller Gewalt beschäftigen. Tausende Frauen erzählen von ihren Erlebnissen, um so klar zu machen, dass es sich dabei nicht um einen Einzelfall handelt. In der gesamten Gesellschaft gibt es immer wieder solche unerwünschten Situationen und teilweise Verbrechen (wenn es sich dann um sexuelle Gewalt handelt). Ich selbst habe wenig zu berichten, aber vielleicht auch, weil ich meine Grenze anders setze (siehe auch warum treffe ich keine Arschlöcher). Dennoch glaube ich all diesen Menschen ihre Erlebnisse und möchte sie ernst nehmen. Daher finde ich die Aktion gut und hoffe, dass sie etwas bewirkt. Ich möchte hiermit auch darauf aufmerksam machen und hoffe, dass ein Umdenken bei einigen Menschen kommt. Dass vielleicht mehr gesprochen als gegrapscht wird, dass gefragt wird, bevor jemand angefasst wird, dass ein Nein sofort und ohne irgendwelche anschließenden Diskussionen akzeptiert wird.

Ich hoffe aber auch, dass diese Aktion nicht dazu führt, dass jede Frau jeden Mann unter diesen Vorzeichen betrachtet. Ich hoffe, dass ich bei einem Kennenlernen noch in der Lage bin genauso locker und offen auf neue Leute zu zugehen, auch wenn ich weiß, wie viele so etwas erlebt haben.
Ich möchte nicht, dass das ins Gegenteil kehrt und jeder Mann nun als ein Sexist gesehen wird. Genauso wenig möchte ich natürlich, dass Frauen weiter unter solchen Dingen leiden müssen!


Freitag, 25. Januar 2013

Warum treffe ich keine Arschlöcher?



In jedem Spielfilm sieht man sie, auf beinahe jedem feministischem Blog wird sich über sie aufgeregt: Männer, die Frauen scheiße behandeln, sie belügen und betrügen.
Ich bin im wahren Leben noch keinem solchen Mann begegnet - oder ich habe es nicht gemerkt (was ich aber bezweifele).
Die Männer, die ich näher kennenlerne sind meist nett, liebevoll und zuvorkommend.
Ich frage mich wirklich, ob ich einfach Glück habe, andere Ansprüche oder naiv bin und es nicht merke. Denn ich glaube nicht, dass es diese Männer, von denen ich immer höre, nicht gibt. Ich denke, dass wenn Frauen erzählen, dass ein Mann sie belogen und betrogen hat, dass das auch der Wahrheit entspricht. Und man sieht es ja auch an teilweise sexistischen Werbekampagnen o.ä.
Um zu prüfen, ob ich einem solchen Mann begegnet bin, stelle ich mir nun erstmal eine Definition von Arschloch zusammen:

- Ein Mann, der keine Rücksicht auf die Gefühle der Frau nimmt, ihr die Liebe vorspielt, aber gleichzeitig mit anderen ins Bett geht.
- Ein Mann, der nicht aufhört mit sexuellem, obwohl die Frau nein sagt.
- Ein Mann, der sexuell übergriffig gegenüber fremden Frauen ist (Klaps auf den Hintern oder Anfassen der Brüste)
- Ein Mann, der beleidigend oder übergriffig wird, weil er einen Korb bekommen hat.

Da ich persönlich eine sehr offene und lockere Persönlichkeit bin und auch nichts gegen Berührungen von Freunden habe (sie sogar mag), kann ich mir vorstellen, dass hier eine Diskrepanz zwischen meiner Einstellung und der anderer Frauen besteht. Bei guten Freunden ist ein Klaps auf den Hintern o.ä. völlig normal, also stört mich nicht und mache ich auch selbst. Trotzdem kann ich nachvollziehen, wenn andere das anders sehen. Und von fremden Menschen würde ich mir so was mit Sicherheit nicht gefallen lassen!

Genauso beim Sex: Ich bin in der Lage klipp und klar zu zeigen oder zu sagen, was ich nicht will und bisher hat auch jeder darauf geachtet und reagiert. Wenn ich ein Date habe, kann ich auch sagen, dass das nichts wird mit uns außer Freundschaft und auch da habe ich noch keine negativen Reaktionen erlebt.

Ich weiß einfach nicht, wo sich die ganzen Machos und Arschlöcher vor mir versteckt haben. Natürlich bin ich froh, dass es mir so geht.
Noch ein weiterer Punkt, der mir auffällt ist, dass ich sehr an das positive im Menschen glaube (was vielleicht auch ein wenig naiv ist), aber wenn ich verabredet bin und jemand ist fünf oder zehn Minuten nach der vereinbarten Zeit nicht gekommen, dann denke ich nicht, dass die Person mich vergessen oder absichtlich versetzt hat, sondern erstmal, dass sie vielleicht im Stau steht oder aus irgendwelchen anderen Gründen nicht kommt. Das habe ich bei anderen auch schon anders erlebt. Bei einer Freundin, die sich mit jemandem treffen wollte, kam dieser ca. 15 Minuten zu spät. Bis dahin hatte sie mir schon am Telefon die Ohren vollgeheult, dass sie wieder versetzt wurde und warum sie denn immer an solche Arschlöcher gerate. Als er dann doch kam, war sie natürlich in entsprechender Stimmung.
Vielleicht kommt diese Einstellung auch durch negative Erfahrungen, wenn man in der Vergangenheit wirklich versetzt wurde und dadurch generell sehr negativ eingestellt ist. Ich denke, dass ich das eher locker nehmen würde nach dem Motto „Pech gehabt, aber es gibt auch noch genug andere“. Ok, dann hätte ich ein Arschloch auf meiner Liste neben hunderten netten Männern… würde sich aber wohl nicht darauf auswirken, dass ich weiterhin positiv denke! Und vielleicht treffe ich Arschlöcher, aber erinnere mich auch nicht mehr an alle, weil sie einfach keine große Bedeutung für mich haben oder hatten!
Vielleicht würde das auch einigen anderen für ein glücklicheres Leben helfen, wenn man nicht immer darüber nachdenkt, wie böse und gemein der andere sein könnte.

Donnerstag, 24. Januar 2013

Freitag, 18. Januar 2013

Schwanzbilder

Vorbemerkung: Das Folgende passierte in einem Erotikportal im Internet. Ich glaub, ich werde da draus mal eine Serie machen, der Stoff geht mir echt nie aus :D  

In Forumsdiskussionen habe ich schon davon gehört: Männer, die Frauen einfach ohne Vorankündigung ein Foto ihres erigierten Penis schicken, entweder als persönliche Nachricht oder im Chat. Ich selbst habe mich bisher meist recht gut im Chat unterhalten und auch noch keine Penisnachrichten bekommen.
Ich dachte, vielleicht liegt es ja daran, dass ich in meinem Profil deutlich erwähnt habe, dass ich mich mit Menschen mit Gesichtern und nicht mit Schwänzen, Brüsten oder Ärschen unterhalten möchte.
Aber jetzt habe ich doch auch mein erstes Schwanzfoto geschickt bekommen. Da ich ja sehr neugierig bin, breche ich daraufhin nicht einfach die Unterhaltung ab, sondern frage mal nach. Ich möchte wissen, warum Männer so was machen und was sie sich davon erhoffen. Er betonte, er würde das nur als Vorgeschmack schicken, wenn sowieso schon klar sei, dass da etwas laufen könnte. Oh, mir war gar nicht bewusst, dass dies für das Gegenüber klar war. O_o

Hm und auf die Frage, ob es ernsthaft Frauen gibt, die sich über ein solches Bild freuen bzw. die das erregt, behauptete er, er hätte eben diese Erfahrung gemacht. Vielleicht gibt es die ja wirklich. Frauen, die sich am Bild eines besten Stückes erfreuen. Mal ein Tipp an alle Männer, die gerne ihre Schwänze verschicken und sich dadurch etwas erhoffen, fragt die Frau doch vorher, ob sie sich über ein solches Bild freuen würde!
So schreckt ihr andere vielleicht nicht ganz so schnell ab und könnte trotzdem fleißig Penisbilder an Frauen verteilen, die sich darüber auch freuen. Eine Win-Win-Situation!

Übrigens fand ich den Herrn eigentlich recht nett, doch durch diese Aktion hat er einige Sympathiepunkte verloren...

Sonntag, 13. Januar 2013

Ausstrahlung - wahre Schönheit kommt von Innen



Schönheitsideale aus den Medien sind wohl den meisten bekannt: Frauen sollen möglichst schlank sein, lange Haare und große Busen (wobei zu groß dann auch wieder nicht) haben, Männer sollen einen Waschbrettbauch haben und auch sonst etwas muskulös sein und natürlich sind lange Haare für Männer ein No-Go.

Oft lese ich davon, dass diese Schönheitsideale kritisiert oder angegriffen werden. Diese Schönheitsideale üben Druck aus auf Frauen wie Männer. Frauen verrennen sich in Essstörungen, zählen Kalorien, denken fast den ganzen Tag nur daran, wie sie verhindern können zuzunehmen. Männer rennen in Fitnessstudios und stopfen Steroide in sich hinein um auch dem dargestellten Schönheitsideal möglichst nahe zu kommen.
Alle diese Menschen denken nicht mehr an sich, sondern nur an ihr Außenbild, vergessen wie glücklich eine Schokotorte einen machen kann, wie schön es sein kann, einfach einen Tag vergehen zu lassen ohne etwas zu tun. Vergessen wie schön es sein kann, die Gedanken über Essen, Kalorien, Gewicht und Muskeln einfach mal nicht den ganzen Tag im Kopf zu haben. Haben keine Zeit mehr sich den schönen Dingen zu widmen.
Natürlich trifft dies nicht auf alle Menschen zu, sondern es gibt verschiedene Abstufungen von harmlos bis hin zu krankhaft.

Als Jugendliche habe ich leider selbst die Erfahrung gemacht, dass ich unbedingt abnehmen wollte (obwohl ich durchaus sehr schlank war). Das ging so weit, dass ich beinahe nichts mehr gegessen habe und schließlich dadurch ab und an, das Bewusstsein verloren habe, da mein Körper keine Energie mehr hatte.
Als ich mich dann stark verletzte, da ich mit dem Kopf auf die Straße knallte, kam bei mir das Umdenken, dass es nicht so weiter geht und ich habe langsam wieder normal gegessen. Das war meiner Meinung nach bereits krankhaft und gefährlich.

Und wenn ich mich umgucke, dann wirken meistens diese Menschen auf mich nicht besonders schön, denn sie wirken unglücklich und angestrengt. Klar, auf einem Foto sieht man das vielleicht nicht, auf einem Foto sind sie evtl. Fleischgewordene Schönheitsideale, aber ansprechend finde ich das nicht.
Ansprechend sind viel mehr ein Selbstbewusstes Auftreten, ein glückliches Lächeln und eine unbefangene lockere Art. Es kommt nicht darauf an, ob jemand dick oder dünn, groß oder klein oder was auch immer ist, sondern auf die sog. „Inneren Werte“.
Wenn man mit sich selbst im Reinen ist, sich selbst schön findet und nicht immer darüber nachdenkt, was die anderen von einem denken, dann strahlt man das auch aus.

Mittlerweile bin ich glücklich so wie ich bin und dass obwohl ich beinahe doppelt so viel wiege wie als Jugendliche (auch noch vor der Essstörung). Ich habe aufgrund einer Krankheit ziemlich schnell ziemlich viel zugenommen und war erstmal unglücklich über all das, da mir meine Kleidung nicht mehr passte. Musste also meine gesamte Garderobe neu kaufen, wobei das Shoppen natürlich wieder viel Spaß gemacht hat. Andererseits bin ich aber glücklich darüber, dass ich noch lebe und ja, wenn ich in den Spiegel schaue, dann finde ich mich wunderschön - trotz Übergewicht.
Und generell mache ich eigentlich nur, wozu ich Lust habe, gehe in Jogginghose Coktailtrinken oder entspanne im Kleidchen vor dem Fernseher wenn mir gerade danach ist ohne darüber nachzudenken, was andere davon halten.
Und meine Erfahrung zeigt nicht nur, dass es mir persönlich viel besser geht, wenn ich nicht immer an Essen und irgendwelche Schönheitsideale denke. Sondern auch bei anderen Menschen komme ich viel besser an, kriege häufiger Komplimente für mein Aussehen oder meinen Stil - sowohl von weiblichen als auch von männlichen Personen. Und dabei bemühe ich mich nun gar nicht mehr um eben diese!
Wahre Schönheit kommt eben doch von Innen und wer es schafft mit sich im Reinen zu sein kommt ganz unabhängig von irgendwelchen Schönheitsidealen an. Die ganzen unrealistischen Werbefiguren gehen mir daher auch am Arsch vorbei.
Auch ich finde häufig Menschen attraktiv, die eben nicht dem Schönheitsideal entsprechen, aber einfach das gewisse etwas haben - Ausstrahlung!

Mittwoch, 9. Januar 2013

Das K-Wort

Ich habe heute zum ersten mal zufällig in einem Artikel das „K-Wort“ gelesen. Gemeint ist Kanake. Der Autor des Artikels geht wohl davon aus, dass es sich dabei um ein ähnlich stark rassistisches Wort handelt, wie das N-Wort. Über dem Text prangt eine Triggerwarnung, da ein rassistisches Wort ausgeschrieben wird, zur Erklärung. Damit wird also davor gewarnt, dass in Klammern hinter dem „K-Wort“ Kanake steht.

Ich habe mich ernsthaft darüber gewundert. Ich habe Kanake niemals als ein rassistisches Wort erlebt. Es wird in meinem Umfeld häufig genutzt, um Mitbürger zu bezeichnen, die ein südliches Aussehen haben und die selbst oder deren Eltern aus dem Ausland kommen, aber niemals im Negativen. Verwendet wird es am meisten von eben jenen selbst. Also habe ich erstmal Kanake gegoogelt, um festzustellen, was es damit auf sich hat und habe den Wikipedia Artikel  gefunden, der differenziert die Bedeutungen erklärt und tatsächlich geht aus ihm hervor, dass Kanake auch als Schimpfwort verwendet wird.
Wie oft habe ich wieder das Gefühl, dass ich in einer anderen Welt lebe als die meisten. Einige meiner engen Freunde kommen aus Syrien oder Albanien und bezeichnen sich eben selbst oft als Kanaken bzw. Ich sie auch manchmal, aber mit Sicherheit niemals als Beleidigung. Und bis jetzt ist mir noch kein Mensch real begegnet, der dieses Wort als Beleidigung aufgefasst hat.
Auch aufgrund der Wortherkunft, Kanake bedeutet einfach „Mensch“, kann ich mir nicht erklären, wie sich ein solches Wort zu einer Beleidigung entwickeln konnte.
Vielleicht hängt meine mangelnde Erfahrung auch mit dem Alter zusammen, auch die meisten Menschen, die das Wort benutzen sind eher jünger als 40.
Interessant wäre auch noch, was das Wort zuerst war, Beleidigung oder Eigenbezeichnung? Wäre es erst eine Beleidigung gewesen, so würde es sich hierbei (in meiner Umgebung zumindest) um einen erfolgreichen Fall des reclaimings handeln. Bisher sieht es aber aufgrund meiner Nachforschungen so aus, als ob „Kanake“ eigentlich ein neutrales Wort ist, welches leider auch von einigen wenigen als Beleidigung genutzt bzw. aufgefasst wird.

Ich frage mich, was das jetzt für mich bedeutet, dass dieses Wort auch als eine Art Beleidigung aufgefasst werden kann. Wie kann ich sicher sein, dass ein Gegenüber das nicht falsch versteht? Also bei den meisten Leuten bin ich mir sicher, dass das nicht falsch verstanden wird. Und in fremder Umgebung bzw. unter unbekannten Leuten, verwende ich das Wort sowieso eher nicht, da es meist als eine Art kumpelhafte Ansprache verwendet wird.
Irgendwie muss ich da noch einiges auseinanderwirren in meinem Kopf…

Montag, 7. Januar 2013

Sexismus


Wieder mal angeregt durch einen Artikel  von Antje Schrupp, schreibe ich nun selbst was zum Thema. Wobei mir bewusst ist, dass sie in ihrem Artikel einen ganz anderen Schwerpunkt hatte.
Ich möchte hier nämlich nicht den Schwerpunkt auf die Aussage „Ich bin kein Sexist“, die häufig zur Verteidigung oder als eine Art Argument verwendet wird legen, sondern auf den Sexismus selber. Möchte erzählen, was ich unter Sexismus verstehe und wo ich die Probleme sehe. Vielleicht auch anregen, mal über den eigenen Sexismus oder das eigene Verständnis von Sexismus nachzudenken.

Beginnen möchte ich mit meiner Definition von Sexismus. Ich sage bewusst nicht mit einer allgemeinen Definition, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass meine Definition nicht von allen (aber auch von vielen) verwendet wird. Ich definiere Sexismus für mich geschlechtsneutral. Sexismus bedeutet für mich:

Die Benachteiligung oder Bevorzugung einer Person aufgrund ihres Geschlechts - und das egal in welchem Bereich. Außerdem die Zuschreibung bestimmter Eigenschaften zu einer Person, nur weil sei einem Geschlecht angehört und damit begründete Diskriminierungen.

Häufig ist gerade aber nicht zu erkennen, ob es sich um Sexismus handelt, da für die Benachteiligung oder Bevorzugung meist andere Gründe angegeben werden als das Geschlecht. Leider gibt es auch umgekehrt das Problem, dass etwas evtl. als sexistisch angesehen wird, weil es so scheint. Dem eigentlich aber keine Benachteiligung zu Grunde liegt. Hier fällt mir spontan das Beispiel ein, in dem ein Podium nur mit Männern bzw. mit viel mehr Männern als Frauen besetzt wird. Ohne die Hintergründe zu kennen, sehe ich nur das Missverhältnis, es könnte sexistisch sein, muss es aber nicht. Hier mache ich auch noch einen großen Unterschied gegenüber Antje Schrupp, bei der - habe ich den Eindruck - spielt die Intention keine Rolle, sondern nur das Ergebnis.
Wenn der Veranstalter nun im Voraus 30 Personen für das Podium angefragt hat und darunter 20 Frauen und 10 Männer waren und letztendlich sitzt dennoch nur eine Frau auf dem Podium, da die anderen aus welchen Gründen auch immer abgesagt haben, würde ich dem Veranstalter keinen Vorwurf machen.

Sexismus bezieht sich meiner Meinung nach auf beide Geschlechter auch da mache ich einen Unterschied zu so manch anderer Definition, wenn es nur um die Benachteiligung und Diskriminierung von Frauen ginge, so kann ich das auch als Frauenfeindlichkeit bezeichnen und das ist mind. genauso schlimm wie Sexismus.
Es gibt viele Dinge, die andere Menschen als sexistisch empfinden und ich nicht, genauso gibt es Dinge, die ich als sexistisch empfinde und andere Menschen wiederum nicht. Hier wäre ein Beispiel der Frauenparkplatz. Den finde ich sogar sexistisch beiden Geschlechtern gegenüber: Einerseits ist es natürlich eine Benachteiligung gegenüber den Männern, die diese Parkplätze nicht nutzen sollen und andererseits (was ich persönlich noch viel schlimmer finde) stellen diese Art Parkplätze Frauen als hilflose Wesen dar, die gesonderte Parkplätze benötigen. Richtig bewusst geworden ist das, als ich vor dem Heinz Nixdorf Institut in Paderborn parkte. Direkt neben dem Eingang befinden sich auf der einen Seite fünf Behindertenparkplätze und auf der anderen Seite fünf Frauenparkplätze. Es handelt sich um einen offenen großen Parkplatz vor einem Gebäude, das in erster Linie tagsüber genutzt wird. Ich war total geschockt und beleidigt in dem Moment und dachte nur „jetzt ist es schon eine Behinderung, dass ich eine Frau bin!“, richtig beleidigt habe ich mich gefühlt. Möchte hier jetzt aber bitte keine Diskussion zum Thema Frauenparkplätze, ich kenne die Argumente dafür und dagegen, das ist nur ein Nebenschauplatz, der zeigen soll, dass ein Sexismus nicht immer so deutlich und für jeden gleichermaßen erkennbar ist bzw. unterschiedliche Menschen unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was überhaupt Sexismus ist.

Objektifizierung in der Werbung ist auch so ein Fall: Hier wird so getan, als hätten Frauen nichts zu bieten außer einen guten Körper und viel nackte Haut (im Zusammenhang mit Produkten, die gar nichts damit zu tun haben) und andererseits wird den männlichen Käufern unterstellt, sie würden nicht mit dem Gehirn, sondern mit dem Schwanz denken.
Speziell aufgrund dessen, dass jeder Sexismus eine Art Ungleichbehandlung sich im Prinzip gegen beide Geschlechter richtet, finde ich nicht, dass man Sexismus nur als eine reine Benachteiligung von Frauen verstehen kann.

Ein einfacher nackter Körper ist meiner Meinung nach noch lange kein Sexismus, es kommt immer auf den Zusammenhang an. Es gab z.B. mal Werbeanzeigen eines Reiseveranstalters, wo mit Badekleidung bekleidete Körper ohne Kopf gezeigt wurden. Dies wurde von vielen auch als sexistisch gesehen. Das war es meiner Meinung nach aber nicht, da es sowohl ein Plakat mit einem Mann als auch mit einer Frau gab, also keine Ungleichbehandlung der Geschlechter. Diese Werbung hingegen war objektifizierend, ob das jetzt unbedingt besser ist, ist aber eine ganz andere Frage.

Schade finde ich, wenn jemand den Anspruch stellt, er oder sie hätte die allgemeine Wahrheit im Bezug auf Sexismus, denn meist ist das neben unterschiedlichen Definitionen auch eine Sache der Interpretation. Dennoch ist es wichtig darauf hinzuweisen bzw. etwas anzusprechen, was in den eigenen Augen sexistisch ist!

Samstag, 5. Januar 2013

Mode-Updae: Keine Fotos und Fifties

Ich hatte mir ja ursprünglich vorgenommen, hier auch Mode und meine Outfits zu präsentieren, aber leider habe ich im Moment keine Kamera mehr :( 
Das wird sich vorraussichtlich erst im März wieder ändern.
Daher gibts heute nur einen Fashion-Tipp ohen Fotos, das Foto des heute gekauften Kleides wird dann evtl. später noch erscheinen! 

Ich war heute gemeinsam mit einer Freundin Fünfziger Jahre Mode shoppen. Ich finde des 50er Style an sich schon ziemlich klasse und wollte immer schonmal ein schwungvolles Kleid mit Petticoat haben. Und jetzt planen wir zwei zu Weiberfastnacht, im 50er Stil zu gehen. Das hatden Vorteil, dass man die Klamotten auch noch öfter tragen kann und ich endlich zu meinem Petticoat komme :) 

Da ich häufig Problem habe bei Bestellungen im Internet oder über Katalog die passende Größe zu finden (das fällt ja alles noch total unterschiedlich aus bei gleiher Größe) sind wir in einen kleinen Laden für Pin-Up und Rockabilly in Gütersloh gefahren. Die Auswahl an schönen Kleidern ist dort einfach riesig und das Personal super freundlich und hilfsbereit!  Toll ist auch, dass viele der Kleider in sehr kleinen und auch in großen Größen vorhanden sind, so dass für jeden was passendes dabei ist. Wir haben mehrere Kleider anprobiert und uns schließlich für zwei sehr schöne entschieden. 

Das Ladenlokal ist zwar nur an drei Tagen in der Woche geöffnet, es gibt aber auch die Möglichkeit im umfangreichen Online-Shop zu bestellen: http://www.luckylola.de/ 
(Falls man keine Möglichkeit hat vorbeizuschauen bestimmt auch eine Alternative) 


Freitag, 4. Januar 2013

Weihnachten - ein christlich heidnisches Fest

Für viele hat im neuen Jahr 2013 schon wieder der normale Alltag begonnen. Einige sind immer noch im Urlaub in den Ferien.
Ich bin froh, dass der Trubel endlich vorbei ist und ich wieder meine Ruhe habe.
Erst der Weihnachtsstress, wem besorge ich was bzw. wer bekommt überhaupt was von mir. Klar gibt’s da Personen, bei denen man sich verpflichtet fühlt, ihnen was zu schenken, dazu gehören z.B. die Eltern oder solche Freunde, die schon im vorhinein verlauten lassen haben, was sie doch für ein tolles Geschenk für einen haben (und man will ja dann nicht mit leeren Händen dastehen). Aber eigentlich mag ich dieses Gefühl nicht, ich mag es nicht, mich verpflichtet zu fühlen, jemandem was zu schenken! Ich möchte jemandem eine Freude machen und deshalb etwas schenken. Meine beste Freundin bekommt auch immer eine Kleinigkeit von mir (Kekse oder ein schön gerahmtes Foto von uns), obwohl wir eigentlich sagen, dass wir uns nichts schenken wollen, aber ich find es einfach schon, wenn sie sich freut und dabei spielt es eben keine Rolle, was etwas gekostet hat, meist sind es eher die ideellen Werte.

In den letzten Wochen vor Weihnachten will ich am liebsten gar nicht mehr das Haus verlassen, weil alle Geschäfte überfüllt sind mit Menschen auf der Suche nach den letzten Weihnachtsgeschenken. Und überall tönen die ganze Zeit immer die gleichen Weihnachtslieder aus den Lautsprechern.
Weihnachtlicher Konsumterror! Immer wieder wird in irgendwelchen TV-Sendungen darauf hingewiesen, dass Weihnachten doch eigentlich ein besinnliches und christliches Fest ist, bei dem wir die Geburt Jesu feiern. Aber auch dieses christliche Fest hat längst einige heidnische Bräuche übernommen - oder was hat die geschmückte Tanne mit der Geburt Jesu zu tun?
Viele weihnachtliche Bräuche auch aus anderen Ländern sind nicht wirklich christlich. Eher wurde die Geburt Jesu bewusst von den christlichen Kirchen in die Nähe des Julfest gelegt.


Und auch heute wird das Weihnachtsfest längst nicht nur von gläubigen Christen begangen. Zwar höre ich des Öfteren von Mitgliedern anderer Religionsgemeinschaften, dass sie kein Weihnachten feiern, aber die vielen Ungläubigen sind oft mit Freuden dabei - wobei sie sich natürlich auf das zuvor erwähnte Fest berufen könnten, aber häufig gar keine Ahnung haben, was sie da eigentlich feiern (weder das eine noch das andere).
Geht doch mal in die Städte zu Weihnachten und fragt: „Was feiern sie eigentlich an Weihnachten?“, bin auf die Antworten gespannt. Oder fragt mal ein kleines Kind, das wird dann vermutlich etwas von der Kunstfigur des Weihnachtsmannes und den Geschenken erzählen.

Irgendwie finde ich es schade, dass ein solches Fest umgedeutet und mehr mit Konsum und Party als mit Nächstenliebe und Besinnlichkeit zu tun hat. Aber andererseits stellt sich auch die Frage, ist das schlimm?!
Wenn die Menschen glücklich damit sind, dass es eine Fest gibt, dass eben Geschenke, Weihnachtsmann und Party bedeutet ist es doch auch gut, oder?
Aber könnte man dafür nicht ein eigenes Fest gründen?

Meiner Oma geht der Weihnachtstrubel auch sehr auf die Nerven. Sie ist eine gläubige Frau, die jeden Sonntag in die Kirche geht und hat das Weihnachtsfest kurzerhand vorverlegt. So haben wir bereits am 22. Dezember Weihnachten im Kreise der Verwandtschaft bei meiner Oma gefeiert. Ohne Trubel und „man muss ja nicht Weihnachten feiern, wenn alle anderen es machen!“
Nächstes mal gibt’s dann Weihnachtsessen im Juli, da ist es wenigstens schön warm ;)