Samstag, 30. November 2013

von Faschisten und Gemeinschaft

Es geht schon wieder los! Kaum ist die Tour von Frei.Wild zu deren neuem Album angefangen, gibt es an jeder Ecke wieder Aufregung, Demonstrationen und Gegenveranstaltungen. Das ist ja alles halb so schlimm, wir haben schließlich Meinungsfreiheit und wenn irgendwelche "Experten" meinen, das Werte wie Gemeinschaft und Zusammenhalt (genau das wird in Artikeln und Interviews gesagt) grundsätzlich falsch sind, weil eine Gemeinschaft ja auch immer Leute ausschließt, bitteschön, nicht mein Problem. Mir tun solche Menschen dann immer leid. Menschen, die nicht wissen, wie toll es sein kann, Teil eine Gemeinschaft zu sein, auf deren Mitglieder man sich verlassen kann. Egal ob Familie, Sportverein oder Trachtengruppe. Und natürlich schließt eine Gemeinschaft aus bzw. man schließt sich selbst aus: Ich zum Beispiel möchte gar nicht Mitglied bei einem Fußballverein und wer nicht schwimmen kann, wird wohl beim Schwimmverein ausgeschlossen - ja und, was ist daran schlimm?!

Also von mir aus können Leute Gemeinschaft scheiße finden, Zusammenhalt scheiße finden, Frei.Wild scheiße finden - Danke Meinungsfreiheit!
Was aber zu weit geht ist es, was sich im Zusammenhang mit dieser Tour abspielt! Nicht nur, dass Mitarbeiterinnen vom Media Markt in Jena als Nazibraut betitelt werden und Auftritte abgesagt werden, weil für die Sicherheit der Besucher nicht garantiert werden kann, auch jeder im Umfeld der Band oder der mit ihr zusammen arbeitet wird bedroht und aufs übelste beleidigt.
Hierzu möchte ich dann gerne mal aus dem Statement von Ferdy Doernberg zitieren (das vollständige Statement ist auf seiner Facebook Seite zu finden):

Und wenn jemand wie ich, der wie gesagt nicht im Entferntesten nationalistisch oder rechtslastig (bei meiner Abstammung wäre das ja auch ziemlich dumm - oder nicht?) denkt und das auch schon oft in diversen Songs und Aktionen betont Hartz, plötzlich - wie im November aufgrund der gemeinsamen Tournee geschehen - eine Drohmail der Antifa mit dem wörtlichen Text: "Du Nazischerge, wir wissen wo du wohnst - euer kriegen dich!" bekommt, frage ich mich schon, ob die Leute, die so etwas schreiben wirklich aus der selben Seite gegen Faschismus und Extremismus stehen wie ich es seit langem tue! Ähnliche Drohungen hat übrigens auch der schwarze (...) Securitychef und diverse andere Leute, die mit oder für die Band arbeiten bekommen -seltsam - oder nicht? Liebe Grüße, Ferdy Doernberg

Wenn ich das lese, davon weiß, dass bereits Morddrohungeh aus dem linken Lager existieren und erfahren musste, dass vielen Besuchern des gestrigen Konzerts in Hannover die Autos zerstört wurden und sie von eindeutig gewaltbereiten Gegnern angegangen wurden, dann frage ich mich ernsthaft, wer hier die Faschisten sind!
Das geht zu weit, das macht mir Angst!

Ich schließe mit einem Zitat aus einem der neuen Songs von Frei.Wild und hoffe, dass sich einige die Worte mal zu Herzen nehmen!    

Schau genau
und das raus übern Tellerrand
Lebe wie ein Mensch mit Herz und mit Verstand
Bekämpf den Zorn,
Handle mit Menschlichkeit
und steh auf für Wahrheit und Gerechtigkeit!

Mittwoch, 27. November 2013

Update

Heute nur ein kurzes Update, da ich momentan Zuhause noch kein Internet habe. War in der Vergangenheit sehr im Umzugstress und daher keine Posts, wird sich hoffentlich wieder ändern, sobald ich Internet habe.
Seit ein paar Tagen wohne ich nun inmitten der Alpen im schönen Südtirol. Überall verschneite Berge um mich herum und der Winter hat erst begonnen. Wenn erst im Dezember die Wintersaison beginnt, wird's richtig voll in unserem kleinen Tal :D
Und auch ich möchte mich dann mal im Skilanglauf versuchen. Schließlich habe ich ja noch keine Sportart für den Winter und die Flugsaison beginnt auch erst im März. Darauf freue ich mich diesmal ganz besonders, die Alpen mit dem Segelflugzeug zu überqueren wird einfach nur wunderbar!

Was mache ich hier sonst eigentlich in Südtirol? Ob ihr es glaubt oder nicht, ich mache eine Tischlerlehre. Ich finde rustikale große Kleiderschrank so toll und will mir dann in ein paar Jahren meinen eigenen bauen ;)

Generell ist es hier einfach toll und bald gibt's dann hoffentlich auch ein paar Fotos für euch und wieder mehr Artikel!

Montag, 4. November 2013

Die Sache mit der Prostitution


Vor ein paar Tagen initiierte Alice Schwarzer einen „Appell gegen die Prostitution“, den bereits viele weitere Personen unterschrieben haben und den man immer noch unterzeichnen kann. Inhaltlich geht es grob gesagt darum, auf lange Sicht, die Prostitution abzuschaffen. Konkrete Forderungen sind beispielsweise die Kriminalisierung der Freier, sowie Hilfen zum Ausstieg aus der Prostitution.
Außerdem wird Menschenhandel und Prostitution hier ohne Unterscheidung in einen Topf geworfen und immer wieder ist die Rede von „Frauen kaufen“
Von Alice Schwarzer ist man ja solche Aktionen gewöhnt, was mich ein mehr erstaunt hat, waren einige der anderen Unterzeichner wie z.B. verschiedene Politiker oder Schauspieler, die sich sonst nicht wirklich zu einem solchen Thema geäußert haben. Aber vielleicht ist das für diese Leute wieder eine Art moderner Ablasshandel - gutes Gewissen kaufen mit einer Unterschrift.
Auch gibt es bereits eine schöne Antwort auf diesen Appell: Appell für Prostitution, der von einer Vereinigung von Sexarbeitern kommt und ebenfalls bereits viele Unterzeichner hat. Hier wird sich für eine Entkriminalisierung, gegen die Stigmatisierung und die Kriminalisierung der Kunden ausgesprochen.

Ich persönlich bin der Meinung, dass jede Person selbst die Möglichkeit haben soll, frei zu entscheiden, ob sie Geld für Sex nimmt oder nicht. Wenn ich von Sexarbeit oder Prostitution spreche, so meine ich damit immer freiwillige Prostitution (ohne direkten Zwang) und möchte dieses Thema auch getrennt von Menschenhandel o.ä. behandeln.
Wichtig dabei sind verschiedene Aspekte:

1. Indirekter Zwang
Finanzielle Not wird oft als Grund für die Ausübung von Sexarbeit genommen. Es herrscht ein gewisser monetärer Zwang. Dies ist dann wieder Grund dafür, dass nur von einer vermeintlichen Freiwilligkeit gesprochen wird.
Aber ich denke, wenn sich in Deutschland jemand dafür entscheidet, sein Geld mit Sexarbeit zu verdienen bedeutet das momentan immer, dass dies für die Person das kleinere Übel gegenüber anderen Möglichkeiten ist. Ob die anderen Möglichkeiten nun Hartz IV oder irgendwelche Hilfsarbeiten sind, spielt dabei erstmal keine Rolle.

2. Prostitution als gewöhnlicher Beruf
Auch Antje Schrupp hat mal wieder einen Artikel zum Thema beigesteuert, dem ich mit Ausnahme dieses und eines weiteren Punktes zustimmen kann. Ich kann nicht verstehen, warum nicht auch die Sexarbeit wie jede andere Dienstleistung als normaler Beruf betrachtet werden kann. Das Wort normal bedeutet ja nicht, dass jeder Beruf gleich ist, aber es wäre sehr gut, wenn für die Sexarbeit dieselben Regelungen gelten wie für andere Berufe. Auch zwischen anderen Berufen bestehen schließlich große Unterschiede.
Für mich sind am ehesten noch religiöse Argumente in diesem Punkt nachvollziehbar, die Sex als etwas Besonderes, gar Heiliges betrachten. Aber damit wird von den Prostitutionsgegnern, die zum Großteil auch aus feministischen Kreisen kommen selten argumentiert.
Wie schon bei Frau Schrupp diskutiert wäre die letzte Konsequenz daraus, dass die Sexarbeit auch als normaler Beruf gilt, Arbeitslose auch in diesen Beruf zu vermitteln. Davor scheint es vielen Menschen zu grauen.
Für mich persönlich gibt es durchaus Berufe, die ich mir schlimmer vorstelle als Prostitution, in die heutzutage bereits vermittelt wird. Warum also hier wieder diese Sonderstellung?

3. Stigmatisierung
Meiner Meinung nach das größte Problem ist die gesellschaftliche Stigmatisierung. Sexarbeiterinnen haftet immer irgendwie eine Art Schmuddelimage an. Außerdem kann es dadurch problematisch werden, wieder einen Beruf in einer anderen Sparte auszuüben. Als Sexarbeiterin ist es teilweise nicht möglich im Bekannten- und Freundeskreis zu seinem Beruf zu stehen. Diese allgemeine Stigmatisierung sollte sich ändern, damit die Frauen ohne Probleme ihren Beruf ausüben können. 
Hierzu trägt auch der Ausdruck "Frauen kaufen" bei. Er ignoriert völlig, dass die Frauen selber diejenigen sind, die eine Dienstleistung verkaufen. Alles läuft im von der Sexarbeiterin gesteckten Rahmen ab und nicht sie wird gekauft, sondern sie ist diejenige, die irgendwas verkauft. Jeder, der Sexarbeiterinnen als selbstbestimmte Menschen sieht, sollte diesen Ausdruck nicht mehr verwenden, da er zur Stigmatisierung beiträgt.

Einen weiteren meiner Meinung nach ziemlich guten Artikel, der noch einige Aspekte anspricht, die ich hier nicht erwähnt habe, findet man bei der Mädchenmannschaft.

 

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Das Tal

In einem dicht bewaldeten lieblichen Tal,
den Boden berührt kaum ein Sonnenstrahl.
Vom schönen, hohen und hellen Blau
wirkt alles freundlich, friedlich so sehr,
aber unter den Wipfeln, weiß man genau,
verbirgt sich im Geheimen noch so viel mehr.

In einem dicht bewaldeten lieblichen Tal,
am Boden im Geäst findet man große Qual.
Einst hatten Menschen und Tiere dort gewohnt,
viele lebendige Dörfer mit engen Gassen,
dcoh dann kam das Unheil, hat keinen geschont,
so ist es heute still, einsam und verlassen.

In einem dicht bewaldeten lieblichen Tal,
es ist nicht mal so groß, gar schmal
In der Luft liegt stinkender Verwesungsgeruch,
der Boden ist über und über mit Leichen bedeckt,
Jeder dort ist im Kampf gescheitert, beim Versuch
und liegt nun leblos im Wald versteckt.

In einem dicht bewaldeten lieblichen Tal,
den Boden berührt kaum ein Sonnenstrahl.
In der dunklen Einsamkeit, im tiefen Wald,
beherrscht von den letzten Monstern auf Erden,
ist ein Versprechen: wirst du niemals alt,
wirst mit Schrecken in den Augen sterben.

Sonntag, 27. Oktober 2013

Objektifizierung

Objektifizierung steht entgegen der Wahrnehmung anderer als Individuen mit komplexen Persönlichkeiten und eigenen Wünschen und Plänen.
(Zitat von feminismus101)

Fast überall wird eine Objektifizierung als negativ betrachtet. Speziell die Objektifizierung von Menschen in der Werbung wird immer wieder angeprangert. Aber aufgrund der oben angegebenen Definition (die ich im Übrigen für ziemlich treffend und gut halte und daher hier zugrunde lege) sehe ich nichts Falsches an der Objektifizierung an sich. Es gibt vielleicht Situationen, in denen eine Objektifizierung falsch ist, darauf werde ich weiter unten noch eingehen.

Täglich betreiben wir doch auch selbst Objektifizierung von anderen. Wenn ich beim Einkauf die Hilfe einer Verkäuferin benötige, dann interessiert mich auch nicht, ob sie vielleicht gerade irgendwelche persönlichen Probleme, Wünsche oder ähnliches hat, sondern nur ihr Funktion als Verkäuferin. Insofern objektifiziere ich sie hier.
In vielen Situationen ist uns nicht das Gegenüber als Person wichtig, sondern nur die Funktion, die die entsprechende Person erfüllt. Egal, ob als Verkäufer, Mechaniker oder Koch, sie alle haben natürlich ein komplexe Persönlichkeit. Ich denke aber, es ist nicht verwerflich, wenn mich diese Persönlichkeit nicht bei jedem interessiert!

Ein spezieller Fall, der gerade im Feminismus immer angesprochen wird ist die sexuelle Objektifizierung (wiederum ein Zitat von feminismus101):

Sexuelle Anziehung ist nicht das gleiche wie sexuelle Objektifizierung: Objektifizierung tritt nur auf, wenn die Individualität der begehrten Person nicht anerkannt wird. Pornographie, Prostitution, sexuelle Belästigung und die Darstellung von Frauen in Massenmedien und Kunst sind Beispiele für sexuelle Objektifizierung.

Ist das jetzt wiederum negativ? Wenn ich einen Porno sehe, geht es dabei doch auch nur um den Akt, um die Erregung beim Zuschauer. Denkt ein Pornodarsteller in diesen Filmen wirklich, dass ihre persönlichen Wünsche beim Zuschauer von Interesse sind? Haben diese Darsteller überhaupt selbst ein Interesse daran, dass die Zuschauer sich für ihre Persönlichkeit interessieren - ich habe da so meine Zweifel. Am Set sind sie das vermutlich teilweise schon und jeder Darsteller hat seine eigenen Grenzen, das ist eine ganz andere Sache. Aber als Zuschauer möchte ich mir dazu keine Gedanken machen, das würde auch nur den Sinn des Filmes zerstören. Also sexuelle Objektifizierung auf jeden Fall gegeben, aber ist diese negativ?

Bei der Prostitution gibt es sowohl das eine so wie auch das andere. Es gibt durchaus Kunden, die auch an der Person der Prostituierten interessiert sind und gerade Stammkunden bauen aus ihrer Sicht gerne eine Art freundschaftliches Verhältnis auf, obwohl auf beiden Seiten klar ist, dass es sich um ein Geschäftsverhältnis handelt. Andere wiederum sind vielleicht nur am Akt selbst interessiert - sexuelle Objektifizierung. Aber warum ist das jetzt so viel schlimmer als wenn ich die Verkäuferin objektifiziere, es geht in beiden Fällen um ein Geschäftsverhältnis.

Sexuelle Belästigung halte ich in vielen Fällen nicht für eine Objektifizierung. Den Belästigern geht es doch häufig eben darum, die andere Person klein zuhalten und sich einen Spaß auf ihre Kosten zu ermöglichen. Es soll dem Gegenüber schlecht gehen. Dies zielt aber eben genau auf die Persönlichkeit der Person und es geht nicht mehr um den Körper als sexuelles Objekt der Begierde. Und was die Massenmedien und Kunst angeht, da hängt es doch wohl sehr vom Einzelfall ab.


Sexuelle Objektifizierung in der Werbung
Wahrscheinlich das strittigste Thema, wenn es um Objektifizierung geht. Auf Werbeplakaten und in Werbeanzeigen werden teilweise sexuell aufreizende Frauen, die nicht im eindeutigen Zusammenhang mit dem Produkt stehen (es geht hier also nicht um Dessouswerbung mit Frauen in Unterwäsche), abgebildet, um Aufmerksamkeit zu erregen und speziell männliches Publikum zum Kauf anzuregen.
Zum einen werden in der Werbung natürlich alle Personen, die irgendwie abgebildet werden objektifiziert, denn es geht nie um die Persönlichkeit, sondern immer nur einen bestimmten Aspekt, der mehr oder weniger zum angepriesenen Produkt passt.
Wenn jetzt aber völlig unabhängig vom Produkt beispielsweise ein Auto mit einer halbnackten aufreizend gekleideten Frau beworben wird handelt es sich eindeutig um sexuelle Objektifizierung. Und hier ist das einzige Thema, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob die Objektifizierung nicht doch negative Auswirkungen auf unsere Gesellschaft hat. Natürlich möchte ich keiner Frau absprechen, sich irgendwie aufreizend in der Öffentlichkeit und auch auf Werbeplakaten zu präsentieren, aber die Frage stellt sich, wie das bei anderen - besonders Kindern und Jugendlichen - wirkt.
Wenn eine solche sexuelle Objektifizierung häufiger in der Werbung stattfindet und Kinder quasi damit aufwachsen, dann könnte ihnen dadurch vermittelt werden, dass es normal ist, Frauen nur als Objekte zu betrachten und nicht als ein gleichwertiges Gegenüber.
Andererseits sollten die meisten Menschen - egal welchen Alters - in ihrem Leben genug mit anderen Menschen zu tun haben, dass sie nicht unbedingt ein Klischee, welches in der Werbung (relativ selten momentan) vorkommt als eigene Ansicht übernehmen. Also ob hier wirklich ein Problem vorliegt bin ich mir nicht sicher.
Weiterhin ist eine solche Art der Werbung natürlich sexistisch gegenüber Männern und Frauen, indem sie einerseits Frauen als sexuelles Objekt anpreist und andererseits Männern unterstellt, triebgesteuert zu handeln.


Unterschied zwischen sexueller Objektifizierung und sexueller Anziehung
Im Zitat oben wird betont, dass es sich nicht um das selber handelt und auch dem stimme ich zu. Sexuelle Anziehung kann viele Gründe haben, beispielsweise auch eine tolle Persönlichkeit. Ich selbst merke häufig, dass gerade Menschen, die ich besser kennen lerne und die ich sehr, sehr gerne mag, für mich persönlich auch häufig optisch an Anziehung gewinnen, was aber meiner Meinung nach in der Persönlichkeit begründet liegt. Allerdings denke ich, dass sexuelle Anziehung beispielsweise eine Grundlage für folgende sexuelle Objektifizierung sein kann. Sexuelle Objektifizierung im persönlichen Umgang.
Ein Sexualobjekt, ein Objekt der sexuellen Begierde ist doch der Sexualpartner im entsprechenden Moment auch. Im Bett (oder wo auch immer) denke ich nicht über irgendwelche komplexen Persönlichkeitsstrukturen oder den tollen Charakter meines Gegenüber nach, sondern bin sexuell interessiert, betrachte die andere Person als Sexualobjekt.
Es geht um Sex, um Körper, um Spannung und manchmal um Liebe und um Macht - aber niemals darum, mich einer tollen Persönlichkeit zu erfreuen. Manchmal hilft natürlich eine tolle Persönlichkeit dabei, so weit zu kommen, manchmal auch Geld oder die Lust alleine. Sexualobjekt sein und andere als Sexualobjekt zu betrachten ist doch ganz wunderbar!

Samstag, 26. Oktober 2013

Unfreundlich aus Prinzip

Auf ihrem Blog erzählt Antje Schrupp, wie ein Erlebnis in der Jugend für sie eine Einweihung in dieunselige symbolische Ordnung des Patriarchats war. Noch während sie mit einem Freund rumknutschte erteilte sie ihm plötzlich eine Abfuhr und war anschließend darüber schockiert, dass dieser verärgert reagierte.
Aus dieser Situation zieht sie allerhand „Lehren“ für die Zukunft: Freundlichkeit und Offenheit von Männern würde offenbar als Versprechen für Mehr betrachtet und Männer wären in dem Glauben, sie hätten irgendwelche Ansprüche.
Daraus folgte die Konsequenz, dass sie Männern gegenüber nun sehr, sehr unfreundlich ist. Es besteht also keine Chance für einen Mann Frau Schrupp irgendwo kennenzulernen außer im Internet. Denn sie blockt ansonsten alle Versuche sofort ab, weil ein Lächeln ja als Aufforderung zum Sex verstanden werden könnte.

Ich muss ehrlich sagen, mir tut sie in diesem speziellen Punkt sehr leid. Ich lese häufig und gerne ihren Blog und bin auch öfters mal ihrer Meinung. Aber das Lesen dieses Beitrags hat bei mir nur eine Traurigkeit und Mitleid erzeugt. Sich selbst so einzusperren ist doch einfach nur schrecklich, ich war regelrecht schockiert!

Ich kann die Reaktion der männlichen Person (leider erfährt man nichts über das Alter) durchaus nachvollziehen. Ich hätte mich auch ziemlich geärgert, wenn ich mit einem Typen rumgemacht hätte, den ich vermutlich noch ziemlich heiß gefunden habe und der mir dann plötzlich eine Abfuhr erteilt. Meiner Meinung nach eine durchaus sehr verständliche Reaktion. Natürlich hat niemand einen Anspruch auf irgendwas, was eine andere Person nicht möchte. Aber dennoch sollte man sich vielleicht vorher überlegen, was und wie weit man gehen möchte, um eventuell niemanden zu verletzen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass eine solche Situation für das Gegenüber ziemlich verletzend sein kann.

Aber daraus jetzt abzuleiten, dass Freundlichkeit und Offenheit von Männern generell als eine Aufforderung zu mehr interpretiert wird, erschließt sich mir nicht. Ich selber bin ein ziemlich freundlicher und offener Mensch. Ich bin in der Öffentlichkeit vom Verhalten her vermutlich so ziemlich das Gegenteil von Antje Schrupp. Ich lerne gerne neue Menschen kennen - und das völlig unabhängig vom Geschlecht. Wenn ich ohne Zeitdruck unterwegs bin, ist ein wenig Smalltalk häufig ganz angenehm. Gerade in öffentlichen Verkehrsmitteln finde ich es sonst recht langweilig.
Auch die Kommentare auf dem Blog sind ganz interessant und lassen sich wohl in drei Kategorien untereteilen:

  1. Zustimmung: Frauen, die gleicher Meinung sind und ähnlich handeln. Männer, die sich bemühen, Frauen nicht zu ängstigen, indem sie z.B. die Straßenseite wechseln.
  2. Vorwurf von Verurteilung aufgrund eines körperlichen Merkmals (hier Geschlecht), der Vergleich zum Rassismus wird gezogen.
  3. Personen, die ihr Verhalten überhaupt nicht nachvollziehen können und nicht verstehen.

In Kommentaren wird unter anderem auch bemängelt, dass nach einem Gespräch häufig nach der Telefonnummer gefragt werde, da der Mann sich wohl mehr erhoffe. Ganz ehrlich, wenn ich mich über einige Zeit gut unterhalten habe und die andere Person nett finde, so tausche ich doch gerne die Telefonnummer aus, um weiter in Kontakt zu bleiben. Wobei ich in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht habe, dass bei mir eher Frauen nach einer Telefonnummer oder einem Wiedersehen fragen. Vielleicht ist es schon so weit, dass Männer selbst damit negative Erfahrungen machen mussten und nur noch selten fragen. Ich persönlich habe übrigens noch keinen Mann erlebt, der mir nach einer netten Unterhaltung auf Nachfrage nicht seine Telefonnummer geben wollte. Und  wenn man sich nur noch einmal auf ein freundschaftliches Gespräch trifft. Allerdings bekam ich auch einmal die Antwort, er habe eine Freundin, was wohl darauf schließen lässt, dass manche Männer auch der Meinung sind, Frauen würden immer gleich mehr wollen. Als ich dann mit „ich wollte deine Telefonnummer und nicht mit dir ins Bett“ geantwortet habe, bekam ich die doch noch :) und wir sind immer noch befreundet, leider wohnt er mittlerweile weiter weg.

Ich finde es schade, dass mit einem solchen Verhalten, Unfreundlichkeit aus Prinzip, den entsprechenden Personen viele tolle Begegnungen und Menschen entgehen. Außerdem finde ich dieses Verhalten auch für unsere Gesellschaft schade. Gesamtgesellschaftlich betrachtet führt dies einerseits dazu, dass Kommunikation und der Umgang fremder Menschen miteinander weiter abkühlt und andererseits wird damit evtl. das zuvor kritisierte Verhalten von Männern miterzeugt. Wenn Männer es gewohnt sind, dass Frauen generell unfreundlich sind, außer sie sind sexuell interessiert (so wie Antje Schrupp selbst schreibt), dann muss man sich doch nicht wundern, dass sie bei freundlichen Frauen sofort ein sexuelles Interesse vermuten.
Glücklicherweise ist es noch nicht so weit und ich kann weiterhin ohne Probleme freundlich und offen sein. Nette Menschen - Männer und Frauen - kennenlernen und Freundschaften knüpfen ohne Hintergedanken!

Christian hat sich auf seinem Blog ebenfalls mit dem Artikel von Antje Schrupp befasst: „Sowas kannst dunicht machen, mich aufgeilen und dann nicht zum Ende kommen“

Dienstag, 22. Oktober 2013

20 Dinge über mich


Schon vor einiger Zeit hatte ich auf verschiedenen Blogs diese Listen gelesen und darüber nachgedacht, selbst eine zu schreiben, aber das ist wieder in Vergessenheit geraten. Als ich jetzt bei ninialagrande ihre 20 Dinge gelesen habe, kam die Idee wieder mehr in den Vordergrund. Ich versuche einfach mal Dinge zu nehmen, die mir wichtig sind oder, die ich interessant finde. Manche sind vielleicht schon bekannt, andere nicht. Los geht's!

1. Ich liebe es Gedichte zu schreiben. Ihr werdet euch jetzt vielleicht wundern, dass hier bisher so selten Gedichte erschienen sind, aber irgendwie sind sie mir teilweise zu persönlich. Ich habe einen ganzen Ordner mit über 100 Gedichten, der sich seit Jahren vergrößert, vielleicht veröffentliche ich hier in der Zukunft mal das ein oder andere daraus.

2. Ich gehe fast jeden Sonntag in die Kirche und das ist nicht irgendein Zwang oder weil ich mir sage als Gläubiger gehört (das sehe ich nämlich nichtmal so) das so, sondern ich mag Kirche. Ich freue mich immer schon die ganze Woche auf den Gottesdienst.
 


3. Ich bin tätowiert und es wird noch mehr werden. Bisher ziert ein Kreuz meinen Nacken, welches dafür steht, dass Gott immer für mich da ist und auf mich aufpasst. Außerdem habe ich einen Drachen am Knöchel/Fuß, der so ein bisschen mich selbst darstellen soll. Und der Drache ist mein chinesisches Sternzeichen. :) Das nächste wird übrigens was zum Thema Freiheit auf dem linken Unterarm, bin momentan aber nicht so kreativ, was zu zeichnen, also dauert es noch ein bisschen.

4. Mein Musikgeschmack ist sehr weit gestreut. Wenige Musiker gefallen mir so gut, dass ich die CD kaufe. Bisher gibt es da zwei, die aus total unterschiedlichen Richtungen kommen und bei denen ich froh bin, beide bereits live gesehen zu haben: Nyusha und Frei.Wild. Nyusha macht russischsprachige Popmusik und Frei.Wild Deutschrock. Beides prima!

5. Ich bin seit kurzem Mitglied im Frei.Wild Supportes Club. Dadurch habe ich in kurzer Zeit schon unglaublich viele tolle und interessante Menschen (unter anderem auch die Band selbst) kennen gelernt und einige neue Freunde gefunden
 Habe viel Spaß auf unterschiedlichen Aktionen und Konzerten gehabt, wie z.B. auch beim Gipfelsturm. Und hoffentlich werden noch ganz viele tolle Aktionen kommen.

6. Ich habe einen Kater und der heißt Katze.



7. Als Jugendliche war ich Mitglied bei den Pfadfindern. Das ist definitiv eine der coolsten Jugendorganisationen, die es gibt! Wandern, quatschen, Party machen - super!

8. Ich gehe gerne mal alleine tanzen. Wenn mir danach ist, dann finde ich es echt auch mal ganz angenehm, mich nach niemand anderem richten zu müssen und einfach die Musik zu genießen.

9. Ich bin generell mal ganz gerne alleine, weit weg von Stress und Trubel. Große Menschenmengen machen mich ein wenig aggressiv. Deshalb mag ich es auch überhaupt nicht, wenn nach der vorlesungsfreien Zeit die Uni wieder anfängt, die ist dann nämlich immer so unglaublich voll mit Menschen...

10. Ich bin ziemlich spontan und mache meist nur Dinge, auf die ich gerade Lust habe. Das Leben ist nämlich viel zu kurz, um zu viel Zeit damit zu verbringen nur an die Zukunft zu denken oder in der Vergangenheit zu leben. Ich lebe im hier und jetzt und genieße mein Leben!

11. Spontan habe ich mich übrigens auch entschieden auszuwandern. Mir hat es in Südtirol so gut gefallen, dass ich dort nun bald wohnen werde. Mehr dazu folgt noch in einem eigenen Artikel.
 



12. Ich habe mal ein eintägiges Festival mit über 14000 Besuchern organisiert. Mit Culcha Candela als Headliner.

13. Ich koche und backe total gerne und liebe es, neue Gerichte ausprobieren. Deshalb habe ich auch eine ganze Sammlung von Back- und Kochbüchern.

14. Eine Sammlung habe ich auch von Kuscheltieren, mindestens 500 haben sich im Laufe der Jahre angesammelt. Zum Großteil liegen die mittlerweile im Kerker, aber weggeben kann ich sie nicht, den jedes hat seine eigene Geschichte und Erinnerungen.

15. Meine Hobbies sind Wandern, Schwimmen und Segelfliegen.

16. Ich bin Mitglied in sechs Vereinen. Da sind zum Beispiel der Flugverein, das racingteam (wir bauen ein Rennauto) oder der Tierschutzverein.

17. Ich engagiere mich politisch bei uns an der Hochschule, mittlerweile beim RCDS, zuvor in einer anderen Gruppierung. Ich war ein Jahr lang Referentin im AStA (allgemeiner Studierendenausschuss) und zwei Jahre Mitglied im Studierendenparlament.

18. Ich schreibe gerade an einem Mathematikbuch. Keins für eine bestimmte Jahrgangsstufe mit Aufgaben, sondern eins, in dem der gesamte wichtige Stoff bis zum Abitur einfach und anschaulich erklärt wird. Ich habe nämlich häufig die Erfahrung gemacht, dass viele Schüler die Erklärungen oder Merksätze in herkömmlichen Büchern nur sehr schwer verstehen.

19. Ich trage im Alltag keine Hosen. Besitze bestimmt 50 Kleider und Röcke, aber mit Ausnahme von zwei Sporthosen keine Hose.

20. Ich trinke keinen Kaffee. Ich mag das Zeug einfach nicht und wundere mich häufig darüber wie selbstverständlich es heutzutage ist, bei allen Gelegenheiten Kaffee zu trinken. Dabei gibt es dich so viele Getränke, die besser schmecken: Orangensaft, verschiedene Sorten Tee, Kakao...

Yeah, meine Liste ist fertig! Die Reihenfolge hat übrigens nichts zu bedeuten und ist denn Zufall geschuldet. Wenn ich die ganzen anderen Texte zu diesem Thema finde, werde ich sie hier noch verlinken. Achso und ich fände es ganz toll, bei jemand weiterem ebenfalls eine solche Liste zu lesen.

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Ich will nicht berühmt sein!

Immer diese Menschen, die sich auf Facebook oder irgendwelchen anderen Plattformen profilieren, um möglichst viele „Fans“ zu bekommen. Viele haben den Traum davon, berühmt zu sein und von allen geliebt zu werden. Aber da ist schon der Widerspruch: Jeder, der irgendwie berühmt ist, hat meist nicht nur Fans, sondern auch Gegner.
Ich will ganz sicher nicht berühmt sein! Für mich überwiegen einfach die Nachteile. Einerseits gibt es diejenigen, die teilweise krasse Gegner sind - je nachdem wofür man berühmt ist. Diese Gefahr sehe ich auch am Beispiel Frei.Wild, wenn nicht nur die Musiker, sondern sogar deren Familie oder Mitarbeiter von radikalen Gegnern bedroht werden. Wenn die Familien mit reingezogen und angefeindet werden, geht das eindeutig zu weit. Das würde ich für meine Familie und Freunde nicht wollen.
Außerdem gibt es Menschen, die einen dafür nutzen wollen, sich selbst zu profilieren. Es wird versucht, sich mit vermeintlichem Insiderwissen in den Vordergrund zu drängen. Das heißt, jede bekannte Person muss wiederum aufpassen, wem sie was anvertraut, es besteht häufig die Gefahr, dass die entsprechende Person damit zum nächsten Klatschblatt rennt, um selbst etwas vom Ruhm abzubekommen. Denn komischerweise gibt es haufenweise Menschen, die sogar eine solche Art von Berühmtheit erstrebenswert finden - selbst wenn sie dadurch echte Freunde verlieren.
Oder es wird dann eben was erfunden. Da wird ein liebender Familienvater in der nächsten Ausgabe mal schnell der in Scheidung lebende Rockstar, der keine Chance auslässt, sich mit irgendwelchen Groupies zu vergnügen. Solche Geschichten sind sehr belastend für die entsprechenden Personen und ich wundere mich immer wieder wie souverän manche Menschen damit umgehen können. Mich würde das definitiv fertig machen.
Toll ist natürlich, dass mit der Berühmtheit auch positives Feedback nicht ausbleibt. Fans, die einen unterstützen und bewundern - das ist für viele bestimmt eine Art Ausgleich. Leider kann auch das ins Gegenteil umschlagen und psychopatische Stalker, die einen nicht mehr in Ruhe lassen sind das Ergebnis. Wenn einem eine bis dahin völlig unbekannte Person die eigen gesamte Lebensgeschichte und sämtliche Verwandtschaftsverhältnisse erzählt, ist das schon ganz schon gruselig. Ich wäre ehrlich gesagt ziemlich geschockt.
Vielleicht sehe ich das auch zu negativ, aber ich habe in letzter Zeit leider zu viel von diesen Dingen mitbekommen. Wo bitte ist der große alles überschattende Vorteil daran, berühmt zu sein. Falls diesen Text Menschen lesen, die gerne berühmt wären, so würde mich das warum ernsthaft interessieren.

Ich bin froh, dass ich nicht berühmt bin.  Und ich hoffe, dass ich niemals zufällig für irgendwas berühmt werde.

Samstag, 28. September 2013

#nudelnmitketchup und Klassismus

Habe gerade bei Robin diesen Artikel entdeckt, indem sie über das inzwischen sehr verbreitete Hashtag #nudelnmitkechup, welches das Thema Klassismus aufgreift, und seine Entstehung. (Robin war unmittelbar daran beteiligt).
Durchgewühlt durch Twitter und einigen Artikeln zum Thema, Idee für diesen Text gehabt. Irgendwie brachten mich die vielen unterschiedlichen Posts und Meinungen auf Twitter so wie auch Artikel zum Thema Klassismus auf verschiedene Gedanken, die ich jetzt mal versuche etwas zu strukturieren:

  1. Leute aus verschiedenen Welten scheinen andere Sprachen zu sprechen und sich nicht zu verstehen - aneinander vorbeireden.
  2. Was bedeutet Luxus - wer ist reich?
  3. Klassismus ist nicht zwangsweise vom Geld abhängig, sondern kann auch Leute treffen, die evtl. genug Geld, dafür aber geringe Bildung oder Migrationshintergrund haben.

Im ersten Moment scheinen das vielleicht drei völlig unterschiedliche Themen zu sein, aber alles hängt zusammen mit Klassismus.

Zu 1. aneinander vorbei reden
Tweets, die darüber berichten, wie wenig manche Menschen zu Verfügung haben und dass andere im Umfeld keine Rücksicht nehmen. Ausgehen müssen, um soziale Kontakte zu erhalten beispielsweise. Und dann Kommentare wie „weniger rauchen und saufen, dann muss man auch nicht nur nudelnmitketchup essen“.
Da ist bestimmt was Wahres dran. Wenn ich rauchen oder übermäßig viel Alkohol trinken würde, so könnte ich mir vermutlich gewisse andere Dinge, die mir mehr bedeuten nicht mehr leisten. Aber sollte es nicht jedem Menschen selbst überlassen sein, wofür er sein, wenn auch weniges, Geld ausgibt? Wird das Rauchen oder Trinken denjenigen auch vorgeworfen, die nur so mit Geld um sich schmeißen, weil sie es von ihren Eltern in den Arsch gesteckt bekommen?
Kann es wirklich sein, dass die Menschen aus verschiedenen Welten sich einfach nicht verstehen. Dass es da Menschen gibt, die denken, arme Leute sind immer und überall selbst schuld an ihrer Armut und können nicht mit Geld umgehen. Während sie selbst an einem Abend mehrere hundert Euro versaufen? Merken die einfach nicht, wie es für manche Menschen wirklich aussieht? Und dann die Leute, die sich darüber beklagen, dass Bafög nicht elternunabhängig gezahlt wird… damit das reiche Anwaltssönchen noch ein paar hundert Euro mehr im Monat hat?!
Das führt mich gleich zum Thema 2

Zu 2. Was ist eigentlich Luxus und wann ist jemand reich?
Ich selbst bin definitiv nicht reich, verdiene mit meinem Nebenjob aber soviel, dass ich davon ohne Probleme leben und mir auch mal was gönnen kann. Aber wie bereits gesagt, ich rauche nicht und gehe wenig weg - lebe schon sparsam, um mir gewisse andere Dinge leisten zu können.
In einigen Bereichen lege ich Wert auf Qualität, denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass es häufig auf die Dauer günstiger ist, ein Kleid beispielsweise für 70 oder 80 Euro zu kaufen als eins für 10 Euro, welches nach ein paar Wochen bereits durch ein neues ersetzt werden muss, da es sich auflöst. Andere wundern sich und denken, das ist Luxus und ich müsste reich sein, da meine Kleidung gut ist, meine Wohnung groß (ein Freund von mir meinte, seine Wohnung sei so groß wie mein Wohnzimmer) und meine Hobbies Segelfliegen und Theaterbesuche. Aber all das kann ich mir nur leisten, da ich auf den Luxus verzichte, jedes Wochenende Feiern zu gehen oder zu Rauchen. Und natürlich, da ich viel arbeite.
Wirklicher Luxus wäre es, nicht bei jedem Einkauf darüber nachdenken zu müssen, ob ich mir vielleicht noch eine Kleinigkeit gönnen könnte, nicht beim Weggehen darüber nachzudenken, höchstens ein oder zwei Getränke zu trinken. Nicht Überlegen zu müssen, ob ich meine Freundin besuchen kann oder den Sprit für die Fahrt zur Arbeit benötige.
Reich ist jemand, der sich darüber keine Gedanken machen muss.

Zu 3. Klassismus geht nicht nur materiell
In manchen Familien, in manchen Elternhäusern ist ein Besuch im Theater normal, es wird viel gelesen und über allgemeine Themen wie Gesellschaft und Politik diskutiert. In anderen Familien gibt’s rtl als abendfüllendes Programm. Egal, wie unterschiedlich oder gleich später die finanziellen Möglichkeiten der Kinder sind, was Allgemeinbildung angeht, bietet das erste Elternhaus eindeutig Vorteile. Auch dadurch und dass man weiß, wie man sich in welcher Gesellschaft verhält und worüber man reden kann, wird man viel leichter Fuß fassen, Netze und Verbindungen knüpfen können, die wiederum von Vorteil sind.
Wer sich unangemessen verhält (vielleicht ohne Kenntnis davon) oder gewisse Fachsprache nicht versteht, wird leicht ausgegrenzt. Dies kann natürlich einerseits durch ein weniger gebildetes Elternhaus als auch durch einen Migrationshintergrund der Fall sein. Jemand der noch nicht lange in Deutschland ist, die Sprache evtl. noch nicht so gut beherrscht, hat die gleichen Problem auch wenn er sonst noch so gebildet ist. 
Villeicht sollte man bei der Diskussion um Klassismus nicht nur den materiellen Faktor berücksichtigen, sondern auch beispielsweise Bildung.

Gibt’s jetzt noch ein Fazit?
Irgendwie nicht - oder vielleicht doch… Jeder sieht die Situation aus seiner Perspektive und man sollte auch mal nicht so hart sein, wenn man sich aufgrund verwendeter Fachtermini ausgegrenzt fühlt. Vielleicht ist das nicht beabsichtigt und der anderen Person ist gar nicht bewusst, dass sie sich gerade eines ausgrenzenden Fachterminus bedient.
Andererseits solle alle Menschen auch versuchen nicht durch Sprache Menschen auszugrenzen, die einen anderen Bildungshintergrund haben. Keine sprachlich elitären Kreise bilden. Keine Bemerkungen a la: gib dein Geld doch für andere Dinge aus und anderen Menschen gehts noch viel schlechter.
Und mal öfter über den eigenen Tellerrand schauen schadet gewiss auch keinem!

Donnerstag, 26. September 2013

Nach der Wahl

Jetzt ist sie also vorbei, die lang beworbene Bundestagswahl. Schade eigentlich, dabei war der Wahlkampf doch so lustig. Noch vor einer Woche habe ich mich an allen Wahlkampfständen hier in der Stadt mit Repräsentanten der der „größeren“ Parteien (die Linke, Piratenpartei, FDP, AfD, SPD, Die Grünen, CDU) unterhalten. Einerseits aus Spaß, da ich gerne diskutiere - auch mit Personen, die nicht meine Meinung vertreten - andererseits aber natürlich auch, um mich über die unterschiedlichen Standpunkte der Parteien zu informieren.
Jetzt nach der  höre ich häufig aus der feministischen Blogsphäre, dass man enttäuscht sei vom Ergebnis. Manche sprechen sogar von Angst vor dem was kommen mag, aber gewählt hat die Wahlsieger anscheinend keiner…
Wenn ich aber in mein persönliches Umfeld in der offline Welt blicke, so spiegelt das das Wahlergebnis eigentlich ganz gut wieder: Ein Großteil hat die CDU gewählt, einige die SPD oder die Linke.
Ich glaube, dass das Ergebnis eigentlich ganz gut ist: Die FDP ist raus und für die CDU gibt es jetzt nur die Möglichkeit der großen Koalition oder mit den Grünen. Die FDP ist im Prinzip selbst schuld. Die wenigen Stimmen, die sie noch bekommen haben, haben sie zu einem großen Teil auch von CDU-Wählern, die FDP gewählt haben, um den Koalitionspartner nicht zu verlieren. Und genutzt hat es dennoch nicht. Diejenigen, die mal die FDP gewählt haben, haben, weil sie die freiheitlichen Ideale verkörperte fühlen sie verraten. Diese Partei hat mit ihrer derzeitigen Politik ihre eigenen Ideale verraten, sich zum Steigbügelhalter für die Union und Lobbyverein für die Wirtschaft gemacht. Eine Partei, die wirklich die Freiheit für alle Menschen im Sinn hat, finden wir bei unseren möglichen Parteien jetzt leider nicht mehr, dabei wäre eine solche Partei dringend nötig und würde vermutlich auch viele Wähler ansprechen. Hoffentlich bringt Rauswurf aus dem Bundestag die FDP zurück zu ihren eigenen freiheitlichen Idealen. Sollte das nicht der Fall sein, so ist es zu erwarten, dass sie in der Versenkung verschwindet - und das ist dann definitiv auch besser so!
Die Union ist der große Sieger - knapp nur an der absoluten Mehrheit vorbei. Aber dennoch auch ein Verlierer, da eine Regierung nicht möglich ist ohne Koalitionspartner und eine große Koalition, sowie eine Koalition mit den Grünen bedeutet einiges an Kompromisse.
Und dann gab es da ja noch die AfD. Eine Partei, die erst seit knapp einem halben Jahr existiert und deren hauptsächliches Thema die Kritik am Euro und der derzeitigen Krisenbewältigung durch die amtierende Regierung ist. Diese erst kurz existierende Partei verpasste den Einzug im Bundestag ähnlich knapp wie die FDP.
Die Mädchenmannschaft schreibt dazu: „Eines wurde gestern (wieder) klar: das politische Klima ist eindeutig rechts-konservativ. Dass dabei im Fernsehen bei der Wahlberichterstattung vollkommen neutral über den möglichen Einzug der AfD gesprochen wird, spiegelt dies vielleicht einfach nur perfekt wieder.“
Hierbei frage ich mich, wie hätte man denn sonst über den Einzug einer Partei sprechen sollen, wenn nicht neutral? Hätte man sich etwa an eventueller Hetze auch innerhalb einer eigentlich neutralen Berichterstattung beteiligen sollen? Es war eindeutig richtig, neutral über alle möglichen Parteien im Bundestag zu berichten!
Eine Partei, die bestehende Verhältnisse kritisiert und nicht einfach sagt, Europa über alles, ist also deshalb jetzt verwerflich? Ich hätte es gut gefunden, wäre diese Partei in den Bundestag eingezogen - hatte auch überlegt, die zu wählen. Die AfD im Bundestag würde dazu führen, dass die momentane Europapolitik nicht einfach nur im Parlament abgenickt wird, sondern auch kritisch diskutiert. Selbst wenn das zum gleichen Ergebnis führen würde, finde ich eine kritische Diskussion immer noch sinnvoll.
Die Unterstellung verschiedener Personen, die die AfD in der Nähe der NPD rücken, finde ich ehrlich gesagt, ziemlich bescheiden. In dem momentan bestehenden Programm lässt sich darauf nicht ein Hinweis finden.
Ich bin gespannt, was kommt und wie diese Partei sich für die künftigen Wahlen entwickelt.

Eine zeitlang dachte ich auch noch, dass auch die Piraten eine gute Chance sind, das aktuelle politische Gebilde etwas aufzulockern. Aber leider haben die ihre Chance meiner Meinung nach nicht gut genug genutzt. Die Ideen waren teilweise echt toll. Aber dass diese Partei mehr mit inneren Zerrückungen und Machtkämpfen beschäftigt ist (zumindest wirkt es so) als mit der aktuellen Politik, macht diese für viele unwählbar. Auch wenn die Vertreter der Parteien im persönlichen Gespräch über ihre eigene Partei sagen, dass sie diese nicht für regierungsfähig halten, empfinde ich das als sehr schade. Eine Partei, deren eigene Mitglieder nicht selbst davon überzeugt sind, geht gar nicht.
Und mittlerweile gibt es die Piraten schon einige Jahre, so dass das noch so junge Bestehen eigentlich auch keine glaubhafte Begründung mehr sein kann.

Mal sehen, was sich in nächster Zeit entwickelt, welche Koalition nun zu welcher Politik führt.

Mittwoch, 11. September 2013

vernünftig...


Ich bin jetzt erwachsen, da geht das nicht mehr. Wenn man erwachsen ist gibt es mehr als nur ein paar Sozialstunden Außerdem habe ich Abitur und studiere, das heißt, ich muss vernünftig sein. Ich kann nicht einfach hergehen und andere verprügeln.
Trotzdem hatte ich letztens den Wunsch mal wieder zuzuschlagen. Der Typ sah schon aus wie ein typisches Opfer und dann kommt der mir auch noch mit "Was guckst Du so". Prima Gelegenheit mal zu zeigen, dass ich immer noch was drauf habe, was man nicht im Gymnasium oder an der Uni lernt. Aber ich bin ja erwachsen und vernünftig. Also habe ich dem Kerl, der mind. einen Kopf größer war als ich, einen Spruch gedrückt und fertig. Der hat dämlich geguckt und sich verpisst - scheint nicht mit Konter gerechnet zu haben. Wie hätte der erst geguckt, hätte ich ihm die Fresse poliert...
Manchmal wäre ich einfach gerne unvernünftig in solchen Dingen, manchmal wäre ich einfach gerne noch nicht erwachsen.

Mittwoch, 4. September 2013

Sie ist tot!

Als ich den Satz hörte, war ich geschockt wie noch nie in meinem Leben zuvor. Ich erstarrte, nicht fähig, mich zu bewegen oder irgendwie zu antworten. Es kam so plötzlich so unvorbereitet. Niemals hätte ich damit gerechnet. Als ich von dem Unfall hörte, hoffte ich nur, dass sie nicht im Rollstuhl sitzen muss, sie war immer so aktiv so sportlich. Niemals hätte ich gedacht: sie ist tot.
In mir wurde es gleichzeitig heiß und kalt. Sofort kamen die Erinnerungen hoch: Ich sah ihr fröhliches Lächeln, sah sie laufen, tanzen, Spaß haben. Ich hörte ihre Stimme und es war einfach unfassbar, dass ich sie nie wieder hören würde. Es war unfassbar, dass ich sie nie wieder sehen würde. Es war unfassbar, was passiert war.
Alles, was übrig blieb sind die Bilder, die Erinnerungen und ein Grab. Sie hatte noch ihr ganzes Leben vor sich. Alles zerstört, zu viel riskiert.

Das Lied bezieht sich zwar auf einen Mann, aber es drückt meiner Meinung nach die Gefühle in der Situation gut aus: 


Montag, 2. September 2013

Die Wahlen

Das Kanzlerduell
Das TV-Duell gestern haben über 17 Millionen Menschen gesehen. Im Nachhinein wird diskutiert, wer denn nun sympathischer war, die besseren Argumente hatte oder mehr überzeugt hat. Mich persönlich hat keiner von beiden wirklich überzeugt.
Obwohl in Rückblicken die Rede von Kampf oder von der Angriffslust des Herrn Steinbrück die Rede war, habe ich davon nicht viel wahrgenommen.
Es wurden häufig Floskeln verwendet, auf Fragen nicht genau geantwortet und das eigene Wahlprogramm heruntergebetet. Wer sich ein wenig für Politik interessiert, hätte sich das Ding auch sparen können, da man all das, was die beiden von sich gegeben haben, schon im Voraus wusste. Vielleicht war es wirklich interessant für Menschen, die bisher unentschlossen sind und sich so wirklich gar nicht damit befasst haben. Das kann ich aus meiner Position heraus allerdings nicht beurteilen.
Ich habe den Flitzer vermisst, der wenigstens ein wenig zur Erheiterung beigetragen hätte. Oder Femen, die in den Wahlprogrammen der CDU oder der SPD bestimmt irgendwo was Frauenfeindliches hätten finden können. Liebe Femen wo wart ihr? Was ist passiert, lasst doch sonst keine Gelegenheit aus, nackt vor irgendwelche Kamerateams zu springen…

Der Wahl-o-Mat
Hier  kann jeder selbst testen, mit welchen Parteien seine Einstellungen wie stark übereinstimmen.
Gleich nachdem das Ding online gegangen ist, haben vieler meiner Freunde es ausgefüllt und ihr Ergebnis auf Facebook gepostet. Ich selbst habe mir das dann auch mal angesehen und verschiedene Möglichkeiten ausprobiert. Fazit: Es ist ziemlich einfach jede beliebige Partei an die Spitze zu bringen, wenn man sich ein wenig in der politischen Landschaft auskennt. Natürlich habe ich auch ernsthaft ausgefüllt und ein nicht ganz unerwartetes Ergebnis erhalten (bleibt aber erstmal mein Geheimnis - geheime Wahl und so ;) ). Also, insgesamt ist das Ding ziemlich durchschaubar und es fehlen meiner Meinung nach einige wichtige Themen bzw. viele Unterbereiche wichtiger Themen. Verwundert hat mich, das der Wahlomat anscheinend bei manchen Ergebnisse ausspuckt, mit denen sie sich so gar nicht identifizieren… diese Personen scheinen aus irgendwelchen Propagandagründen oder aus dem eigenen Freundeskreis einfach eine Partei als ihre übernommen zu haben, mit der sie sich einfach nicht identifizieren - vielleicht mal drüber nachdenken. Besonders, wenn man sich selbst eigentlich mit grün bzw. links identifiziert als Ergebnis aufgrund ehrlicher Antworten aber die FDP erhält…
Und aus meinen Späßen habe ich dann natürlich auch einen ganz wunderbaren Facebookpost kreiert: Zweimal durchgeklickt, einmal Richtung NPD, einmal Richtung die LINKE - jeder aus meinem Freundeskreis weiß, dass ich persönlich aber auch gar nichts von diesen radikalen Rändern halte. Ergebnisse auf Facebook gepostet mit der Frage: Hilfe, was soll ich denn jetzt wählen. Gab relativ lustige Diskussionen :D
Also auch euch viel Spaß mit dem Ding, dass meiner Meinung nach echt nicht wirklich neues zu bieten hat - oder ich bin einfach zu gut informiert, was die Positionen der einzelnen zur Wahl stehenden Parteien angeht.


Sonntag, 25. August 2013

Meine Sprache, Meine Symbole

Immer wieder kommt bei bestimmten Worten das Argument, mit dir brauche ich gar nicht diskutieren, das ist Nazivokabular. Ein Beispiel dafür ist „Gutmensch“. Auch ich nutzte dieses Wort und ich will mir doch nicht von irgendwelchen rechtsradikalen Spinnern meine Worte meine Sprache oder Symbole wegnehmen lassen. Selbst das schöne und positive Wort „Heimat“ wird teilweise schon in diese Ecke gedrückt.
Noch nie haben Nationalsozialisten, Neonazis oder rechtsradikale wirklich viele eigene Worte oder Symbole gehabt. Sie waren immer schon groß darin, andere Dinge umzudeuten und diesen damit einen negativen Geschmack zu geben.
Selbst das eindeutigste Zeichen, das Hakenkreuz, ist abgekupfert von der Swastika, eigentlich ein positives Symbol, ein Glückssymbol. Heute kennt man dieses Symbol kaum noch und immer wenn man irgendwo nur ein Symbol sieht, was einen Hauch Ähnlichkeit hat, gibt es einen Aufschrei, das sei doch ein Hakenkreuz.
Weitere Symbole, die in der Neonaziszene verwendet werden sind entwendet von den Germanen oder Kelten. Dies liegt darin begründet, dass dort angeblich das Ideal des arischen und starken Mannes zu finden ist. Beispiele für hieraus geklaute Symbole sind: das Keltenkreuz, die Triskele oder verschiedene Runen  (häufig in leicht abgewandelter Form).


Diese Symbole haben ursprünglich noch ganz andere Bedeutungen. So steht die Triskele beispielsweise für die Dreieinigkeit Gottes oder verschiedene andere Dreierkonstellationen, wobei die „magische Zahl“ drei auch in der keltischen Mythologie (in der die Triskele auch ein verbreitetes Symbol war) eine große Rolle spielte. Außerdem wird sie in der BDSM Szene ebenfalls verwendet.
Auch sehr schade ist es meiner Meinung nach, dass das Lied der Deutschen von Hoffmann von Fallersleben durch seine Verwendung im Nationalsozialismus einen so negativen Ruf hat. Dort wurde bei wichtigen Anlässen nur die erste Strophe gesungen, gefolgt von der Parteihymne der NSDAP. In der ersten Strophe des Liedes heißt es:

Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt,
Wenn es stets zu Schutz und Trutze
Brüderlich zusammenhält,
Von der Maas bis an die Memel,
Von der Etsch bis an den Belt –
Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt!

Intention des ursprünglichen Liedes war es nicht, das Land Deutschland irgendwie höherwertiger zu betrachten als andere Länder. So wird diese Strophe allerdings heute und auch in der Zeit des Nationalsozialismus gedeutet. Daher wird als unsere heutige Nationalhymne auch nur noch die letzte Strophe gesungen. Es gibt sogar Menschen, die der Meinung sind, die anderen Strophen seien verboten, was aber Quatsch ist - sie sind nur nicht mehr Teil der aktuellen Nationalhymne.
Ursprünglich stand aber auch die erste Strophe für den Zusammenhalt und die Einigkeit der unterschiedlichen deutschen Völker (das Lied entstand 1841), die dortigen genannten Grenzen sind die, die das Gebiet deutscher bzw. deutschsprachiger Völker umfassen.
Es war also ein Lied, eine Strophe, die zu Frieden und Zusammenhalt aufrief. Und auch hier wurde der Sinn von den Nazis völlig ins Gegenteil verkehrt. Hauptsächlich bekannt ist wieder nicht die ursprüngliche Bedeutung.

Ich finde es schade, dass viele Menschen dem dritten Reich, Adolf Hitler und irgendwelchen rechtsradikalen Idioten heute noch so viel Macht einräumen. Dass man aufpassen muss, was man sagt, welche Worte oder Symbole man verwendet. Wehe, dies oder jenes wurde von den Nazis verwendet. Ein großes Problem bleibt: Hitler und die Nationalsozialisten haben deutsch gesprochen. Es wird also fast gar nicht möglich sein, keine Worte zu verwenden, die auch Hitler mal verwendet hat. Und ich will es einfach nicht einsehen, warum diese bescheuerten Gestalten noch heutzutage so viel Macht haben sollten!
Ich werde weiterhin Worte und Symbole nutzen, die auch die bösen Nazis nutzen und nutzten und wenn jemand deswegen meint, mich - ohne nähere Informationen - in diese Schublade stecken zu müssen: Pech gehabt!

Übrigens bei uns im Ort gibt es einen Heimatverein, ein Heimatmuseum, eine Tanz- und Trachtengruppe und ich hatte Heimatkunde in der Schule - und das ist auch gut so!

Montag, 19. August 2013

Wahlkampf: Inhalte überwinden!


Es hängen die ersten Wahlplakate der großen Parteien. Viele Hauptstraßen und Fußgängerzonen sind zuplakatiert. Allerdings habe ich leider bisher wenig Inhalt auf den Plakaten gesehen.
Das ganze ist meiner Meinung nach eine riesige Geldverschwendung. Anders sähe das aus, wenn die Plakate wenigstens Aussagen hätten und Forderungen der einzelnen Parteien darstellen würden. Aber was man sieht sind zu über 90% nur Floskeln. Allgemeine Dinge, die jeder so sieht. Nach dem Motto: „Wir sind gegen Armut, gegen zu hohe Energiekosten und für die Menschen.“ Das könnte auf einem typischen Wahlplakat stehen und das Logo der Partei wäre beliebig austauschbar.
Ich habe die Plakate der größeren Parteien gesehen: Grüne, SPD, CDU, FDP und die LINKE. Wirklichen konkreten Inhalt gab es auf insgesamt vier Plakaten. Sehr schade, wenn ich ca. die zehnfache Anzahl an Plakaten an den Straßen hängt. Die Plakate, die tatsächlich Inhalt enthielten stammen von der FDP und von der Partei die LINKE. Inhalt war in etwa (an den genauen Wortlaut kann ich mich nicht mehr erinnern):

Die LINKE:
-          Mindestrente von 1050€
-          Mindestlohn von 10€

FDP
-          Gymnasium erhalten
-          Kein Nationalpark (möglicherweise regional begrenzt)

Von den anderen Gruppierungen gab es auf den Plakaten selbst keinen Inhalt. Natürlich gibt es noch die Wahlprogramme mit Hilfe deren man sich informieren kann über die verschiedenen Parteien. Aber ist das etwa die Taktik der Politiker: Unsere Plakate sind so scheiße, da werdet ihr gezwungen in unsere Programme zu gucken!
Und glaubt wirklich einer, dass die Leute aufgrund dieser nichtssagenden Plakate das auch tun? Leute, die sich die Programme angucken, um sich zu entscheiden tun dies auch ohne Plakate und der Rest wird so bestimmt nicht überzeugt.
Wäre es nicht mal eine tolle Aktion einer Partei, die Anzahl der Wahlplakate erheblich zu minimieren und das gesparte Geld für etwas Gutes zu spenden? So könnte man vermutlich mehr Wähler gewinnen als mit den momentan nichtssagenden Plakaten.

Falls es doch noch mehr Inhalte gibt, wäre ich für Hinweise dankbar. So und ich weiß übrigens noch nicht, was ich dieses Jahr wählen werde, auch dazu gerne Emfehlungen ;)

Mittwoch, 14. August 2013

Kein Recht auf koedukativen Unterricht

Bisher bin ich davon ausgegangen, dass koedukativer Unterricht in öffentlichen Schulen innerhalb Deutschlands die Regel ist. Für den Großteil des Unterrichts trifft dies wohl auch zu. Allerdings trennen viele Berliner Schulen die Schüler im Sportunterricht nach dem Geschlecht.
Begründungen dafür sind unter anderem:

-   aufgrund der unterschiedlichen körperlichen Leistungsfähigkeit müssen andere Bewegungsabläufe gelernt werden
-          Unterschiedliche Bewertungskriterien was die Leistungsfähigkeit angeht
-          Sexuelle Anzüglichkeiten sollen aus dem Unterricht herausgehalten werden.

Teilweise werden dann auch unterschiedliche Sportarten unterrichtet und so ist es Mädchen nicht immer möglich beispielsweise Fußball zu spielen während den Jungen zeitgleich Turnen versagt bleibt.
Den Sinn dahinter sehe ich nicht. Es gibt durchaus Jungen, die eher schmächtig sind und Mädchen die ziemlich kräftig und leistungsstark sind. Natürlich kann eine unterschiedliche körperliche Stärke in die Bewertungen einfließen, aber das ist doch auch möglich, wenn alle gemeinsam Sport machen!
Was das Argument der sexuellen Anzüglichkeiten angeht, so sehe ich keinen Unterschied zu anderen Fächern. Warum sollte es den Mathematikunterricht nicht stören, wenn ein pubertierender Junge eine dumme Bemerkung zum Ausschnitt eines Mädchens macht!? Wieso soll der Sportunterricht quasi in einer Art Reservat stattfinden, in dem es keine Konfrontation mit dem anderen Geschlecht gibt?
Vielleicht ist das Interesse von Jungs und Mädchen auf unterschiedliche Sportarten wirklich unterschiedlich groß und im Schnitt wollen wirklich mehr Jungen Fußball spielen als Mädchen, aber warum sollte es deshalb den Mädchen, die Spaß an Fußball haben verboten werden, im Sportunterricht daran teilzunehmen.

Eine Familie hat nun dagegen geklagt, dass ihre Kinder von bestimmten Dingen beim Sportunterricht ausgeschlossen werden, da sie das falsche Geschlecht haben. Leider haben sie in erster Instanz verloren. Aber es wird Beschwerde eingelegt. Und ich hoffe, dass sie Recht bekommen.

Auch ein Problem ist, dass diese Art des Unterrichts nicht kommuniziert wird nach außen. Ich könnte mir als Mutter nicht im Voraus sicher sein, dass mein Kind nicht durch sein Geschlecht von bestimmten Dingen ausgeschlossen wird. Das würde ich für mein Kind nicht wollen. Denn wichtiger ist meiner Meinung nach das Individuum statt nach irgendwelchen Gruppenkriterien zu urteilen.
Eine Trennung nach Geschlechtern wäre doch viel mehr nur ein Rückschritt als alles andere!

Sonntag, 11. August 2013

Charakterschwäche

„Dick sein zeigt eine Charakterschwäche, nämlich mangelnde Selbstdisziplin.“
So ähnlich lautete letztens der Kommentar unter dem Post einer Plus-Size Bloggerin. Diese antwortete darauf ziemlich gut und vernünftig.
Ich habe den Eindruck, dass die Person, die den obigen Kommentar schrieb ein Problem mit ihrem eigenen Körper hat und das dann wohl auch auf andere projizieren muss. Mal wieder jemand, der meint besser zu wissen, was für andere gut ist bzw. den eigenen Lebensweg auch als das einzig Wahre und Richtige für andere Menschen sieht. In dem eigentlich langen Kommentar erklärte besagte Person auch noch, dass sie selbst bereits abgenommen hat und dabei ist und andere eben nur nicht genug Selbstdisziplin haben.
Ok, vielleicht reagiere ich auch ein wenig allergisch bei Worten wie Selbstdisziplin und Kontrolle im Zusammenhang mit Gewicht. In der Vergangenheit waren es genau solche Worte die immer wieder von Menschen genutzt wurden, um kranke Verhaltensweisen zu rechtfertigen, durch die sie versuchten ihr Gewicht zu „kontrollieren“. Menschen die in Kliniken landeten, künstlich ernährt werden mussten oder auf offener Straße aufgrund von Unterernährung zusammenbrachen. Daher wecken gerade diese Worte bestimmte Assoziationen in mir, die vermutlich nichts mit der Kommentatorin zu tun haben.
Ich glaube, dass solche Menschen ganz andere Probleme haben als ihr Gewicht. Und wenn andere Probleme einem über den Kopf wachsen, man diese nicht mehr kontrollieren kann, dann ist das Gewicht das einzige, worauf man noch Einfluss hat und was sich kontrollieren lässt. Diese „Selbstdisziplin“ macht solche Personen stolz und wertet sie vor ihrem eigenen Inneren auf. Immer wenn sie dann anderen dicken Menschen begegnen weckt das dieses Gefühl in ihnen, dieses erhabene Gefühl: „Ich habe diese Selbstdisziplin und nehme ab, diese anderen dicken Menschen nicht. Ich bin was besseres, das muss ich denen jetzt erstmal unter die Nase reiben.“
Und sie können es dann nicht akzeptieren, dass andere Menschen vielleicht gar kein Interesse daran haben abzunehmen. Dass andere Menschen glücklich sind auch wenn sie dick sind. Andere Menschen sind einfach so glücklich und erfreuen sich des Lebens während besagte Person hart arbeiten muss, um selbst glücklicher zu werden (viel Sport, wenig essen).  Das weckt vielleicht auch gleichzeitig ein wenig Neid.
Ja, verdammt noch mal, ich bin wohl das, was allgemein als dick bezeichnet wird und ich bin ziemlich glücklich so. Ich brauche keine Empfehlungen abzunehmen oder irgendwelche Möchtegern-Ernährungsberater. Ich finde mich gut und schön so wie ich bin! Klar habe auch ich irgendwelche Stellen an mir, die mir nicht gefallen - hätte z.B. gerne kleinere Brüste - aber ich denke einfach, es geht jedem so, niemand ist perfekt.
Und was das Thema Kommentare von anderen Menschen bezüglich des Äußeren angeht, so sind die positiven durchaus mehr als die negativen, was zu der Zeit als ich nur die Hälfte von meinem heutigen Gewicht wog anders war. Das zeigt mir wieder mal: Wahre Schönheit kommt wohl doch von Innen und ist nicht vom Gewicht abhängig!

(Ich habe besagten Post vom Anfang bewusst nicht verlinkt, da es mir um die Aussage an sich geht, nicht um die konkrete Person und ich hier auch niemanden bloßstellen möchte)


Dienstag, 6. August 2013

Vorbilder

Katrin von reizende Rundungen rief vor einigen Tagen dazu auf, auch über sein Vorbild Gedanken zu machen und ihr das eigene Vorbild zu schicken. Natürlich mit Begründung, warum gerade diese Person ein Vorbild ist. Ich hatte erst überlegt, mich auch zu beteiligen und meine Vorbilder zu schicken, dann aber die Vermutung, dass meine irgendwie nicht zu den anderen bzw. zu dem Erwartungen bezüglich Vorbilder für einen Blog diese Art passen. Obwohl im Aufruf nichts der gleichen geschrieben wurde täuschte mich mein Gefühl nicht und die vorgestellten Vorbilder im anschließenden Artikel sind alle weiblich und Plus-size. Meine wären es nicht. Ich weiß natürlich nicht, ob Katrin bewusst diese ausgewählt hat oder aber ihr tatsächlich nur solche Vorbilder geschickt wurden. Im Gegenteil im Post selbst stand sogar noch folgender Satz, der eigentlich suggerierte, es müsse nicht um das Äußerliche gehen: „Aber es ist wunderbar jemanden zu finden, der die gleiche politische Einstellung hat, die gleichen Hobbys, die gleichen Ziele oder Träume, jemand mit dem man sich identifizieren kann egal ob äußerlich oder innerlich, denn es gibt einem das Gefühl, dass man nicht alleine ist mit seiner Einstellung.“
Das führte dazu, dass ich mir selbst etwas mehr Gedanken zum Thema Vorbilder mache: Was finde ich an den Personen toll, die ich als Vorbilder betrachte? Inwiefern kann ich mich mit den Personen identifizieren? Warum spielen diese äußeren Merkmale für mich (anscheinend im Gegensatz zu anderen) keine Rolle?
Erstmal fällt mir auf, dass ich mich bei Vorbildern meist nur auf bestimmte Aspekte der Persönlichkeit beschränke und nicht die komplette Person mit allen Verhaltensweisen etc. für gut befinden muss. Schon seit einigen Jahren ist wohl eines meiner Vorbilder Paris Hilton. Viele werden sich jetzt vielleicht wundern, da sie äußerlich absolut das gängige Schönheitsideal verkörpert und auch sonst von vielen nicht unbedingt als ein positives Vorbild gesehen wird. Allerdings hat Paris Hilton meiner Meinung nach viele gute Eigenschaften, die man sich zum Vorbild nehmen könnte. Einerseits ist sie eine erfolgreiche Geschäftsfrau, ohne dabei andere Menschen so skrupellos abzuzocken wie beispielsweise Heidi Klum. Andererseits beeindruckt mich auch ihre Art mit gewissen Niederschlägen umzugehen. Peinlichkeiten gab es bei Paris Hilton in der Vergangenheit schließlich genug. Mir gefällt, wie sie das Leben locker nimmt, sich nicht unterkriegen lässt und immer weiter macht mit dem, was ihr offensichtlich Spaß macht. Das ist eine Eigenschaft, die ich mir auch wünsche, nicht aufgeben und sich nicht von irgendwelchen Dingen niedermachen lassen. Darum beeindruckt mich Paris Hilton und ich sehe sie als ein Vorbild. Auch war das einzige Poster, dass ich damals in meinem Kinderzimmer hatte, eines von Paris Hilton.
Ein weiteres Vorbild ist seit kurzem auch Phillip Burger.  Mir gefällt, wie er trotz Gegenwind zu dem steht, was er sagt. Fehler einzusehen und sich dann nicht von anderen wegen dieser Fehler kleinmachen zu lassen finde ich gut. Wenn er nur noch Texte schreiben würde, die inhaltlich nun komplett in eine andere Richtung gehen würden, würde er sich denjenigen, die ihm irgendwas unterstellen, was einfach nicht so ist, beugen, nur um es wieder allen recht zu machen. Außerdem gefällt mir auch hier die Art, das Leben locker zu nehmen und so zu leben, wie es einem gefällt, die persönliche Freiheit zu nutzen und sich nicht zu sehr von anderen Menschen abhängig zu machen.
Ich habe in der Vergangenheit bereits mal einen Artikel zum Thema Freiheit geschrieben, woraus evtl. auch hervorgeht, dass dies für mich etwas sehr wichtiges im Leben ist. Ich habe das Gefühl, dass die Personen, die ich als Vorbilder sehe einen kleinen Teil so sind wie ich und einen kleinen Teil so wie ich gerne wäre. Äußerlichkeiten finde ich völlig uninteressant, weil diese auch für mich in meinem Leben keine so große Rolle spielen. Wenn ich in den Spiegel gucke, so finde ich mich schön und bin zufrieden mit mir, das reicht. Ich habe keine Ziele, auszusehen wie irgendwer, verstehe einfach nicht, warum das wichtig ist. Ich finde Charaktereigenschaften viel bedeutender und orientiere mich daher vermutlich auch eher an diesen was Vorbilder betrifft. Mir selbst ist bereits aufgefallen, dass ich gewisse Äußerlichkeiten in persönlichen Kontakten auch bei meinem Gegenüber nicht wahrnehme, wenn es im Kontext keine Rolle spielt.
Ich denke allgemein, dass keine Person in irgendeiner Weise unfehlbar ist. Und man gerade, wenn man über Vorbilder spricht das bedenken sollte. Auch jemanden, den man irgendwie als Vorbild betrachtet, sollte man immer kritisch hinterfragen!

Freitag, 26. Juli 2013

Das Problem Bushido

In seinem neuesten Song hetzt der Sänger unter anderem gegen Politiker wie Klaus Wowereit oder Claudia Roth. Dadurch gelang ihm mal wieder der Sprung in die Nachrichten und in Diskussionsrunden. Das Ding steht nun auf dem Index und es gab wieder jede Menge gratis Werbung für den selbst ernannten Gangster-Rapper.
Die Indizierung stört den Herrn wenig, denn gekauft wird trotzdem.
Bushido ist nicht nur sexistisch, brutal und frauenverachtend, nein die größte Gefahr ist meiner Meinung nach, dass der Kerl leider ziemlich intelligent ist. Denn dadurch kann er sich aus so gut wie jeder scheiße herausreden. Auch diesmal glaube ich nicht, dass Bushido große Probleme bekommen wird. Zwar wird Klaus Wowereit wohl Strafanzeige stellen (Spiegel online), aber selbst wenn dabei eine kleine Geldstrafe rumkommt (was ich momentan noch zu bezweifeln wage) wird das den Herrn Gangster-Rapper nur wenig treffen.
Der neue Song „Stress ohne Grund“ soll nicht nur schwulenfeindliche Aussagen gegenüber Wowereit enthalten, sondern auch Morddrohungen gegenüber Serkan Tören (integrationspolitischer Sprecher, FDP) und Claudia Roth (Bündnis 90 die Grünen).
Unter anderem heißt es dort „… und ich will, dass Serkan Tören jetzt ins Gras beisst“ unmittelbar gefolgt von Schussgeräuschen. Über Claudia Roth rappt Bushido „…ich schieß auf Claudia Roth und sie kriegt Löcher wie ein Golfplatz“.
Alles ganz harmlos, alles nur nicht ernst gemeint, sondern als Metapher zu verstehen, dass sei eben der Stil bei der Art von Musik wie Bushido sie macht.
In allen Interviews gibt Bushido sich immer sehr vernünftig und diskussionsbereit. Im Interview mit N24 betont Bushido, das es sich von seiner Seite aus auf keinen Fall um einen Aufruf zum Mord handelt, sondern dass er nur gegen diese Leute (Serkan Tören und Claudia Roth) rappt, da sie ihn zuvor als Antisemiten und Frauenfeind betitelten. Dieser Song sei nur die Antwort darauf in seiner Art seinen Unmut kundzutun, wie über ihn öffentlich von besagten Personen geredet wird.
Auch sagt Bushido immer wieder, dass er nichts gegen Schwule hat, es sich bei der Passage in seinem Song nur um einen Vergleich handelt, in dem er einen vermeintlich heterosexuellen Rapper bedroht - natürlich alles nur metaphorisch gemeint.
Bezüglich Wowereit sagt der Rapper, dass er es schade findet, dass auf Schmerzensgeld geklagt wird, statt dass der regierende Bürgermeister Berlins erklärt, warum es ihn verletzte und eine Entschuldigung verlangt, denn Bushido hätte nicht im Sinn gehabt ihn zu verletzen.
Immer wieder erklärt Bushido, dass man mit ihm reden könnte und leider keine der betroffenen Personen das Gespräch mit ihm gesucht hat.
Dies alles wirkt dann natürlich komplett anders  als wenn er ähnliche Wortwahl in Interviews verwenden würde wie in seinen Songtexten. Er ist eben kein typischer Gangster-Rapper, der ohne Geld im Ghetto aufwuchs, sondern ein Abiturient (wenn auch abgebrochen) aus gutem Hause, der e genau weiß, wie er sich ausdrücken muss. Jemand, der sich ein Image kreiert hat und damit ganz gut fährt. Ein Großteil der Leute ist so naiv und nimmt all das, was in seinen Texten vorkommt für bare Münze. Während Bushido sich heimlich ins Fäustchen lacht, darüber wie dumm die Welt da draußen ist. Und selbst wenn der Großteil der Menschen erkennt, wie Bushido handelt und wie er es immer wieder schafft, dass ihn nichts trifft, so wird er ewig weitermachen können wie bisher, denn gegen Intelligenz gibt es nun mal kein Gesetz. Und solange Bushido diese nur geschickt genug einsetzt wird er weiterhin Kohle scheffeln mit fragwürdigen und menschenverachtenden Texten.