Dienstag, 11. Dezember 2012

Starke Frauen - Dita von Teese


Ich plane eine neue Reihe (unregelmäßig): Frauen, die mich persönlich beeindrucken. Noch lebende, bereits verstorbene, bekannte, unbekannte, Frauen aus Politik, Medien, Wirtschaft, Wissenschaft und vielem mehr.
Vielleicht kennt man die ein oder andere bereits vom Namen. Vielleicht sind auch ganz andere Aspekte bekannt als die, die ich erwähne und die mir wichtig sind. Meist sind es bestimmte Eigenschaften, die ich gut und beeindruckend finde und die ich hervorhebe.
Natürlich hat jede Person auch wiederum negative Eigenschaften, so dass ich mit einem Post über eine Person in dieser Kategorie nie sagen möchte, ich finde alles gut, was die Person tut. Sondern ich möchte sagen, diese Person hat mich persönlich beeindruckt und inspiriert und ich finde vieles gut, was diese Person tut.

Beginnen möchte ich die Reihe heute mit Dita von Teese
Große Bekanntheit erreichte die talentierte Schauspielerin, Tänzerin und Model leider erst durch ihre Hochzeit mit dem Schockrocker Marylin Manson, von dem sie sich aber ein paar Jahre später wieder scheiden ließ.

Dita von Teese (geb. Heather Renée Sweet) ist vermutlich den moisten ein Begriff. Sie ist eine der berühmtesten Vertreterinnen des New Burlesque, ein erotischer Tanz, bei dem die Tänzerinnen sich auch teilweise entkleiden. Dennoch dient eine Burlesque-Show in erster Linie nicht der erotischen Animation des Publikums, sondern beinhaltet viel mehr Humor und einige Dinge aus dem Bereich des Varieté.
Auch erotische Fotos (meist im Pin-up-Stil) gehören zu ihrem Repertoire.

Warum stelle ich Dita von Tesse vor bzw. was beeindruckt mich an ihr?
Ich finde, dass Dita eine Frau ist, die ihr Leben so lebt wie sie möchte. Die bekannt ist durch und in der Erotikbranche, dazu steht und sich nicht so viel daraus macht, was andere davon halten. Das finde ich toll. Denn heutzutage ist es vielen Menschen einfach viel wichtiger, was andere von einem halten und den Eindruck habe ich bei Dita nicht so sehr.
Auch der Faible für vergangene Zeiten ist in gewisser Weise eine Gemeinsamkeit. Natürlich wohl wissend, dass nicht alles gut war in der Vergangenheit. Ich liebe die Autos und den Stil der 50er und 60er Jahre und Dita macht Fotos in diesem Stil und tanzt Burlesque, was auch eher in der Vergangenheit anzusiedeln ist.

Auch mein Bücherregal wird durch den Doppelband von Dita geschmückt (Dita von Teese, „Die Kunst des Burlesque - Die Kunst des Fetisch“ erschienen im Schwarzkopf Verlag):



Auf dem Bild sind die Vorder- und die Rückseite des Buches zu sehen. Es enthält neben vielen wundervollen Fotos von Dita auch interessante Texte von Dita, die ihre Einstellung und Geschichten aus ihrem persönlichen Leben erzählen.
Die Zusammenhänge zwischen Fetisch und Burlesque beschreibt Dita in ihrem Buch so:

„… und sie fragen sich, was Fetisch und Burlesque gemeinsam haben. Würden sie mir glauben, wenn ich ihnen sagen würde: alles?
Ich bin der Meinung, dass die Burlesque und der Fetischismus die zwei Seiten  einer Münze sind, zwei Knöpfe an demselben Strumpfhalter, Diener der Kunst der Verführung. Die altehrwürdige Burlesque mag vor allem Show sein, aber der Fetisch ist genauso großes Theater.“



Dita sieht sich selbst als eine Art Künstlerin er Verführung. Für mich ist sie eine beeindruckende, selbstbewusste Frau, die ein wenig den Glamour vergangener Zeiten in die Gegenwart holt.

Samstag, 8. Dezember 2012

Beziehungsfragen



Ich bin momentan zwar nicht in einer Beziehung, aber auf eine Diskussion im Internet vor allem im Forum der Emma zu dem Thema aufmerksam geworden, daher hab ich mir auch mal dazu ein paar Gedanken gemacht.

Vor kurzem erschien auf einem anderen feministischen Blog schon mal ein Post zum Thema Beziehung und Aufteilung der Arbeit in Beziehungen. Leider finde ich den Text gerade nicht wieder, würde ihn aber gerne verlinken. Hinweise dazu bitte in das Kommentarfeld.

Es gibt viele Varianten eine Beziehung zu gestalten. Es gibt das typische Rollenmodell, die 50/50 Aufteilung, den Hausmann mit Karrierefrau und vermutlich tausend weitere Möglichkeiten.

Jetzt stellte sich die Frage, was es bedeutet, eine gleichberechtigte Beziehung bzw. eine Beziehung auf Augenhöhe zu führen. Damit im Zusammenhang ist zu unterscheiden, wie eine Beziehung von außen wahrgenommen wird und wie von den Beziehungspartnern - da kann es schon große Differenzen geben.
Wann macht eine Beziehung glücklich, gibt es überhaupt DAS richtige Modell?
Viele Menschen halten ihre Art zu leben für die einzig Richtige und möchten dies auch auf andere Personen und Paare übertragen wohingegen einige der Meinung sind, meine Art ist für mich richtig, muss aber nicht für alle richtig sein. So sehe ich da übrigens auch.

Ausgangsfrage im Emma-Forum war folgende (verkürzt):
Wann ist eine Beziehung gleichberechtigt bzw. gibt es nur die eine Möglichkeit.

Erste Möglichkeit: Die Partner entscheiden alles gemeinsam und im Konsens und versuchen möglichst auch alle Arbeit, die anfällt gleichmäßig aufzuteilen.

Zweite Möglichkeit (Achtung, etwas komplizierter): Ein Paar kann sich zu einem Zeitpunkt gemeinsam auf bestimmte Dinge festlegen, die ab dann gelten, z.B. dass über manche Dinge nur einer der beiden entscheidet. Dieses wäre nach meiner Definition nun auch wieder gleichberechtigt, da der andere vorher die Zustimmung gegeben hat.

Also, dass es sich bei der ersten Definition um eine gleichberechtigte Beziehung handelt ist klar, die Frage ist nur, muss eine gleichberechtigte Beziehung eben nur so aussehen oder geht auch Variante zwei?

Ausgegangen von der Frage kam es dann zu Diskussionen, um welche Entscheidungen es sich handelt und warum es in Abhängigkeit führt, wenn die Frau die Entscheidungen abgibt. Bis zur Frage, wie man das finanzielle in einer Beziehung regelt. Kurz wurde auch der Gedanke angestoßen inwieweit sich das innere Verhältnis zweier Partner vom gesellschaftlichen Verhältnis zwischen Mann und Frau beeinflussen lässt oder wie weit auch die Gesellschaft beachtet werden muss.

Ich würde hier gerne kurz erzählen, wie ich mir meine Beziehung wünsche (bzw. in der Vergangenheit hatte), warum das vielleicht nicht das richtige Modell für alle ist und das allgemein akzeptierte 50/50 Modell nichts für mich ist.

Sehr schön beschrieben hat ein Mann die Art der Beziehung in seinem Profil in einer Community, woraus ich hier gerne zitieren würde. Ich weiß es einfach nicht besser in Worte zu fassen:

Bei mir handelt es sich nicht um einen Dom, Herr, Meister, Sir usw.
Ich bin ich und ich stehe auf persönlich definierte Beziehungen mit Machtgefälle. In dieser geht es mir nicht um Strafen, ich möchte keine Kataloge aufstellen, um mir selber ein Recht zu geben, dir weh zu tun. Eine Frau die mich interessiert, weiß und fühlt, dass sie mir nicht erklären muss, welche Praktiken sie mag und welche nicht, was Grenzen für sie sind und was Tabus. Ich will keine Menschen, die Codeworte oder Ampelspielchen wollen - es geht mir um Authentizität.
CON- steht für den Metakonsens der verbindet, der klarstellt, dass es sich bei einer Beziehung zu mir nicht um einen Fick handelt, sondern eine Verbindung, in der nur einer sagt, was getan wird. Ich setzte meine Wünsche durch, gerne auch mit körperlicher Nachhaltigkeit. Zwang, Unterwerfung, Grenzüberschreitung und auch starke psychische Belastungen finde ich gut.

Für viele wird dies im ersten Moment wohl erschreckend und gewalttätig wirken. Es handelt sich hierbei um eine Beziehung, die eindeutig im BDSM-Bereich angesiedelt ist und zwar 24/7. Das heißt, dauerhaftes Machtgefälle leben.  Es geht dabei nicht nur um Sex, sondern um ein miteinander, dass anders ist als bei anderen, das mich glücklich macht. Als ich den oben zitierten Text zum ersten Mal las, zauberte er mir sofort ein Lächeln ins Gesicht.
Neben der „Gewalt“ entdecke ich hier nämlich sehr viel Gefühl und Liebe und genau das ist es, was ich mir wünsche: 24/7 BDSM-Beziehung mit viel Gefühl und Liebe.

Jetzt wird wohl den meisten klar sein, warum ich nicht der Meinung bin, das meine Art der Beziehung das richtige für jeden ist. Wenn mir eine Person sagt, dass sie eben alles selber und alleine entscheiden möchte auch wenn sie in einer Beziehung ist. Dass sie ihr eigenes Geld und eigenes Konto haben möchte. Dann kann ich das nachvollziehen und denke auch nicht, dass es eine schlechtere Variante ist, so zu leben. Aber mich würde das nicht glücklich machen - das weiß ich! Auch möchte ich nicht immer aufpassen müssen, dass jeder sich bei allem genau hälftig beteiligt.
Über das gleichberechtigt dieser Beziehung lässt sich vielleicht streiten, aber es ist meiner Meinung nach eine Beziehung auf Augenhöhe (trotz des Machtgefälles - schwer zu erklären) und voller gegenseitigem Respekt.

Gesellschaftlich akzeptiert ist es nicht so zu leben. Gesellschaftlich akzeptiert ist je nach Subkultur heutzutage auch das Modell Hausfrau nicht mehr. Ich allerdings wünsche mir eine Gesellschaft, in der jeder auf seine Art und Weise glücklich sein kann.
Ich wünsche mir, dass Außenstehende nicht so sehr in Bereiche eindringen, die mit Ihnen wenig zu tun haben.
Nein, ich bin nicht der Meinung, dass es gesellschaftlich einen schlechten Einfluss hat, wenn ich sage, wünsche mir, dass mein Mann die Macht in der Beziehung hat und sich nimmt was er will und wann er es will.

Ich möchte niemanden bekehren, bin nicht der Meinung, dass die Frau generell weniger zu sagen haben sollte als der Mann (bewahre, dann wäre ich bestimmt nicht Feministin). Ich möchte nur, dass die Hausfrau, die sich liebend gerne um Mann und Kinder kümmert, die „untergebene“ in einer Beziehung mit Machtgefälle, die glückliche Alleinerziehende oder die Karrierefrau mit Hausmann und alle weiteren Modelle gleichermaßen als eigene Wahl der beteiligten Personen akzeptiert und respektiert werden!
Genauso sieht es mit Beziehungen aus, die nicht hetero oder monogam sind, auch hier wünsche ich mir mehr Akzeptanz.
Aber im Gegenzug möchte ich bitte auch nicht von anderen hören, dass ihr Modell das Richtige für alle ist. Was ich teilweise von polyamor lebenden Personen schon mal vernommen habe.

Für eine selbstgewählte glückliche Beziehung unabhängig von gesellschaftlichen Konventionen!

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Sexarbeit

Auf der Mädchenmannschaft ist eine Text zum Thema Sexarbeit erschienen. Hier werden sehr schön differenziert unterschiedliche Meinungen zum Thema angesprochen. Auf mutterseelenalleinerziehend erschien ebenfalls ein Text zum Thema . Es wird dort argumentiert, dass es Prostitution nur ein einer Welt mit Ausbeutung und unterschiedlichen Machtverhältnissen geben würde. Sie betont zwar, dass sie die Sexarbeiter respektiert, aber es dennoch eine schöne Vision wäre, würde es diese nicht geben. Provokant wirft sie die Frage in den Raum: Würdest du diesen Beruf auch machen, wenn ich dir jeden Monat 8000€ überweisen würde?

Ich glaube, dass es verdammt viele Berufe gibt, die Leute unter diesen Umständen nicht mehr machen würden. Ob es Klo putzen, Müllabfuhr, LKW fahren oder Kellnern ist, ich glaube mehr als 90% der Leute, die in diesen Bereichen arbeiten würden den Beruf dann nicht mehr machen. Und vielleicht sind die restlichen paar % diejenigen, die Spaß an ihrer Arbeit haben, auch wenn andere das vielleicht nicht nachvollziehen können, die gerne arbeiten auch in einem Beruf, der vielleicht der Mehrheit der Gesellschaft keinen Spaß machen würde.

Und hier kommt der Knackpunkt; es würde meiner Meinung nach in einer solchen Situation weniger Prostitution geben und keine Möglichkeit mehr, Menschen auszubeuten. Aber es würde immer noch genug Leute geben, die eben Spaß daran hätten und sich weiter Prostituieren würden.
Ich würde es! Nein, momentan arbeite ich nicht direkt in der Sexarbeit, kenne aber einige aus der Branche und die machen das natürlich auch wegen des Geldes, aber auch weil ihnen das definitiv mehr Spaß macht als Klo putzen.
Und ich habe Spaß am Sex, gerne auch mal einen ONS, warum dann nicht auch Geld dafür nehmen. Ja, im Gegenteil, hätte ich jeden Monat 8000€ müsste ich mir keine Sorgen machen, dass sich der Job als Sexarbeiterin negativ auf zukünftige Einstellungsgespräche in anderen Berufen auswirkt, da ich auf diese nicht mehr angewiesen bin!
Und da liegt eigentlich das viel größere Problem: Es gibt immer noch Menschen, die der Meinung sind, Sexarbeiter leiden alle unter ihrem Beruf und sind arme hilflose Opfer. Menschen, die denken, man müsste ihnen nur mal erklären, dass sie ja eigentlich so gar nicht glücklich sein könnten. Menschen, die ihnen weismachen, sie würden ihren Körper verkaufen und nicht nur eine Dienstleistung. Menschen, die Sexarbeiter moralisch in eine ganz böse Ecke stellen und so eben deren berufliche Zukunft gefährden.

Ich möchte hiermit nicht sagen, dass es keine Zwangsprostitution oder keinen Menschenhandel gibt. Dies sind Verbrechen und dagegen soll auch alles getan werden, was nötig ist. Es sollen Angebote zum Ausstieg und Zuhältern der Prozess gemacht werden. Aber nur, weil es schlechte Arbeitsbedingungen bzw. Zwangsarbeit gibt, muss nicht eine gesamte Branche verteufelt werden!  

Weiterhin wird von vielen Feministinnen (nein, lange nicht alle, ich bezeichne mich auch selbst als Feministin!) gesagt, dass den Frauen geholfen werden muss, aber Männer, die die Sexarbeit in Anspruch nehmen, bestraft werden müssten. Aber warum?!
Wenn zwei erwachsene Menschen sich in einem gemeinsamen Vertrag darauf einigen, dass eine Person der anderen für eine Dienstleistung Geld bezahlt, geht das Außenstehende nichts an! Ich hab in meinem Freundeskreis sowohl Männer, die sagen sie würden die Dienstleistung einer Sexarbeiterin nie in Anspruch nehmen, weil sie sich dann irgendwie schlecht fühlen würden als auch solche, die regelmäßig zu Prostituierten gehen.
Mit beidem kann ich gut leben, jeder soll machen, was er will. Ich habe mich mal längere Zeit mit einem guten Freund, der schon häufiger bei einer Sexarbeiterin war, darüber unterhalten, was für ihn der Vorteil ist und warum er nicht einfach irgendwo in der Disko eine Frau kennenlernt. Auch wenn das für viele nicht nachvollziehbar ist, es gibt es Frauen, die feiern gehen, um sich dort einen Mann mit nach Hause zu nehmen.
Ganz klarer Vorteil der Sexarbeit war seiner Meinung nach, das eben von Anfang an alles klar ist, dass es um eine Dienstleistung geht, dass niemand sich am nächsten Tag meldet und von Liebe redet.
Diese klaren Regelungen sind ein großer Vorteil, warum auch ich teilweise lieber Sexarbeit betreiben würde, statt mir einen Typen aufzureißen. Denn es kommt nicht selten vor, dass diese dann anhänglich werden. Bei klar abgesteckten Verträgen ist das anders.

Ich würde mich wirklich freuen, wenn in der Gesellschaft ein umdenken passiert. Denn nur weil es Zwangsprostitution gibt, sollte die freiwillige Prostitution nicht verboten werden oder als moralisch verwerflich gelten.

Denn: MEIN KÖRPER GEHÖRT MIR!

ps. es findet sich auch noch ein Text, dem ich vollkommen zustimmen möchte auf thisisyourdaughter